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Nico Hülkenberg wechselt 2017 zu Renault

Force India bestätigt das heißeste Gerücht der vergangenen Tage: Nico Hülkenberg verlässt das Team und fährt ab 2017 für Renault in der Formel 1.

Heute Morgen verdichteten sich die Anzeichen, jetzt ist es offiziell: Nico Hülkenberg wird die Formel-1-Saison 2017 für das Renault-Team bestreiten und seinen bisherigen Arbeitgeber Force India nach fünf Jahren (Testfahrer 2011, Rennfahrer 2012 und 2014 bis 2016) verlassen. Das hat Teamchef Vijay Mallya in Form einer Presseaussendung bestätigt, die Franzosen haben den 29-Jährigen wenige Stunden später bestätigt.

"Das gesamte Team wünscht Nico auf seinem neuen Weg in der Formel 1 alles Gute", wird Mallya zitiert. "In den fünf gemeinsamen Jahren wurde er zu einem tollen Freund, und er hat enorm zum Erfolg des Teams beigetragen. Er ist ein außergewöhnlicher Fahrer, der mehr Punkte für dieses Team gesammelt hat als jeder andere. Natürlich werden wir Nico vermissen, aber wir respektieren seine Entscheidung, neue Möglichkeiten auszuloten, und es wäre falsch, sich ihm in den Weg zu stellen."

Hülkenberg hatte für 2017 einen bestehenden Vertrag mit Force India, der erst aufgelöst werden musste, ehe der Wechsel zum Renault-Werksteam besiegelt werden konnte. Bei Renault soll er einen Zweijahresvertrag mit einer Option auf ein drittes Jahr unterschrieben haben - die Franzosen sprechen in ihrer Pressemitteilung kryptisch von einem "mehrjährigen" Vertrag. Die Jahresgage soll laut Informationen der Bild-Zeitung 2017 bei fünf Millionen US-Dollar liegen und mit jeder Saison um eine Million ansteigen.

Hülkenberg: Erinnerungen an Michael Schumacher

"Ich bin sehr froh, 2017 zu Renault zu wechseln", sagt Hülkenberg. "Renault war immer ein großer Player in der Motorsportwelt, der unglaubliche Erinnerungen mit sich bringt." Er verweist auf Michael Schumachers zweiten Benetton-Titel mit der Truppe aus Enstone und Renault-Motor im Jahr 1995: "Das hat Deutschland nicht nur zur Formel-1-Nation gemacht, sondern auch meine Begeisterung für den Rennsport entfacht. Jetzt will ich als Teil der Renault-Familie das Auto weiterentwickeln und neue Erfolgsgeschichten schreiben."

Zudem sei es für Hülkenberg, der bei Ferrari immer wieder ein Thema war, "stets ein Traum gewesen, für ein Werksteam zu fahren". Er hofft, dass die Reglementänderungen die derzeit schwächelnde Renault-Mannschaft weiter nach vorne bringen werden: "Wir sind die Herausforderer, und das ist auch zu 100 Prozent meine Herangehensweise an den Rennsport." Bei den verbleibenden vier Saisonrennen will er aber Force India helfen, Platz vier in der Konstrukteurs-WM zu holen: "Das wäre ein schöner Abschluss einer fantastischen Zeit."

Renault-Motorsportchef Jerome Stoll sieht Hülkenberg als den "perfekten" Fahrer, um nach dem Übergangsjahr 2016 "den nächsten Schritt" in der Entwicklung des Teams zu machen: "Er ist hochtalentiert, entschlossen und motiviert. Nico wird es uns ermöglichen, all die harte Arbeit dieser Saison 2017 und darüber hinaus in bessere Ergebnisse umzuwandeln."

Rätselraten um Teamkollegen

Wer Hülkenbergs Teamkollege wird, steht nicht fest. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt Manor-Rookie Esteban Ocon, der jedoch - das könnte den Wechsel verkomplizieren - einen langfristigen Vertrag als Mercedes-Junior hat. Mit Red-Bull-Junior Pierre Gasly ist ein weiterer Franzose im Gespräch.

Die Chancen, dass Jolyon Palmer bei Renault bleiben darf, sind äußerst gering. Auch Kevin Magnussen werden in Branchenkreisen bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt. Ihn könnte nur noch eine Sponsorenmitgift retten. Unbestätigten Medienberichten zufolge hat er schon fünf bis acht Millionen US-Dollar aufgetrieben, die er ins Team einbringen könnte.

Womöglich bemüht man sich hinter den Kulissen immer noch um Valtteri Bottas. Der Finne wäre wechselwillig, hört man, will aber maximal bis Ende 2017 unterschreiben - für den Fall, dass sich danach bei Ferrari etwas ergeben könnte. Und Williams möchte ihn zudem als feste Größe halten, weil Felipe Massa seine Karriere beendet.

Für Hülkenbergs Wechsel ausschlaggebend war, dass er mit Renault zwar kurzfristig ein Risiko eingeht, aber langfristig bei einem Werksteam die bessere sportliche Perspektive hat. Renault möchte in fünf Jahren um den WM-Titel kämpfen. Force India hingegen, so die generelle Einschätzung, boxt mit P4 in der Konstrukteurs-WM schon in der höchsten für das Team denkbaren Gewichtsklasse...

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