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Mercedes C 250 CDI Coupé – im Test | 08.02.2012

Vercoupélt

Mercedes’ neues C-Klasse-Coupé macht einiges her. Und einiges weg. Und einiges… einigen wir uns, lesen Sie den Motorline-Test.

Rainer.Behounek@motorline.cc

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Das Coupé ist so etwas wie die formensprachliche Meisterklasse eines Automobilkonzerns. Während alle anderen Modelle ihre Klientel haben, so ist das Coupé spezieller. Und schmalgratiger. Nicht nur der Designer, sondern auch der Kunde sollte nämlich auf ein paar einige Dinge beim Coupé verzichten: Familie, praktisches Denken, Geradlinigkeit und eine Prise Kreuzweh darf er auch nicht haben.

Der Designer hat es gegenüber dem Kunden zwar nicht unbedingt leichter aber sicherlich einfacher. Er lässt gleich mal die zwei hinteren Türen weg. Und plötzlich ist das Blatt Papier um eine Spur leerer. Und das ist gut. Das Fehlen der Türen lässt wiederum mehr Möglichkeiten in der Liniengestaltung zu.

Und so entpuppt sich das Coupé bei fast allen Herstellern als eine Art designexperimentalische Spielwiese, ob Audi A5 oder BMW 6er.

Auf Distanz

Mercedes geht da vielleicht einen Schritt darüber hinaus und distanziert das Coupé etwas weiter von der Limousine und dem Kombi, und bringt es fast schon eine Spur näher zu den AMG-Geschossen.

Der Kühlergrill ist akzentuierter und trägt den mächtigen, tellergroßen Stern nun in der Mitte. Die Frontschürze mit den Tagfahr-LED-Balken ist aggressiver und kantiger und die Lichter sind dunkler als die der anderen C-Derivate.

Die Front ist Ehrfurcht einflößend und hart, am schnellsten fällt das auf der Autobahn auf. Kaum ein anderes Auto räumt die dritte Spur so effizient wie das C-Coupé, wenngleich „Blue efficiency“ ein andere Bedeutung hat.

All das lässt einen im Innenraum kalt. Da ist man gebettet in perfekt verarbeiteten Sitzen, die man auch im Fond vorfindet, sofern der Rücken die bei allen Coupés nötige Verrenkung zum Einsteigen in selbigen zulässt. Hinten gibt es zwei Sportsitze, die durch eine Komfortablage getrennt sind, das C-Coupé ist ein Viersitzer.

Ausstattungsfass ohne Boden

Die Ausstattung ist typisch für das Segment. Denken Sie an ein Ausstattungsmerkmal und es ist sicher drin. Zumindest wenn es in der langen Liste der Extras auch angekreuzt wurde. Sitzheizung? Ich bitte Sie. Mit USB-, AUX, MP3, Navi, Bluetooth, Radio und weiteren Dingen bietet das Multimedia-Interface mehr Möglichkeiten als so manche Ausstattungslinie anderer Hersteller.

Ein kleines aber nicht unwichtiges Detail: die Leselichter sind nicht, wie üblich, im Dachhimmel, sondern im Rückspiegel integriert. Der riesige Vorteil: Nie wieder störende Lichtquellen, wenn der Beifahrer Licht braucht.

Gestartet wird der 204 PS starke Diesel-4-Zylinder mittels Schlüssel. Und mit den 204 PS werden auch gleich die beachtlichen 500 Nm Drehmoment zum Leben erweckt. Der 250 CDI ist das stärkste C-Coupé im Dieselbereich, mit sieben Sekunden auf 100 Sachen und 240 km/h Spitze gibt es kaum Situationen, wo mehr Leistung nötig wäre. Wer mehr braucht, geht in die Benzin-Abteilung, weniger – und zwar Verbrauch – gibt es dann aber sicher nicht.

Verbraucht Diesel… aber nicht viel

Etwas verwirrend, zugegeben, aber das ist der Verbrauch im 250 CDI generell. Den Leistungsdaten steht nämlich ein Werksverbrauch von kombinierten 4,9-5,4 Litern gegenüber.

