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Formel 1: Interview

Berger rät Vettel zum Ferrari-Verbleib

Kehrtwende um 180 Grad: Im Vorjahr steckte Ferrari in der Krise, und der Druck wurde größer. Nun könnte Vettel um den Titel kämpfen.

Bei Ferrari gilt seit Jahrzehnten eine Weisheit: Wenn du gewinnst, lieben dich alle; verlierst du, wird es schwierig. Schon viele Champions mussten diese Erfahrung machen, von Niki Lauda über Alain Prost bis Fernando Alonso. Der Jubel von Sebastian Vettel auf dem Podium in Bahrain hat eindeutig gezeigt, wie gut die Stimmung bei der Scuderia derzeit ist.

Im Vergleich zum Vorjahr, als durch die Misserfolge das Wort "Krise" die Runde machte, hat sich das Bild um 180 Grad gedreht. Vettel reagierte damals oft genervt, Kritiker haben das Team zum Scheitern verurteilt gesehen. Sein Ferrari-Vertrag läuft Ende 2017 aus, danach haben ihn manche Journalisten schon in ein Mercedes-Cockpit geschrieben, denn ein Deutscher passte gut ins Werksteam, und Valtteri Bottas´ Vertrag gilt nur für ein Jahr.

Mit zwei Siegen und der WM-Führung in der Tasche ist bei Ferrari nun wieder alles im Lot. Vettel ist ein ernsthafter Anwärter auf den Weltmeistertitel. Obwohl bald Vertragsverhandlungen anstehen, könnte es nur um den finanziellen Aspekt gehen. Wenn Ferrari eine gute Leistung abliefere, gebe es keinen Grund, wegzugehen, meinte Gerhard Berger gegenüber Sky. Der Österreicher ist in seiner Formel-1-Karriere insgesamt sechs Jahre lang für die Scuderia gefahren.

Ende 1989 warf er dort zum ersten Mal das Handtuch, um zu McLaren zu wechseln, bevor er 1993 zurück zu Ferrari ging. Als Jean Todt für die Saison 1996 Michael Schumacher verpflichtete, "flüchtete" Berger zurück zu Benetton, um nicht die zweite Geige spielen zu müssen. Bekanntlich musste auch der Deutsche in der Folge lange Zeit kämpfen, bis sich zählbare Erfolge einstellten.

"Wenn es eine Durststrecke gibt und man keine Rennen gewinnt, wird dort ein enormer Druck aufgebaut; dann flüchtet man von dort", weiß Berger aus Erfahrung und denkt dabei auch an Alonso, "aber so wie es momentan dort aussieht, sind sie auf dem richtigen Weg. Sebastian strahlt. Darum kann ich mir nicht vorstellen, dass sich etwas ändern wird." Mit seiner fehlerfreien Vorstellung in den ersten drei Rennen habe Vettel auch seinen Status als Nummer 1 im Team zementiert.

Deswegen glaubt Berger nicht, dass sich eine ähnliche Situation wie bei Alonso ergeben wird, der Ferrari ursprünglich als letzte Karrierestation gesehen hatte, nach verpassten WM-Titeln und Misserfolgen jedoch die Reißleine zog, um zu McLaren-Honda zu gehen. "Sie führen in der Weltmeisterschaft, also gibt es kein Ende", glaubt Berger an eine noch lange Partnerschaft zwischen Vettel und Ferrari. Man müsse immer aufpassen, wo man hingehe, so der Tiroler; Alonsos Wechsel zu McLaren sei diesbezüglich ein warnendes Beispiel.

Bahrain war der 44. Sieg in Vettels Karriere. Damit fehlen nur noch sieben Erfolge auf Prost, der in der ewigen Bestenliste den dritten Platz hält, wobei früher freilich weniger Grands Prix pro Jahr auf dem Programm standen. Sollte Vettel in diesem Jahr tatsächlich seinen fünften WM-Titel holen, zöge er diesbezüglich mit dem Argentinier Juan-Manuel Fangio gleich.

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