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Grand Prix von Australien 2012

„Manche täuschen sich in ihm“

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hält eine Lobrede auf den motorline.cc-Klassenprimus Jenson Button, der in Melbourne souverän siegte.

Am Samstag die schnellsten Rundenzeiten im Qualifying, am Sonntag der Sieg. Das Auftaktwochenende der neuen Formel-1-Saison in Melbourne dürfte ganz nach dem Geschmack von McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh gewesen sein.

Der Brite hatte allerdings vor dem Start des Rennens kleine Sorgen. "Wenn wir beide Autos heil durch die erste Kurve bekommen, dann bin ich schon glücklich", sagte er vor dem ersten Grand Prix des Jahres gegenüber Sky Sports.

"Ich habe den beiden vor dem Start nichts mehr mit auf den Weg gegeben. Die beiden wissen schon, dass sie sich nicht gegenseitig in der ersten Ecke abschießen sollten. Ich habe da vollstes Vertrauen", so Whitmarsh vor der Jagd im Albert Park.

Whitmarshs Vertrauen wurde beim Start allerdings auf eine Probe gestellt. Polemann Lewis Hamilton kam nicht perfekt weg, Jenson Button schnappte sich seinen Teamkollegen.

"Jenson hatte den besseren Start und konnte vorbeiziehen. Danach konnten wir das Tempo kontrollieren. Die Performance war vorhanden. Ein bisschen problematisch war das Safety-Car für uns, denn dadurch kam Sebastian an Lewis vorbei. Auf dieser Strecke ist es schwierig, einen anderen zu überholen", schildert Whitmarsh nach dem Rennen.

Der McLaren-Teamchef hatte bis zu jenem Zeitpunkt auf einen Doppelsieg gehofft. "Unzufrieden sind wir nach Platz eins und drei natürlich nicht", winkt er im Gespräch mit RTL ab.

"Jenson hat den Sieg ganz klar verdient", stellt Whitmarsh klar. "Er hat seine Reifen geschont, hat keine Fehler gemacht und er hat sich auch nicht ins Bockshorn jagen lassen, als Sebastian hinter ihm war. Sobald Sebastian später näher kam, hat Jenson wieder ein bisschen mehr auf die Tube gedrückt. Wir mussten etwas Sprit sparen. Dann muss man intelligent handeln und darf nicht in Panik geraten."

Nach der Zieldurchfahrt jubelte Button per Funk mit den Worten "Welcome to 2009" - eine klare Ansage, dass er seinen Titelgewinn aus jenem Jahr nun wiederholen möchte.

"Jenson will die WM gewinnen und hat heute auf diesem Weg perfekt angefangen. Manche Leute haben den Eindruck, der wolle gar nicht groß kämpfen, weil er immer so entspannt auftritt. Man täuscht sich in ihm vielleicht", sagt sein Teamchef.

"Jenson will den Titel ganz gewiss, er ist extrem erfolgshungrig. Man sieht das auch daran, dass er die schnellste Rennrunde markiert hat. Er wird immer noch stärker", meint Whitmarsh, der am Ende etwas Mitleid mit dem drittplatzierten Hamilton hatte.

"Jeder Rennfahrer will gewinnen. Wenn er das nicht schafft, ist er nicht zufrieden. Wenn dann gleichzeitig der Teamkollege gewinnt, wird die Sache noch schlimmer. Lewis hat es am Start nicht ganz hinbekommen, aber in der nächsten Woche ist er wieder ganz vorne dabei."

Der McLaren-Teamchef geht fest davon aus, dass sein Team im Kampf gegen Red Bull Racing auch in Sepang bestehen kann.

"Das Interessante bei den Tests war die Erkenntnis, dass wir im vergangenen Jahr die Traktion hatten und Red Bull in den schnellen Kurven besser war - nun ist es genau umgekehrt. Wenn diese Tendenz bestätigt wird, dann haben wir auch in Malaysia gute Karten. Das wird interessant", meint der Brite vor dem zweiten Grand Prix in einer Woche.

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