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McLaren-Honda zeigt den MP4-30

McLaren-Honda präsentiert in Woking den MP4-30, mit dem Fernando Alonso und Jenson Button in der Saison 2015 an ruhmreiche Zeiten anknüpfen sollen.

Foto: McLaren

23 Jahre nachdem zuletzt ein McLaren-Honda das Licht der Öffentlichkeit erblickt hatte, präsentierte das britische Team am heutigen Donnerstag in der Unternehmenszentrale in Woking den neuen MP4-30 für die Formel-1-Saison 2015. Befeuert von einem Hybrid-Antrieb von Rückkehrer Honda und gesteuert von den beiden früheren Weltmeistern Fernando Alonso und Jenson Button soll der neue Hoffnungsträger die Durststrecke der vergangenen beiden Jahre beenden und an die ruhmreichen Zeiten Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre anknüpfen, als McLaren-Honda die Formel 1 dominierte.

Das neue McLaren-Chassis für die Formel-1-Saison 2015 ist laut Technikchef Tim Goss ein "klarer Fortschritt". Der Brite erläutert: "Die Heckpartie konnten wir erheblich schmaler gestalten. Honda hat hervorragende Arbeit geleistet und alles auf engstem Raum untergebracht. Honda geht dieses Projekt mit sehr viel Aufwand und Leidenschaft an. In den 1990er-Jahren haben sie die Antriebe auf ein neues Level gebracht. Genau das gleiche haben sie auch jetzt wieder vor."

Der erste Blick auf den MP4-30, der bezüglich der Farbgebung im silbernen Gewand keine Überraschung parat hält, macht deutlich: Am Heck hat man vor allem im hinteren Bereich des Getriebes eine sehr schmale Form wählen können. Die Nase erinnert an die Ferrari-Lösung vom Vorjahr. McLaren selbst bezeichnet die Front als "elegant". Ron Dennis ist "sicher, dass wir in der neuen Zusammenarbeit wieder dorthin kommen, wo wir hin wollen: Grand-Prix-Siege und Meisterschaften mit McLaren-Honda."

Nach zwei, an den Maßstäben von McLaren gemessen, schlechten Jahren, in denen das Team kein Rennen gewann und nur einmal 2014 in Australien auf das Podium fuhr, soll in diesem Jahr die Trendwende eingeleitet werden. Dazu ließ Ron Dennis, der seit dem vergangenen Jahr wieder der starke Mann im Formel-1-Team ist, nichts unversucht und versöhnte sich sogar mit Fernando Alonso, der Ende 2007 das Team nach nur einer Saison im Streit verlassen und McLaren in der Spionage-Affäre ans Messer geliefert hatte.

"Ich habe mich intensiv vorbereitet", sagt Alonso. "Ich war noch nie so bereit für eine Saison wie jetzt. Wir werden allerdings eine steile Lernkurve durchlaufen müssen", so der Spanier. "Erst einmal wollen wir bei den Tests das Maximum herausholen, das Paket verstehen und das Potenzial abrufen. Einfach wird das nicht." Jenson Button ergänzt: "Ich habe die Leute in Woking noch nie dermaßen motiviert erlebt. Alle arbeiten mit voller Kraft an der Vorbereitung der Testfahrten in Jerez und an der Entwicklung des Autos."

Auch unter der Haube des MP4-30 hat sich einiges getan. Nach 20 Jahren beendete McLaren die Zusammenarbeit mit Mercedes, für die McLaren nach dem Aufbau des eigenen Werksteams nur noch ein Kunde wie jeder andere war. Stattdessen setzt man in Woking nun auf Antriebe von Honda, die nach sechs Jahren Pause wieder in die Formel 1 zurückkehren.

Dieser Schritt ist nicht ohne Risiko. Während die anderen Motorenhersteller bereits über die Erfahrung einer kompletten Saison mit den komplexen Hybrid-Antrieben verfügen, steht Honda mit der Entwicklung des Antriebs noch am Anfang - was sich beim ersten Test Ende November in Abu Dhabi mit einigen Defekten bemerkbar machte.

Gleichwohl lässt die Rückkehr von Honda zu McLaren viele Formel-1-Fans mit der Zunge schnalzen. Von 1988 bis 1992 dominierten die rot-weißen Renner mit den japanischen Motoren die Formel 1. 44 Grand-Prix-Siege durch Ayrton Senna, Alain Prost und Gerhard Berger sowie fünf Fahrer- und Konstrukteurstitel in Folge sind auch mehr als 20 Jahre später noch eine eindrucksvolle Bilanz . Ob der MP4-30 diese ruhmreiche Tradition fortführen kann, bleibt indes abzuwarten.

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