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Manor-Team musste Insolvenz anmelden

Die Gespräche des Rennstalls mit potentiellen Investoren sind gescheitert – Insolvenzverwalter will weiteres Antreten ermöglichen.

Manor Racing hat bestätigt, dass es sich in die Insolvenz begeben musste. Nach der Belegschaft wurden nun auch die Medien darüber informiert, dass der Formel-1-Nachzügler zahlungsunfähig ist und die Geschäfte der Mutterfirma (Just Racing Services) ab sofort von einer Londoner Unternehmensberatung geführt werden, die als Insolvenzverwalter fungiert. "Für die Geschäftsführung gab es keine Alternative. Die Entscheidung erfolgte nach monatelangen Verhandlungen mit Investoren und ist ein Versuch, den Rennstall für die Zukunft bestmöglich aufzustellen", hieß es in einer Stellungnahme.

Das Team hat überdies bestätigt, dass Sponsorendeals (offenbar mit dem US-Milliardär Tavo Hellmund und dem indonesischen Ableger einer Fast-Food-Kette) kurz vor dem Zustandekommen gescheitert seien. Manor bedaure dies, sieht die Schuld aber bei den Verhandlungspartnern: "Leider war der Investor nicht in der Lage, sich innerhalb eines Zeitrahmens, der die Vorbereitungen auf die Saison 2017 nicht gestört hätte, auf einen Geschäftsabschluss zu einigen." Insolvenzverwalter Geoff Rowley will derweil keinen der 212 Mitarbeiter kündigen und trotz Zeitnot eine Lösung finden, um Manor in Melbourne an den Start zu bringen.

"Ob das Team teilnimmt, hängt vom Ausgang des Insolvenzverfahrens und der Verhandlungen ab", so der diplomierte Betriebswirt. Ob er selbst als Teamchef fungieren würde, wie dies einst bei Caterham der Fall war, ist offen. Rowley betonte aber, dass Manor eine Finanzspritze benötigte – es wird angenommen, dass Stephen Fitzpatrick, Energieunternehmer und einstiger Retter des Rennstalls, den Geldbeutel diesmal nicht zücken wird. "Obwohl das Team unter dem neuen Besitzer seit Anfang 2015 deutliche Fortschritte gemacht hat, bleibt der Betrieb eines Formel-1-Rennstalls mit massiven Investitionen verbunden", so Rowley.

Manor, damals aufgrund seines ehemaligen Titelsponsors noch als Marussia unterwegs, hatte im Herbst 2014 schon einmal Insolvenz angemeldet. Mit der Unterstützung des nordirischen Unternehmers Fitzpatrick kam der Rennstall unter der Nennung des Einsatzteams im darauffolgenden Winter wie Phoenix aus der Asche zurück. Nach dem Wechsel zu Mercedes-Aggregaten und dem Zukauf weiterer Technik gelang der Anschluss an das Mittelfeld. In der vergangenen Saison griffen Rio Haryanto bzw. Esteban Ocon sowie Pascal Wehrlein für Manor ins Lenkrad.

Die Insolvenz kam nicht völlig überraschend, weil der Hinterbänkler den millionenschweren zehnten Platz in der Konstrukteurs-WM 2016 im vorletzten Rennen um einen Punkt an Sauber verloren hat. Zudem haben Teambesitzer Stephen Fitzpatrick und Geschäftsführer Thomas Meyer bereits in Abu Dhabi über Verhandlungen mit einer unbekannten dritten Partei gesprochen, die neuer Mehrheitseigner werden wollte. Manor Motorsport, das viele Jahre lang in diversen Formelserien und zuletzt in der Langstrecken-WM unterwegs war, hat keine Verbindung mehr zum Formel-1-Team gleichen Namens.

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