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Grand Prix von China 2012 | 13.04.2012
Hamilton mehr als eine Sekunde vor der Konkurrenz
Das erste freie Training in Schanghai konnte Lewis Hamilton für sich entscheiden, gefolgt von den beiden Mercedes auf den Plätzen Zwei und Drei. Vettel auf Platz Sieben
Bei wechselhaften Wetterbedingungen scheint sich zu Beginn des Rennwochenendes in China im Vergleich zu Malaysia nicht allzu viel geändert zu haben: Bestzeit von Lewis Hamilton (1:37.106 Minuten).
Hamilton benötigte auf der schneller werdenden Strecke gerade mal sieben Runden, um den Rest der Welt um mehr als eine Sekunde zu deklassieren, und war damit der "faulste" Pilot - mit Ausnahme seines Teamkollegen Jenson Button, der mit gut zwei Sekunden Rückstand Achter wurde.
"Es ist frustrierend, denn wir hatten ein Messgerät ans Heck geschraubt, um möglichst viele Daten zu sammeln. Bei diesen Bedingungen geht das nicht, da lernt man zu wenig", ärgert sich Teamchef Martin Whitmarsh über das Wetter.
McLaren fährt übrigens mit einem neuen Unterboden - und Hamilton immer noch mit jenem Getriebe, das wahrscheinlich noch gewechselt werden muss. "Ich fürchte, es ist zu 99 Prozent sicher, dass wir es wechseln müssen, aber derzeit ist noch das richtige Getriebe drin", bestätigt Whitmarsh. "Die finale Entscheidung werden wir heute Abend treffen. Eine sehr, sehr kleine Chance gibt es, ja. Dafür müsste ein Wunder passieren."
Hinter Hamilton sicherten sich die Mercedes-Piloten Rosberg/Schumacher die Plätze zwei und drei, gefolgt vom Sauber-Duo Perez/Kobayashi und den Red-Bull-Stars Webber/Vettel. Beim Weltmeister-Team wurde intensiv gearbeitet: "Wir fahren heute eine Evaluierung einer früheren Auspuffspezifikation", sagt Teamchef Christian Horner. "Der Freitag ist die einzige Gelegenheit, so etwas zu testen, also haben wir uns entschieden, die verschiedenen Aero-Eigenschaften miteinander zu vergleichen."
"Mark kommt mit dem Auto seit dem Update sehr gut zurecht, Seb weniger", erklärt Horner, warum Red Bull nur den Vettel-RB8 auf die Barcelona-Spezifikation zurückgebaut hat. Ansonsten gibt es auch "ein paar neue Kleinigkeiten, aber das sind nur Details", schränkt der Brite ein. Technische Probleme gab es gegen Ende der Session, als Vettel am Boxenfunk meldete: "Mein DRS funktioniert nicht mehr." Genau wie übrigens auch bei Kimi Räikkönen, dessen Lotus-Team (freiwillig) frühzeitig in die Mittagspause ging.
Probleme traten beim Retourklappen des Heckflügels auf, weshalb Räikkönen DRS manuell deaktivieren musste. Lotus wartet dieses Wochenende übrigens mit einer ganzen Reihe neuer Teile auf: Unterboden, Frontflügel, Spurstangen, Motorenabdeckung, Barge-Boards. "Das sollte zwei Zehntel bringen", twittert das Team. Auch Ferrari testete neue Teile, einmal mehr mit gelber FloViz-Farbe am Heckflügel, um Luftströmungen sichtbar zu machen.
Fernando Alonso und Felipe Massa schafften dennoch nicht den Sprung in die Top 10, hatten je rund drei Sekunden Rückstand. Die Positionen neun und zehn sicherten sich die ebenfalls Ferrari-befeuerten Toro-Rosso-Junioren Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne. Ricciardo war mit 16 Runden der fleißigste Pilot der Session. Auf ein paar Runden kamen indes auch die Freitagstester Valtteri Bottas (13./Williams), Giedo van der Garde (19./Caterham) und Jules Bianchi (20./Force India).
Für Bianchi musste Paul di Resta zuschauen. "Schade, aber das ist die Philosophie des Teams", meint der Brite. "Ich kann das schon verstehen, schließlich habe ich auch auf diesem Weg ins Stammcockpit gefunden." Und er kündigt an: "Wir haben ein paar aerodynamische Updates, aber ein größeres Update erwarten wir dann für den Mugello-Test." Teamkollege Nico Hülkenberg belegte mit den neuen Teilen zum Auftakt Rang 14. Rückstand: 3,222 Sekunden.
Neue Teile gab es sogar für Marussia-Speerspitze Timo Glock: "Wir haben die ersten Tests damit absolviert, sind deswegen relativ früh rausgefahren, um mit den Trockenreifen den einen oder anderen Aerodynamik-Run machen zu können", berichtet der 18. des Regentrainings. "Wir haben ein paar Kleinigkeiten am Frontflügel und am Unterboden und das eine oder andere kleine Teil, das mehr Abtrieb bringt. Wir hoffen, dass das wieder eine kleine Verbesserung gibt."
Am Nachmittag werden wieder alle Stammpiloten zum Einsatz kommen - und zwar voraussichtlich ohne Einschränkungen, denn obwohl die Bedingungen so schlecht waren, dass in der ersten halben Stunde keine einzige Zeit gefahren wurde, produzierten die 24 Piloten keinen Schrott. Außerdem sind die bisher erzielten Zeiten enorm schwierig einzuschätzen, weil die Bedingungen am Ende praktisch mit jeder einzelnen Runde besser wurden und es vor allem auf das richtige Timing ankam.
1. Freies Training - Ergebnis
1. Lewis Hamilton McLaren-Mercedes 1:37.106 2. Nico Rosberg Mercedes 1:38.116 3. Michael Schumacher Mercedes 1:38.316 4. Sergio Perez Sauber-Ferrari 1:38.584 5. Kamui Kobayashi Sauber-Ferrari 1:38.911 6. Mark Webber Red Bull-Renault 1:38.977 7. Sebastian Vettel Red Bull-Renault 1:39.198 8. Jenson Button McLaren-Mercedes 1:39.199 9. Daniel Ricciardo Toro Rosso-Ferrari 1:39.748 10. Jean-Eric Vergne Toro Rosso-Ferrari 1:39.768 11. Fernando Alonso Ferrari 1:40.056 12. Felipe Massa Ferrari 1:40.153 13. Valtteri Bottas Williams-Renault 1:40.298 14. Nico Hulkenberg Force India-Mercedes 1:40.328 15. Pastor Maldonado Williams-Renault 1:40.540 16. Heikki Kovalainen Caterham-Renault 1:41.071 17. Romain Grosjean Lotus-Renault 1:41.204 18. Timo Glock Marussia-Cosworth 1:42.330 19. Giedo van der Garde Caterham-Renault 1:42.521 20. Jules Bianchi Force India-Mercedes 1:44.118 21. Pedro de la Rosa HRT-Cosworth 1:44.227 22. Charles Pic Marussia-Cosworth 1:44.500 23. Narain Karthikeyan HRT-Cosworth 1:47.204 24. Kimi Raikkonen Lotus-Renault 1:50.465







