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Formel 1: Analyse

Holt Force India Kvyat oder Wehrlein?

Force India kann sich aussuchen, wer zweiter Fahrer neben Sergio Pérez werden soll; Pascal Wehrlein ist nicht der einzige Kandidat.

Pascal Wehrlein hat im Kampf um ein Force-India-Cockpit für die Formel-1-Saison 2017 offenbar einen weiteren Gegner bekommen. Schien zunächst alles auf ein Duell gegen seinen Manor-Teamkollegen Esteban Ocon, ebenfalls Mercedes-Junior, hinauszulaufen, kommen bei Force India inzwischen auch andere Kandidaten in Frage.

Die beiden diesjährigen Renault-Fahrer, Kevin Magnussen und der mit Sponsorpaket ausgestattete Jolyon Palmer, sind ebenso auf Jobsuche wie Felipe Nasr, der ebenfalls das nötige Kleingeld mitbringt. Als fahrerisches Talent gilt allerdings auch Daniil Kvyat, der zwar von Red Bull Racing zur Scuderia Toro Rosso zwangsrückversetzt wurde, aber wieder etwas aufblüht, seitdem er sich mit seiner neuen alten Situation abgefunden hat.

Kvyat wird nun von verschiedenen Medien mit Force India in Verbindung gebracht. "Es gibt viele interessante Optionen", sagt er, ohne konkret zu werden. "Das Ziel ist, in der Formel 1 zu bleiben. Woanders schaue ich mich nicht um, aber die ganzen Gerüchte kann ich jetzt noch nicht kommentieren. Das wird hinter geschlossenen Türen besprochen." Seinem Arbeitgeber gegenüber will er loyal bleiben und gemeinsam mit ihm alles besprechen.

Hat Gasly einen Platz in der Formel 1?

Bei Toro Rosso ist Carlos Sainz junior für 2017 gesetzt; Kvyat zu behalten, würde die Karriereleiter für Pierre Gasly blockieren, der dieses Jahr vielleicht GP2-Meister wird. An Kvyat festzuhalten und stattdessen den jungen Franzosen in die Warteschleife zu schicken, wäre für den Getränkekonzern ein untypisches Vorgehen. Allerdings dürfte man noch ein gewisses Restvertrauen zu Kvyat haben, sonst hätte man ihn wohl gleich ganz fallen gelassen.

Da Kvyat wohl nie mehr zu Red Bull Racing zurückkehren wird, stellt sich die Frage nach seiner langfristigen Perspektive. "Ich suche nach einem Team, in dem ich zeigen kann, wie gut ich bin", sagt der Russe. "Toro Rosso ist ein fantastisches Team, und ich fühle mich hier sehr wohl, aber wenn Red Bull nein sagt, gehe ich halt woanders hin." Dies könnte womöglich mit Unterstützung der russischen Regierung geschehen, die ein Zugpferd für den Grand Prix in Sotschi benötigt.

Für Wehrlein ist der Aufstieg zu Force India jedenfalls noch lange nicht gesichert. Ocon schien schon bei Renault gesetzt, doch dort könnten letztendlich ein anderer zum Zug kommen. Der Franzose wäre dann ein direkter Gegner des Deutschen um das Force-India-Cockpit, und seit sein Sitz im Manor angepasst worden ist, gewinnt er meist das interne Stallduell. "Die letzten Wochenenden waren nicht so toll für mich. Ich hatte verschiedene Probleme", gesteht Wehrlein ein.

Wehrlein will Fahrerkarussell ignorieren

Wehrlein räumt offen ein, dass es bei Force India eine Möglichkeit für ihn geben könnte, mahnt aber bei allen Diskussionen um das Fahrerkarussell für 2017 zur Ruhe: "Gerüchte gibt's immer, sogar über Celis. Force India ist ein gutes Team, aber Manor ist auch ein gutes Team, das sich sehr gesteigert hat. Der Punkt in Österreich war für uns alle etwas ganz Besonderes."

"Sollte es die Option Force India geben, müssen wir die in Betracht ziehen und darüber nachdenken, aber ich werde sicher nicht sagen, dass ich wechseln will. Das wäre Manor gegenüber nicht fair – und ich bin wirklich glücklich hier, weil ich glaube, dass wir 2017 mit den neuen Regeln gutes Potenzial haben", sagt der Deutsche.

Um diverse Spekulationen in den richtigen Kontext zu setzen: Alles andere als ein Mercedes-Junior im zweiten Force-India-Cockpit wäre eine Überraschung. Allerdings wäre das britisch-indische Team gut beraten, parallel mit anderen Kandidaten zu verhandeln – und sei es nur aus dem Grund, in den Verhandlungen mit Mercedes um einen Rabatt für die Kundenaggregate ein Ass im Ärmel zu haben.

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