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Grand Prix von Australien 2012

„Habe ein paar Leute, die an mich glauben“

Nicht Kimi Räikkönen lieferte ein grandioses Comeback im Qualifying, sondern sein Teamkollege Romain Grosjean, der Platz drei erobern konnte.

Wenn man vor Melbourne jemandem gesagt hätte, dass ein Lotus-Fahrer nach zwei Jahren Abwesenheit aus der Formel 1 im Qualifying den dritten Startplatz erzielen würde, dann hätten wohl die meisten spontan auf Kimi Räikkönen getippt.

Doch nicht der "Iceman", sondern Romain Grosjean sorgte heute für das Comeback des Tages.

Der 25-jährige Franzose hatte 2009 zur Saisonmitte Nelson Piquet jun. bei Renault beerbt, damals aber an der Seite von Fernando Alonso nicht den Funken einer Chance.

Für 2010 fand er kein Cockpit mehr - und als er plötzlich Sportwagen-Rennen fuhr, schien seine Karriere in der Königsklasse schon so gut wie beendet.

Doch Grosjean startete einen neuerlichen Anlauf, wechselte wieder in die GP2 und wurde in dieser 2011 souverän Meister.

Von Boullier zweite Chance erhalten

Lotus-Teamchef Eric Boullier, gleichzeitig Chef des Gravity-Fahrerkaders, dem Grosjean angehört, verhalf seinem Schützling daraufhin zur zweiten Chance und setzte ihn erneut ins Formel-1-Cockpit.

"Ich habe ein paar Leute, die an mich glauben", strahlt die heutige Qualifying-Sensation bis über beide Ohren. "Ich bin wieder da - und das fast ganz vorne! Es ist schön, wieder in der Formel 1 zu sein, und dieses Ergebnis ist fantastisch für das Team."

Grosjeans Q3-Runde, mit der er Michael Schumacher noch vom dritten Platz verdrängte, war kein Zufall: In Q1 hatte er Rang drei belegt, in Q2 Rang fünf. Außerdem war er in drei von vier Sessions schneller als Räikkönen.

Woher dieser Speed kommt? "Ein bisschen von überall", entgegnet der Franzose. "Ein bisschen von mir selbst, denn ich lernte die Strecke heute im Trockenen kennen, und das Auto funktioniert auch sehr gut."

In schwierigen Zeiten nie aufgegeben

Der dritte Startplatz sei der Lohn dafür, auch in schwierigen Zeiten nicht aufgegeben zu haben: "Das ist die Lektion des Tages", fühlt sich Grosjean in seiner Hartnäckigkeit bestätigt.

"Ich bin sehr stolz darauf, heute hier zu sein. Es war eine schwierige Zeit, aber ich bin stolz darauf, Mitglied des Lotus-Teams zu sein. Die Atmosphäre ist sehr gut und wir haben im Winter gut gearbeitet. Es ist kein Traum mehr, sondern wir haben es wirklich geschafft!"

"Morgen werden wir versuchen, das Beste aus dem Rennen zu machen - und dann auch in den nächsten Rennen gut abzuschneiden", kündigt Grosjean an. "Die Wintertests sind sehr gut gelaufen. Jetzt hoffe ich, dass es so weitergeht, denn das wäre eine wirklich schöne Geschichte. Wenn es uns gelingt, zu jedem Rennen ein paar neue Teile zu bringen, dann können wir die Jungs da vorne hoffentlich ein bisschen ärgern."

Räikkönen: "Ein scheiß Start"

Es war nur ein kurzes Gastspiel des Formel-1-Rückkehrers: Kimi Räikkönen wurde im Qualifying zum Großen Preis von Australien nämlich rasch ein Zuschauer.

Der Lotus-Pilot kam auf eine Rundenzeit von 1:27.758 Minuten und blieb damit bereits an der ersten Hürde hängen. Startplatz 18, weitab von den eigenen Ansprüchen und den Hoffnungen der Fans. Doch Räikkönen selbst nimmt es gelassen.

"Wir müssen schauen, wie wir jetzt wieder reinkommen. Noch läuft eben nicht alles nach Plan", sagt der finnische Rennfahrer in einer ersten Stellungnahme. "Das Auto ist gut und auch das Tempo ist da. Ich muss nur meine Runde zusammenkriegen - und das hat halt nicht gepasst. Das ist jetzt natürlich ein scheiß Start, aber so ist es halt", meint Räikkönen.

Aber was ist im Qualifying konkret passiert? "Auf einer Runde, mit der wir es mit Leichtigkeit hätten schaffen können, unterlief mir ein Fehler", sagt Räikkönen und erläutert die Umstände dieses kleinen Fauxpas'. "Ich kam von der Linie ab. Es wäre noch möglich gewesen, einen weiteren Versuch zu absolvieren, doch das schaffte ich dann nicht mehr. Eigentlich hätte die Runde halt okay sein müssen. Es war aber kein großes Problem."

"Ich nahm etwas Tempo heraus, denn wir hätten noch die Zeit für eine weitere Runde haben sollen", meint Räikkönen. "Das war aber wohl nicht der Fall. Niemand sagte mir, dass ich mich beeilen müsste, als ich langsam machte. Es gibt jetzt aber keinen Grund, eine Schuldzuweisung zu tätigen, denn alle sind genauso enttäuscht wie ich."

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