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Kubica: „Fühle mich als Formel-1-Fahrer“

Nach seinem erfolgreichen Test in einem Renault E20 in Valencia will der Pole zurück in die Königsklasse - „Habe neue Ziele".

Fotos: Renault Sport

Steht die Formel 1 wirklich vor einem ihrer aufsehenerregendsten Comebacks der Geschichte? Nach seinem Test in der Vorwoche in einem Renault E20 aus dem Jahr 2012 scheint Robert Kubica Blut geleckt zu haben. Sein erster Einsatz in einem Formel-1-Auto seit seinem schweren Rallye-Unfall im Februar 2011 verlief nicht nur vom reinen Speed her besser als erwartet. Viel wichtiger: Der Pole scheint keine großen Einschränkungen mehr am rechten Arm zu spüren. Vor allem die Bewegungsfähigkeit der rechten Hand machte ihm in der Vergangenheit Probleme, worauf Renault aber eine Antwort gefunden habe könnte.

Bei seinen 115 Runden auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia bediente Kubica beide Schaltwippen mit der linken Hand und kam damit problemlos zurecht. "Die ersten Runden hinterm Steuer waren einer der besten Momente an diesem Tag. Ich hatte von Beginn an alles unter Kontrolle, als hätte es keine Unterbrechung in meiner Karriere gegeben", schwärmt der 32-Jährige. Er habe sich im Cockpit und bei seinem alten Team sehr "sicher" gefühlt: "Sie bereiteten mir ein tolles Willkommen. Es hat sich angefühlt, als würde man nach Hause kommen. Alles war so vertraut", so Kubica im Interview mit Eleven Sports.

Gleichzeitig gibt er zu, dass auch er vor seinem ersten Formel-1-Test seit über sechs Jahren viele Unsicherheiten verspürte. "Mit meinen Einschränkungen waren da einige Fragezeichen. Ich bin jemand, der gerne alles unter Kontrolle hat. Während des Tests kam ich glücklicherweise sehr schnell an diesen Punkt", jubelt er und hebt die Renault-Truppe hervor, die ihm den Wiedereinstieg mit einem durchdachten Konzept erleichterte. "Es war nicht exakt dasselbe Cockpit, das ich 2011 verlassen habe, aber viele Dinge waren immer noch da. Es sah so aus, als ob es extra für mich gemacht wäre", so der Pole.

Kubica: Alle Antworten bekommen, die ich ich wollte

Am Ende der Runden in Valencia habe eine wesentliche Erkenntnis gestanden: "Ich kann nun ganz ruhig schlafen, weil ich jetzt weiß, dass ich ein Formel-1-Auto fahren kann. Ich kann es schnell fahren und konstant und ich spüre keine großen Einschränkungen durch meine Probleme", bringt es Kubica auf den Punkt. Auch das Feedback aus dem Team sei entsprechend gewesen: "Ein Kerl, mit dem ich 2010 sehr eng zusammengearbeitet habe, sagte zu mir: "Das Wichtigste ist: Du bist noch immer ein Formel-1-Pilot". Das stimmt zwar nicht wirklich - ich stehe nicht in der Startaufstellung - aber es bedeutete mir sehr viel", so der einmalige Grand-Prix-Sieger glückselig.

Klingt fast so, als stünde einem baldigen Comeback nichts mehr im Weg, oder? Kubica will nicht um den heißen Brei herumreden und offenbart: "Es wäre dumm zu sagen, dass ich nun keine neue Ziele habe. Ich habe durch den Valencia-Test einen großen Schub bekommen, mein Selbstbewusstsein ist enorm gewachsen. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Heutzutage darf man nicht zu wählerisch sein. Wird es die Formel 1 sein oder etwas anderes? Ich habe einige Projekte, an denen ich arbeite. Wir werden sehen", macht er seinen Fans Hoffnungen, dass es aus seiner Warte durchaus eine Rückkehr in die Königsklasse geben könnte.

Er selbst möchte in jedem Fall alles daran setzen, auf dem höchsten Level wieder Rennen fahren zu können. "Wenn ich ein Ziel habe, setze ich alles daran, es zu erreichen. Ein Formel-1-Test war das große Ziel der vergangenen 16 Monate. Ich habe es geschafft und alle Antworten erhalten, die ich mir erhofft hatte." Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei seine körperliche Fitness, die laut Kubica noch besser sei, als zu seiner aktiven Formel-1-Zeit.

Gibt ihm Renault weitere Testkilometer?

"Heute hat meine Waage angezeigt, dass ich so leicht bin wie noch nie. Selbst zu meinen besten Zeiten 2008 hatte ich nicht so wenig Gewicht. Ich arbeite mit Hingabe und Leidenschaft", beschreibt er seine physischen Voraussetzungen für eine mögliche Rückkehr. Doch auch mental sei er inzwischen auf alles vorbereitet. "In den vergangenen Jahren habe ich viel über das menschliche Gehirn gelernt. Darüber, wie wenig Grenzen es hat. Und so haben sich die ersten drei Runden in Valencia angefühlt, als wäre ich nur einen Monat nicht mehr im Auto gesessen", sagt er.

So spricht einer, der sich gerüstet fühlt für eine neue Aufgabe in der Königsklasse. Realistisch peilt Kubica nun weitere Tests in einem aktuellen Formel-1-Auto an. Ob es die geben wird, steht noch nicht fest. Renaults Sportdirektor Alan Permane betonte zuletzt gegenüber Autosport: "Das war ein einmaliges Event für Robert."

Zunächst muss der Pole also seinen ehemaligen Rennstall - oder ein anderes Team - davon überzeugen, ihm weitere Kilometer zuzugestehen. Dass er zurückkehren will, daran lässt er keine Zweifel: "Ich glaube nicht, dass ich Probleme mit den neuen Autos hätte: Sie sind in den Kurven schneller, aber so groß ist der Unterschied zu den 2012er-Modellen nicht. Fünf oder zehn Kilometer pro Stunde sollten kein Problem sein", so der 32-Jährige abschließend.

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