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Doppelkupplungsgetriebe für Alfa Giulietta | 26.01.2012

Dolce far niente

Ab sofort ist nach dem MiTo auch die Giulietta mit TCT-Doppelkupplungsgetriebe zu haben, Motorline war auf Testfahrt.

Stefan.Schmudermaier@motorline.cc

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Auch wenn in Europa noch die überwiegende Zahl an Fahrzeugen mit Schaltgetriebe verkauft wird, der Automatik-Anteil ist stark im Steigen begriffen.

Und das nicht nur in gehobenen Klassen. Selbst in der Kompaktklasse greifen immer mehr Käufer zur automatisierten Schaltvariante, europaweit bereits jeder Zehnte.

Und dieser Anteil wird weiter stark zunehmen, zeigt sich etwa Alfa Romeo überzeugt. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern kaufen die Italiener die TCT-Getriebe (Twin-Clutch-Technology) aber nicht zu, sondern entwickeln und bauen die Doppelkupplungsgetriebe selbst.

Herzstück sind zwei parallele Getriebe mit jeweils eigener Kupplung, wobei eines für die geraden (2-4-6) und eines für die ungeraden (1-3-5) Gänge zuständig ist. Der Wechsel zwischen beiden Getrieben erfolgt blitzschnell und so gut wie ohne Zugkraftunterbrechung.

Fiat-Eigenentwicklung

Im MiTo ist das Getriebe bereits seit Sommer 2011 zu haben, ab sofort kann man auch in der Giulietta das „dolce far niente“ genießen. Motorline.cc war auf erster Testfahrt mit dem kompakten Italiener auf der Fiat-eigenen Teststrecke in Balocco.

Zunächst ist TCT für den 170 PS starken Benziner 1,4 TB MultiAir sowie den gleich starken Turbodiesel 2,0 JTDM zu haben. Das System ist sehr komfortabel ausgelegt und harmoniert gut mit der ebenfalls eher in Richtung Komfort getrimmten Giulietta.

Die Gangwechsel erfolgen ausreichend schnell und harmonisch, wechselt man mittels „DNA“-Schalter in den Dynamic-Mode, gibt’s allerdings leichte Unterschiede zwischen Benziner und Diesel.

Während die Gangwechsel im Diesel flott und zackig über die Bühne gehen, kommt es bei den Benzin-Modellen vor allem beim manuellen Gangwechsel mittels Schaltwippen zu einem leichten Nachschieben, der Kraftschluss ist nicht ganz so harmonisch wie man das etwa vom DSG-Getriebe aus dem VW-Konzern kennt.

Automatik sparsamer als Handschalter

Die Kritik ist freilich auf hohem Niveau, spätestens der Blick auf die Verbrauchswerte stimmt dann mehr als versöhnlich. Der 170 PS Benziner genehmigt sich mit TCT-Getriebe 0,6 Liter weniger auf 100 Kilometern und hält bei rekordverdächtigen 5,2 Litern.

Das sind 0,7 Liter weniger als ein VW Golf TSI mit 160 PS und DSG. Die NoVA sinkt durch das Doppelkupplungsgetriebe von sechs auf vier Prozent.

Auch beim Diesel ist die TCT-Version sparsamer, hier um 0,2 Liter auf nunmehr 4,5 Liter auf 100 km. Freilich muss man abwarten, wie der Verbrauch in der Praxis aussieht.

Ermöglicht werden die guten Verbrauchswerte durch ein System aus trockenen Kupplungen, damit fallen Verluste gegenüber Systemen mit Ölbad weg, zudem ist das Alfa-System leichter.

1.640 Euro Aufpreis

Der Aufpreis gegenüber dem Sechsgang-Schaltgetriebe liegt bei 1.640 Euro und ist in jedem Fall eine empfehlenswerte Investition. Der 1,4 TB MultiAir Benziner kostet in der Distinctive-Ausstattun 28.150 Euro, der 2.0 JTDM Diesel kommt auf 30.190 Euro.

Vorerst bleibt TCT den 170 PS Motoren von Alfa MiTo und Giulietta vorbehalten, es ist aber kein Geheimnis, dass in absehbarer Zeit auch andere Modelle und Motoren im Fiat-Konzern damit ausgestattet werden.

Kompatibel ist das System aufgrund der kompakten Bauweise in nahezu allen Modellen und bei Motoren bis 350 Nm Drehmoment, auch eine Kompatibilität mit Allradantrieb ist gegeben.

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