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Formel 1: News

„Habe versucht, den Prozess zu verhindern“

Ross Brawn sitzt in Paris alleine auf der Anklagebank – Toto Wolff und Niki Lauda werden nicht erscheinen. Letzterer wollte das Tribunal sogar abwenden.

Mercedes steht heute beim FIA-Tribunal in Paris auf der Anklagebank - Teamchef Ross Brawn muss sich gegen die Anschuldigungen von Red Bull Racing und Ferrari wehren, mit dem umstrittenen Pirelli-Reifentest, der mit einem 2013er-Mercedes durchgeführt wurde, das Reglement missachtet zu haben.

Der Brite übernimmt die volle Verantwortung für den Test - angeblich wurde dieser im Vorfeld per E-Mail von der FIA abgesegnet. Der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda, der laut Informationen von auto motor und sport erst vom umstrittenen Reifentest auf dem Circuit de Catalunya Mitte Mai Wind bekam, als dieser bereits im Gange war, und Motorsportchef Toto Wolff werden in Paris nicht vor Ort sein.

"Der Ross braucht niemanden wie mich vor Ort, der ihm die Hand hält", erklärt der Österreicher gegenüber Bild, warum er nicht am FIA-Tribunal teilnehmen wird. Von den Gerüchten, dass der Kopf des Teamchefs - sollte Mercedes schuldig sein - rollen könnte, hält er wenig: "Ross Brawn wird nicht geopfert in Paris. Das entspricht nicht meinem Charakter."

Interessant ist die Tatsache, dass Lauda im Vorfeld alles versucht hat, um das FIA-Tribunal abzuwenden, dabei aber von seinen Mercedes-Mitstreitern wenig Schützenhilfe erhielt. "Ich habe das ganze Montreal-Wochenende versucht, den Prozess noch zu verhindern", gibt der ehemalige Formel-1-Weltmeister gegenüber dem Blick offen zu.

Mit Red Bull Racing hätte laut Lauda sogar der größte Mercedes-Gegner einer Alternative zum Tribunal zugestimmt: "Red Bull Racing, das mit Ferrari gegen uns den Protest eingelegt hat, war wie Bernie Ecclestone mit einem außergerichtlichen Deal einverstanden." Am Ende scheiterte dies aber an Mercedes selbst: "Dazu hätte es einen Brief von Mercedes an FIA-Boss Todt gebraucht. Doch unsere Chefs Toto Wolff und Ross Brawn lehnten ihn ab. Jetzt müssen sie eben damit leben."

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