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Formel 1: Analyse

Force India: Vier buhlen ums Cockpit

Derzeit haben noch vier Fahrer die Chance auf einen 2017er-Platz bei Force India – GP2-Tabellenführer Giovinazzi gehört nicht dazu.

Bei Force India steht mit Sergio Pérez erst ein Pilot für die Saison 2017 fest – wer sein Teamkollege wird, ist noch völlig offen. Noch sollen vier Piloten für das zweite Cockpit infrage kommen, unter anderem das aktuelle Manor-Duo Esteban Ocon und Pascal Wehrlein, die beide (auch finanziell) von Mercedes gefördert werden und somit Force India einen Rabatt bei der Lieferung von Kundenmotoren bringen könnten.

"Wir haben beide getestet, und beide waren gut", bestätigte auch Co-Teamchef Robert Fernley (Bild oben), dass diese beiden Fahrer auf der Liste der möglichen Nachfolger von Nico Hülkenberg stehen, der 2017 zu Renault wechseln wird. Dass eine mögliche Vergünstigung der Mercedes-Aggregate dabei eine Rolle spielt, bestritt Fernley: "Es kommt nur darauf an, wo wir glauben, mit den Fahrern hinzukommen." Alles andere sei Bonus.

Gerüchten zufolge sollen sich die Ingenieure bei Force India nicht unbedingt für Wehrlein ausgesprochen haben, was seine Chancen schmälern könnte. Am Ende fällen aber Teamchef Vijay Mallya, Fernley, Technikchef Andrew Green und Geschäftsführer Otmar Szafnauer das Urteil, wer für den Rennstall fahren wird. Ein Meeting zu diesem Thema hat diese Woche in Silverstone stattgefunden, doch eine Entscheidung muss dabei nicht zwangsläufig gefallen sein. Neben Ocon und Wehrlein sollen noch Felipe Nasr und Jolyon Palmer im Rennen um den Platz bei Force India sein.

Nasr wirkt bei Sauber nicht gerade glücklich und wünscht sich ein schnelleres Auto, bringt zudem einen potenten Banksponsor mit. Palmer hat dank Vater Jonathan, der Motorsportunternehmer ist, ebenfalls ein finanzielles Polster und steht zudem bei seinem aktuellen Team auf der Abschussliste. "Er würde gerne bei Renault bleiben, aber wenn das nicht passieren sollte, ist Force India ohne Zweifel ein großartiges Team. Das ist etwas, das wir mit Sicherheit weiterverfolgen werden", meinte Palmer senior gegenüber The Sun.

Geld spielt angeblich keine Rolle: Durch den Wechsel von Hülkenberg zu Renault spart man dessen Gehalt und hat somit ein wenig Spielraum. "Das Budget basiert darauf, wo wir mit Nico gewesen wären", betonte Fernley. Dennoch keine Chance auf das Cockpit hat hingegen GP2-Pilot Antonio Giovinazzi, der diese Rennserie derzeit anführt und zuletzt mit Force India in Verbindung gebracht worden ist.

"Wir benötigen einen aktuellen Piloten. Wir bevorzugen einen Fahrer mit etwas Erfahrung in der Formel 1, wenn es 2017 neue Regeln geben wird", warf Fernley dem Italiener die Tür ins Gesicht. Mit einer Entscheidung ist nicht vor dem Grand Prix von Brasilien in knapp einer Woche zu rechnen. Bei Force India hofft man aber, dass bis zum Saisonabschluss in Abu Dhabi alles unter Dach und Fach sein wird.

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