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Formel 1: Technik

Hat Scarborough das Geheimnis des RB7 gelüftet?

Technikguru Craig Scarborough entwickelte einen flexiblen Unterboden, der dennoch die FIA-Tests besteht – weist der RB7 ein solches System auf?

Michael Noir Trawniczek
Grafik: Red Bull Racing

Wieder einmal soll das Geheimnis des überlegenen RB7 gelüftet worden sein – nach dem Ausfall von Mark Webber in Monza wurde dessen Auto per Kranwagen hochgehievt, sodass dessen Unterboden komplett zu sehen war.

Die Fotos haben nun offenbar den renommierten Experten Craig Scarborough zu einer Theorie inspiriert, wie der RB7 funktionieren könnte, wenngleich sich der Brite auf seiner Website nicht explizit auf Red Bull Racing bezieht.

Auffällig war bei den Fotos nämlich, dass der vordere Teil der laut Reglement vorgeschriebenen Holzplatte am Unterboden ungewöhnliche Abnutzungsspuren anzeigte. Der vordere Teil der Holzplatte zeigte gleichmäßige Schleifspuren an.

Der vordere Teil der Holzplatte, der sogenannte Splitter, könnte laut Scarborough flexibel gestaltet sein, sodass er durch den Abtrieb des Frontflügels auf den Boden gedrückt wird und der gesamte vordere Teil der Holzplatte damit plan aufliegt, was wiederum zur Folge hätte, dass der Wagen vorne einen niedrigeren Bodenabstand aufweisen würde und somit der Frontflügel näher am Asphalt liegen würde und er somit mehr Abtrieb generieren könnte. Der Unterboden soll mit einer achsgelagerten Aufhängung mit dem Chassis verbunden sein.

Die von Scarborough angedachte Konstruktion ist als umgekehrte Wippe ausgelegt, sodass der zurzeit praktizierte Belastungstest der FIA aufgrund des Eigengewichts des Fahrzeugs keine Flexibilität nachweisen kann.

Laut einer Anfrage der Kollegen von Auto, Motor und Sport bei der FIA wäre ein solches System dennoch illegal. Um es jedoch zu „entlarven“, müsste die Sportbehörde ihre Belastungstests ändern.

Wie gesagt: Alles reine Theorie – dass der RB7 tatsächlich ein solches System aufweist, ist nicht bewiesen. Und so lange der Wagen die Tests der FIA besteht, ist er auch legal. In der Formel 1 wurden schon immer die Grauzonen des Reglements genützt – Technikdirektor Adrian Newey und sein Team konnten mit dem RB7 jedenfalls ein sagenumwobenes Auto auf die Räder stellen, dessen Stärke der Konkurrenz weiterhin Rätsel aufgibt…

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