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Grand Prix von Bahrain

T-Flügel: Muss die FIA das Teil verbieten?

Stellt ein abgebrochener T-Flügel eine Gefahr dar und sollte er aus Kostengründen verboten werden? - Die Meinungen in der Formel 1 gehen auseinander.

Der vor allem ästhetisch umstrittene T-Flügel ist nach dem ersten Trainingstag in Bahrain erneut unter Beschuss geraten. So wie im China-Training brach dieser Zusatzflügel, der auf der Motorabdeckung vor dem Heckflügel montiert ist, erneut beim Mercedes von Valtteri Bottas ab und blieb auf der Ideallinie liegen. Anschließend fuhr Max Verstappen mit vollem Tempo darüber und beschädigte sich den Unterboden, der später an der Box getauscht werden musste.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner nimmt diese Situation zum Anlass, auf ein Verbot dieses T-Flügels zu pochen. "Die Schäden haben heute ungefähr 50.000 Pfund ausgemacht, also denke ich, der Flügel sollte aus Sicherheits- und Kostengründen verboten werden", unterstreicht der Brite in der Teamchef-Pressekonferenz seine Meinung. 50.000 britische Pfund sind umgerechnet rund 59.000 Euro.

Abgesehen vom Kostenfaktor ist nicht auszudenken was passiert, sollte so ein abgebrochener Flügel einmal einen Fahrer am Helm treffen. Was eine deutlich kleinere Feder anrichten kann, unterstrich der Massa-Unfall in Budapest 2009. "Es ist überraschend, denn wir haben extrem viele Kilometer ohne Probleme zurückgelegt", nimmt Mercedes-Technikdirektor James Allison Stellung. "Ich vermute, dass es an einem kleinen Defekt bei der Herstellung liegt. Wir müssen die Struktur verstärken und sicherstellen, dass das am Samstag und Sonntag nicht noch einmal vorkommt."

Bottas: Auswirkungen des T-Wings gering

"Der ist jetzt schon ein paar Mal weggeflogen. Wir versuchen herauszufinden, warum das passiert", kommentiert Bottas den erneuten Verlust des Zusatzflügels. "Von der Performance her macht das keinen großen Unterschied. Aber Kleinigkeiten können in diesem Jahr den Ausschlag geben." Auf die Frage, warum es erneut zu diesem Defekt gekommen sei, antwortet der Finne. "Wir haben das beim letzten Mal verändert, und danach war es gut. Hier ist es aber viel heißer, weswegen wir neue Probleme haben. Ich bin aber sicher, dass wir es auch hier in den Griff bekommen."

Dieser T-Flügel spielt bei der Gesamtperformance des Autos nur eine untergeordnete Rolle. Da der Heckflügel in diesem Jahr deutlich tiefer liegt, wird mit Hilfe des T-Flügels der Luftstrom zum Heckflügel optimiert. Red Bull verzichtet darauf, weil man bei der Philosophie des RB13 auf ein schlankes Fahrzeug setzt, um den Luftwiderstand zu minimieren und man damit den Leistungsnachteil des Renault-Antriebs einigermaßen ausgleichen will.

Dass Red Bull nicht auf einen T-Flügel setzt, will Horner nicht als Verbotsgrund seinerseits verstanden wissen: "Es geht nicht darum, dass wir keinen einsetzen. Es ist eine unglückliche Situation. Das Teil ist abgefallen und Max war das erste unglückliche Opfer, das im Renntempo dort vorbeigekommen ist. Es hat großen Schaden an der Unterseite des Autos verursacht. Es ist eine dieser unglücklichen Vorkommnisse."

Günther Steiner glaubt nicht an ein Verbot

Die FIA äußerte sich am Freitag nicht zu diesem Vorfall. Allerdings griffen die Rennkommissare schon in Melbourne ein und wiesen Haas F1 an, den T-Flügel abzumontieren, da er extrem wackelte. "Wir haben ihn nicht verloren", hält Teamchef Günther Steiner in Bahrain fest. "Wir wurden darum gebeten, ihn zu verstärken. Es war bei uns nie ein Sicherheitsrisiko. Ihnen gefiel nicht, wie sich unserer verbogen hat. Wir mussten die Finne mehr als den T-Wing verstärken."

Der Südtiroler glaubt auch nicht, dass die FIA den T-Flügel mit dem Argument Sicherheit verbieten wird: "Es wurden auch schon früher Teile verloren. Ich glaube, die FIA muss mit Mercedes klären, wie sie ihr Problem lösen. Ich kann dazu nichts sagen, weil ich nicht weiß, was bei ihnen gebrochen ist. Aber wie viele Leute haben schon einen Flügel verloren? Wir zählten im Vorjahr dazu und der Frontflügel wurde auch nicht verboten. Wir haben das Problem gelöst. Toro Rosso hatte voriges Jahr einige Probleme mit den Felgen, aber Felgen wurden auch nicht verboten."

Letztendlich liegt die Entscheidung bei der FIA. Kommt man zu dem Erkenntnis, dass die T-Flügel eine potenzielle Gefahr darstellen, könnten sie verboten werden. Steiner glaubt anhand seiner Beispiele aber nicht, dass es dazu kommen wird: "Nur weil es ein T-Wing ist und jemand sagt, ihm gefällt das nicht, müssen wir sie nicht entfernen. Die FIA wird eine qualifizierte Entscheidung treffen, was sie in Zukunft machen wollen."

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