In unserem Test-Modell ist der Motor an ein Sieben-Gang-Automatik-Getriebe gekoppelt, das zusätzlich dafür sorgt, den Verbrauch zu senken, zumindest Überland. Auf der Autobahn bei 130 (oder mehr, aber nicht hierzulande – versteht sich doch von selbst) liegt die Treibstoffabnahme bei in etwa 5,5 Liter auf 100 km.

Wer mehr möchte, der ist im 250 CDI ebenfalls gut bedient. Die Leistung ist absolut ausreichend, Durchzug ist selbst bei hohen Geschwindigkeiten noch spürbar und in niederen sowieso. Der Hecktriebler - oder besser der Fahrer - hat im Winter etwas zu kämpfen, bei zügiger Fahrt die Spur zu halten. Auf der anderen Seite macht ihn das lebendiger - wenn man möchte – und alle Assistenzsysteme ausknipst.

Und lebendig ist das Coupé generell. Die Form verleiht dem Käufer eine gewisse Frische, eine neue, egoistischere Lebenslinie wenn man so will. Mercedes-typisch ist das Coupé hecklastig ausgelegt, die 500 Nm Drehmoment verstärken den Eindruck zusätzlich.

Bei Eis, Glätte und lockerem Gasfuß fühlt sich der schicke Stuttgarter nicht ganz so wohl, 4MATIC gibt es im C-Coupé (noch?) nicht. Ingolstadt und München beweisen aber nicht nur, dass das in der Klasse möglich ist, sondern dass das auch Sinn macht.

Ist ja wieder typisch

Einmal Mercedes, immer Mercedes. Vor allem zwei Punkte lassen etwas Ernüchterung aufkommen. Da ist zum einen die Feststellbremse, die noch immer im Traktor-Stil mit dem linken Fuß reingepresst wird und mittels Kaugummiautomatenfachhebel – gibt es das Wort eigentlich? - entriegelt wird und zum anderen die Blink-Wisch- und Tempomat-Hebel.

Der Tempomat hat im Mercedes Universum einen eigenen Hebel, der links hinter dem Lenkrad hebelt und vor allem am Anfang immer wieder als Blinkhebel herhalten muss. Und der Blinkhebel ist multitaskingfähig, weil er die Scheibenwischfunktionen an der äußeren Spitze beherbergt. Zwei so wichtige Funktionen sollten getrennt, schnell und einfach erreichbar sein, vor allem der Scheibenwischer. Aber wir wollen hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen...

Startet die Limousine bei 33.580 Euro, so lässt das Coupé durch den Wegfall der Türen (offensichtlich) mehr Spielraum zu und beginnt bei 35.870 Euro und dem Benziner mit 156 PS.

Da glüht die Kreditkarte

Das Motorline-Coupé mit dem 204 PS Diesel startet bei 44.880 Euro, hier allerdings mit einem manuellen Sechsgangs-Getriebe. Und ab hier beginnt der Spaß, denn C-Coupé ist nicht gleich C-Coupé.

Ausgestattet mit einem Sieben-Gang-7G-Tronic-Automatikgetriebe (2.190 Euro), dem Spur-Paket (780 Euro) und der Parkführung (730 Euro), dem Comand APS System (2.690 Euro), dem Intelligent Light System (1.455 Euro), den beheizten Vordersitzen (335 Euro), dem Spiegel-Paket (?) (450 Euro), dem Edition 1 Paket (3.650 Euro) und vielen vielen Gadgets mehr stehen unterm Strich ganze 61.894 Euro.

Testurteil

Plus

+ das Aussehen, das Aussehen , das…
+ hervorragende Verarbeitung
+ niedriger Verbrauch
+ sehr gute Sitze - auch im Fond

Minus

- typische Mercedes-Details wie der Blinker-Scheibenwischer und die Feststellbremse
- hoher Preis, teils teure Extras

Unser Eindruck

Verarbeitung: 1
Ausstattung: 2
Bedienung: 2
Komfort: 2
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1-2
Sicherheitsausstattung: 1

Resümee

Das Mercedes C-Coupé vereint alles, was ein gutes Auto ausmacht. Der Wegfall der hinteren Türen eröffnet wiederum mehr Platz für Design und so haben alle was davon: die, die damit fahren und die, die ihn auf der Straße sehen.

Weitere Testdetails:

Preisliste

Technik und Ausstattung
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