Formel 1

Inhalt

Grand Prix von Bahrain

Sainz erhält Strafe für Stroll-Crash

Die Rennkommissare geben Carlos Sainz die Schuld am Unfall mit Lance Stroll: Gridstrafe für Sotchi - Unterschiedliche Meinungen der beiden Fahrer.

Ein altes Sprichwort lautet: Wenn zwei Autos zum gleichen Zeitpunkt den gleichen Platz auf der Strecke beanspruchen, dann gibt es Schrott. In der 13. Runde des Grand Prix von Bahrain kam es in Kurve 1 zu einer Kollision zwischen Formel-1-Rookie Lance Stroll (Williams) und Carlos Sainz (Toro Rosso). Der Spanier hatte gerade seinen Boxenstopp absolviert und steuerte die Innenseite der ersten Kurve an. Stroll fuhr auf der Außenbahn. Als er einlenkte, kam es am Scheitelpunkt der Kurve zum Crash.

Für beide Fahrer war das Rennen beendet. "Ich habe nach links geschaut und Lance gesehen", berichtet Sainz den Unfall aus seiner Sicht. "Ich wusste, dass ich mit ihm um die Position kämpfe. Er fuhr Kurve 1 sehr weit außen an und hat wohl gedacht, dass niemand innen sein würde. Ich habe mich nicht verbremst, sondern bin auf die Innenseite der Kurve gefahren, weil er zu keinem Zeitpunkt eingelenkt hat. Plötzlich zog er nach innen und ich sah, wie er auf mich zukam."

Für Stroll war klar, dass Sainz die Schuld trifft. "Er hat mir komplett den Seitenkasten zerstört", ärgert sich der Kanadier. "Er ist in mich hineingefahren. Ich war in der Bremszone 50 oder 60 Meter vor ihm. Und dann hat er mich abgeschossen, als ich eingelenkt habe. Er ist mir komplett in die Seite gefahren. Ich habe mir das Video angesehen. Es ist lächerlich." Für Stroll war es in seinem dritten Grand Prix der dritte Ausfall.

Hat er Sainz gesehen? "Ich sah, wie er aus der Boxengasse kam, aber er war meilenweit hinter mir. Dann ist er nach innen gefahren, als ich schon in der Kurvenmitte war, und hat mich getroffen", sagt Stroll. Sainz kann diese Aussagen nicht nachvollziehen: "Ich war überzeugt, dass er mich gesehen hat und eine Wagenbreite für mich Platz lässt. Wenn er die Kurve außen gefahren wäre, wäre er nach der Kurve ohnehin vor mir gewesen. Aber er hat das nicht getan."

Sainz versteht Stroll nicht: Warum hat er nicht Platz gelassen?

"Ich glaube, er hat mich nicht gesehen", meint Sainz und schüttelt den Kopf: "Wenn er sagt, dass er mich gesehen hat, dann verstehe ich nicht, warum er mir nicht Platz gelassen hat. Das ist die Formel 1. Ich sah eine Lücke und bin hineingestochen. Ich habe mich nicht verbremst oder so. Ich platzierte das Auto auf der Innenseite." Die Rennkommissare rund um Ex-Rennfahrer Danny Sullivan zitierten die beiden nach dem Rennen zu sich, um den Unfall zu beleuchten.

Dabei unterstützten sie die Sicht von Stroll und sahen die Schuld bei Sainz. In der Urteilsbegründung heißt es: "Das Videomaterial zeigt, dass Auto 18 auf der normalen Rennlinie fuhr. Auto 55 kam aus der Boxengasse und versuchte in Kurve eins ein sehr optimistisches Überholmanöver. Die Rennkommissare kommen deswegen zu dem Schluss, dass der Fahrer von Auto 55 überwiegend die Schuld an diesem Unfall trägt."

Sainz wird beim nächsten Rennen in Russland in der Startaufstellung um drei Plätze zurückversetzt. Außerdem erhält er zwei Strafpunkte. Damit hält der Spanier in den vergangenen zwölf Monaten nun bei sieben Strafpunkten. "Es ist natürlich ein Wochenende zum Vergessen", zieht er ein enttäuschendes Fazit. "Das Rennen war bis dahin sehr gut, ich konnte in der ersten Runde fünf Autos überholen. Ich hätte um ein Ergebnis in den Top 10 kämpfen können. Aber so ein Rennunfall kann ein- oder zweimal pro Jahr passieren. Punkte waren in Reichweite. Jetzt ist es ein DNF und ein schlechtes Wochenende für uns."

Drucken
Doppelte Ohrfeige für Bottas Doppelte Ohrfeige für Bottas RBR chancenlos RBR chancenlos

Ähnliche Themen:

11.02.2017
Formel 1: News

Die Warnung, dass Lewis Hamilton Karrieren zerstöre, nimmt Valtteri Bottas auf die leichte Schulter - Er selbst sei nämlich auch kein Kind von Traurigkeit.

01.02.2017
Formel 1: News

Ex-Mercedes-Mann Lowe wird seine Arbeit bei Williams wohl per 1. März aufnehmen, aber nicht nur für die Technik verantwortlich sein.

07.07.2013
GP von Deutschland

Red Bull Racing muss für „Unsafe Release“ 30.000 Euro zahlen – ein Kameramann wurde vom Rad Webbers getroffen und erlitt schwere Verletzungen.

Grand Prix von Bahrain

+ Nachberichte

Sonntag

+ Samstag

+ Freitag

+ Vorberichte

(Un-)berechenbarer Staat Motorensymposium: Diesel unverzichtbar

Hans Peter Lenz erteilt Diesel-Verboten in seiner Eröffnungsrede zum 38. Wiener Motorensymposium eine Absage: "Staat muss berechenbar sein".

Happy Birthday Techno Classica: Porsche feiert den 928

Auf der Techno Classica feiert Porsche einen wichtigen Geburtstag: 40 Jahre 928. Das Modell war 1977 der erste Gran Turismo der Marke.

Radikal nostalgisch Triumph Bonneville Bobber - im Test

Cooles Design gehört bei Triumph dazu. Mit der neuen Bonneville Bobber haben die Briten ein echtes Custom-Werksmodell auf die Räder gestellt.

Glamour-SUV Erster Blick: Range Rover Velar

"Modern, elegant und mit einem Touch Glamour." So treffend beschreibt Chef-Designer Gerry McGovern den neuen Range Rover Velar.