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Chevrolet Camaro Cabrio – im Test

Rumble in the urban jungle

Der Camaro mischt auf. Er ist laut, schrill, fett, Furcht einflößend, säuft und raucht. Wir machten mit dem Outlaw eine Sauftour und entdeckten dabei so einiges.

Rainer.Behounek@motorline.cc, Fotos: Maximilian Lottmann

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Ah, die 60er. Manche wären gern dort gewesen und manche wünschten sich, niemals dort gewesen zu sein. Eines hatten die paar glorreichen Jahre aber, das wir heute alle vergeblich suchen:

Ehrliche, überlegte Musik. Stones, Beatles, Zappa, Zeppelin. Leinwandhelden. McQueen, Newman und Connery als James Bond. Harte Petrolheads. Jim Clark, Jackie Stewart und natürlich Jochen Rindt. Und Autos. Karren. Schlitten. Überflieger.

Während die Europäer an Preziosen wie dem Miura bastelten, machten die Amis das, was sie am besten konnten. Smokin' Tires, a hell of a sound and a fuckin' lot of V8 power. Diese drei Zutaten waren nötig um die Muscle Cars aus dem Boden zu stampfen und ihnen eine teuflische Seele einzuhauchen.

Quentin Tarantinos “Death Proof” bringt es auf den Punkt. "Are you afraid of my scar?", fragt Stuntman Mike, "I'm afraid of your car", meint Arlene. Die Autos hatten diese unberührbare Coolness an sich, wie in keiner anderen Auto-Epoche. Einer, der ganz vorne mit rockte, war der Chevrolet Camaro.

Camaro. Was für ein Name. Heute heißen sie Rio, Eos, BRZ oder Lodgy. Damals konnte man ein Auto noch Camaro nennen, ohne gleich durch drei Konzernabteilungen, vier Marketing-Großraumbüros und ein überbezahltes Marktforschungsinstitut geprügelt zu werden.

Während in Europa drauf Wert gelegt wurde, so schnell wie möglich um die Kurve zu kommen, wurde in den USA einfach drauf Wert gelegt, nun ja, dreckig und rotzig zu sein.

Gott sei Dank gibt es den Camaro noch immer. Und wir sprechen nicht vom 90er Jahre Camaro. Nein, denn dieser Camaro hatte mit den Vorgängern nichts gemein, er hatte – um es genau zu sagen – mit einem Auto an sich nicht viel gemein. Er war ein Plastikbomber mit der Coolness eines ungetoasteten Vollkornbrots.

Der Neue hingegen lässt all die vorigen Modelle vergessen und knüpft nahtlos an die Legende an. Und wieder lässt er die Europäer alt aussehen. In der abgestumpften und ökonomisch orientierten Blase genormter Formen, cW-Wert-Minimierungen und Life-Cycle-Evaluierungen ist der Camaro durch seine kompromisslose Art und Weise Segen und Erlösung zugleich. Endlich wieder Mut! Endlich wieder harte Formsprache und ein fetter Motor!

Das Design schreit nach Ausritten, nach Abenteuern, nach Nacktparties und nach wilden Barschlägereien, nach stundenlangen Fahrten hinein ins erwartungsvolle Nirgendwo.

Auch unter der Haube lässt er einen nicht im Stich. V8, klar. 6,2 Liter Hubraum – und wie wir wissen, ist Hubraum durch nichts zu ersetzen – mit bis zu 432 PS. In unserem Testwagen sind es aufgrund der Sechsgangautomatik 405 PS und 556 Nm. Leider nicht bis nach Österreich schaffte es der ZL1, mit kompressor-gestählten 587 PS.

Nicht, dass das langsame und veraltet wirkende Getriebe die Freude trüben würde, es gibt dem Camaro bloß ein anderes Gesicht. So ist er mehr kraftstrotzender Cruiser, den man nicht ständig ans Limit treiben muss. Gerade als Cabrio lässt er sich dadurch besser genießen.

Wo macht er am meisten Spaß und wo schwächelt er? All das und mehr, auf Seite 2!

Weitere Testdetails:

Ausstattung & technische Daten
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