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Toyota Prius Hybrid Lounge - im Test Toyota Prius 2017

Futurist

Optisch ist der neue Toyota Prius vom anderen Stern – wir testen, inwieweit die Technik der neuen Generation des Hybrid-Veteranen geerdet ist.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Sabine Sommer

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Der Begriff "Futurismus" wurde in der italienischen Kunstszene geboren, vor mehr als hundert Jahren – die Futuristen brachen mit allen Traditionen und wollten den Ansprüchen des modernen, technisierten Lebens gerecht werden.

In der Automobilbranche wird zurzeit der Elektroantrieb als Antriebsform der Zukunft betrachtet - allerdings sind die Meinungen geteilt: Die Batterien bieten noch wenig Reichweite, dafür lange Ladezeiten und zur Umweltfreundlichkeit ihrer Herstellung und Entsorgung sind auch noch einige Fragen offen… Der Hybridantrieb stellt daher immer noch den größten Konsens her – und Toyota gilt als Erfinder dieser Antriebsform: Im Jahr 1997 war der Prius das weltweit erste Großserienmodell mit Hybridantrieb.

Die vierte Generation des "Godfathers of Hybrid" wurde noch futuristischer gestaltet – die Karosserie kauert knapp über dem Boden, das Profil wurde derart geschärft, dass man Angst hat, sich zu schneiden und die Aerodynamik stark verbessert. Obwohl schon viele andere Hersteller Hybridtechnik einsetzen, ist der Prius immer noch DAS Hybridauto.

Den Toyota Prius gibt es nur mit einem 98 PS starken 1,8 Liter-Reihenvierzylindermotor mit variabler Ventilsteuerung (VVT-i), kombiniert mit einem 72 PS starken Elektromotor, der mit seinem Drehmoment von 163 Nm ab der ersten Umdrehung deutlich mehr Punch hat als der Benziner (142 Nm bei 3.600 Touren).

Unser Testwagen in der feineren Ausstattungsvariante "Lounge" hat unter anderm an Bord: Multimedia-System "Toyota Touch 2" mit 7 Zoll-Touchscreen und Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang, Head Up-Display, Sitzheizung vorne, 2 Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Totwinkelwarner sowie „Toyota Safety Sense“ mit adaptivem Tempomat, Kollisionswarner, Fußgängererkennung, Spurwechselwarner, Müdigkeitswarner und Verkehrszeichenerkennung. Das VIP-Paket inkludiert um 2.800 Euro Ledersitze, JBL-Soundsystem, Navigation, Einparkassistent, induktive Handy-Ladestation und Regensensor. Optional ist zudem die Lackierung „Emotionalrot“, die einem allerdings 800 Euro wert sein muss.

Der futuristische Eindruck des neuen Toyota Prius setzt sich auch im Fahrzeuginneren fort. Alle Armaturen befinden sich in der Fahrzeugmitte, der Platz vor dem Lenkrad bleibt beim Prius leer. So wirkt der Prius äußerst aufgeräumt, die Instrumente sind leicht zu bedienen.

Der Aktivierungsstick für das stufenlose CVT-Getriebe befindet sich direkt unter dem 7 Zoll-Touchscreen. Die Mittelkonsole, die Handy-Ladestation und Getränkeablagen beinhaltet, ist in glänzendem Weiß gehalten – gewöhnungsbedürftig, unterstreicht jedoch den Futurismus dieses Modells.

Lediglich die Schalter für die Sitzheizung müssen gesucht werden, sie befinden sich beinahe schon im Fußraum und ihre Betätigung während der Fahrt verlangt nach einer akrobatischen Meisterleistung

Dafür gibt es sowohl für Fahrer und Beifahrer als auch im Fond ausreichend Platz, sodass auch längere Fahrten schmerzfrei absolviert werden können. Bei einer Länge von 4,54 Metern beträgt das Kofferraumvolumen des Prius inklusive Kellerfach solide 502 Liter, bei umgeklappter Rückbank sind es 1.557 Liter.

Im Normalfall startet der Prius im Elektromodus, nur bei leergefahrener Batterie des E-Motors oder besonders niedrigen Temperaturen legt sofort der Benzinmotor los – aufgrund der Drehmomenstärke des Elektromotor rauscht man geräuschlos und spritzig davon. Gemeinsam mit dem Benzinmotor ergibt sich eine Systemleistung von 122 PS, sodass der Prius den Sprint von 0 auf 100 km/h in 10,6 Sekunden schafft, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.

Die in vielen Modellen nervige CVT-Automatik fühlt sich im Prius nicht ganz so schlimm an, auch wenn immer noch ein gewisser Brummton zu hören ist. Insgesamt ist die Geräuschdämmung durchaus gut.

Man kann rund zwei Kilometer lang auch rein elektrisch unterwegs sein (bis 110 km/h), wenn die Batterie zuvor ausreichend Strom sammeln konnte. Ob das der Fall ist, kann man auf der digitalen Anzeige erkennen – diese hilft einem ausgezeichnet, auch möglichst sparsam unterwegs zu sein.

Der Prius bereitet dank seiner sportlichen, zugleich aber auch gutmütigen Federung echten Fahrspaß, was sich aber zwangsläufig auf den Verbrauch auswirkt. Dafür wiederum wird der Verbrauch auf der Autobahn gering gehalten, was bei einem Hybridmodell keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Der Prius wechselt sehr oft in den EV-Modus, sodass wir bei unserem Test zwar nicht jene 3,3 Liter erreichen konnten, die das Werk angibt, aber 4,3 Liter konnten wir locker erzielen, was einen mehr als überzeugenden Verbrauchswert darstellt.

Der Prius hat in der Ausstattungsvariante Lounge sehr viele Sicherheitssysteme an Bord – nicht ganz verständlich ist, warum der adaptive Tempomat erst ab 45 km/h die Arbeit aufnimmt.

Aufgrund der kompletten Ausstattung, ist der Preis naturgemäß auch etwas höher geworden. Den Toyota Prius "Lounge" kann man ab 31.140 Euro sein Eigen nennen, den etwas abgespeckten "Active" gibt es ab 29.990 Euro.

Plus
+ futuristisch-spektakuläres Design
+ hochwertiges Interieur
+ verbesserte Geräuschdämmung
+ verbessertes CVT-Stufenlos-Getriebe
+ niedriger Verbrauch
+ viele Sicherheitssysteme beim "Lounge" inkludiert

Minus
- adaptiver Tempomat wird erst ab 45 km/h aktiv
- versteckte Schalter für Sitzheizung

Resümee
Die vierte Generation des Hybrid-Pioniers Toyota Prius zeigt sich mutig, futuristisch und charismatisch – der niedrige Verbrauch rechtfertigt die Hybridtechnik allemal. Weil jedoch viele Komfortelemente und Sicherheitssysteme inkludiert sind, ist der Prius trotz null Prozent NoVA-Einstufung kein Schnäppchen.

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