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Grand Prix von Großbritannien 2010

Neue Strecke, neue Bauteile

Für viele im Fahrerlager steigt am Wochenende der Heim-Grand Prix – Silverstone wartet erstmals mit neuer Streckenführung auf. McLaren mit neuem Diffusor.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: www.silverstone.co.uk, Photo4

Am kommenden Wochenende kehrt die Formel 1 quasi in ihr „Mutterland“ zurück – denn der Rennsport war oder ist einfach zu einem großen Teil in England zu Hause, er wurde dort ja auch so gut wie „erfunden“.

So ist es auch kein Wunder, wenn ein Christian Horner, seines Zeichens Red Bull Racing-Teamchef, bereits in Valencia gemeint hat: „Wir freuen uns jetzt sehr auf unseren Heim-Grand Prix.“ Natürlich ist RBR ein österreichisches Team, fährt mit österreichischer Lizenz - trotzdem stammt die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter aus Großbritannien. Das ist auch bei Mercedes Grand Prix nicht anders, oder bei Force India. Und auch Renault ist letztendlich im britischen Enstone stationiert.

Der Große Preis von England ist also irgendwie für beinahe alle Beteiligten oder sagen wir für einen großen Teil der Belegschaft das Heimrennen – der mediale Druck, der auf den Lokalmatadoren lastet, wird dadurch jedoch keinesfalls geringer…

Hamilton & Button im Fokus

Die britische Presse hat sich natürlich auf McLaren und die beiden britischen Weltmeister Lewis Hamilton und Jenson Button eingeschworen. Manchen scheint es nicht zu gefallen, dass die beiden bislang recht gut miteinander ausgekommen sind. Schließlich führen Hamilton und Button mit nur sechs Punkten Unterschied die aktuelle WM-Tabelle an.

Der britische Ex-Weltmeister Damon Hill erklärte, die Situation im „britischen Nationalteam“ könnte bald schon „überkochen“. Silverstone markiere die Saisonhalbzeit und von da an „sei nur noch Raum für einen Fahrer in jedem Team“, sagt Hill. Um sich gleich selbst zu widersprechen, denn bei McLaren würde seiner Meinung nach „ein offener Wettkampf im Team“ möglich sein. Am Ende ist es also heiße Luft, die hier kommuniziert wird…

McLaren mit großem Upgrade

Heiße Luft ist aber aus einer technischen Perspektive heraus betrachtet von großer Bedeutung am kommenden Wochenende. Denn McLaren-Mercedes bringt in Silverstone erstmals einen so genannten „angeblasenen Diffusor“ zum Einsatz, wie ihn RBR seit Saisonbeginn sowie Ferrari, Mercedes und Renault seit Valencia am Auto haben.

McLaren erhofft sich somit, die Vorteile des RB6 endgültig egalisiert zu haben. Christian Horner wiederum meinte gegenüber Auto, Motor und Sport beiläufig: „Die Vorteile unseres Diffusors werden von unseren Rivalen total überbewertet.“ Es würde sich dabei nur um einen Vorteil von zwei bis drei Zehntelsekunden handeln, fügte der Brite hinzu. Die schnellen Kurven des Silverstone Circuit sollten jedenfalls den Teams mit F-Schacht und neuem Diffusor entgegenkommen.

Nicht nur McLaren bringt in Silverstone eine neue Ausbaustufe an den Start. Das britische Traditionsteam Williams wird erstmals an beiden Autos einen F-Schacht einsetzen und auch ein erneuerter Auspuff kommt zum Einsatz. Bei Virgin erhofft man sich vom Upgrade gleich eine volle Sekunde. Lotus setzt die letzte Ausbaustufe des aktuellen T127 ein, danach wird am nächstjährigen Fahrzeug gebastelt. Auch der Ferrari F10 weist zahlreiche neue Bauteile auf, darunter ein neues Getriebe und neue Hinterradaufhängungen. Auch Sauber und Force India haben Modifikationen angekündigt.

Neues Streckenlayout

Prinzipiell sei Silverstone immer noch ein schneller Kurs, so lautet die einhellige Meinung der Experten – allerdings wurde die Kultrennstrecke heuer bekanntlich massiv umgebaut. Die Formel 1-Protagonisten lobten erleichtert das neue Layout: Man habe die ersten beiden Drittel der Rennstrecke belassen, nur das letzte Drittel sei neu gestaltet worden, was allgemein im Interesse der Tradition begrüßt wurde.

Wesentlich ist: Die „Abbey“-Kurve führt nicht mehr nach links, sondern nach rechts, wo ein kurvenreicher Abschnitt weit in das Infield der Strecke führt. Auch sehr sympathisch: Die neuen Kurven wurden nicht nur kaltherzig durchnummeriert, wie das heute modern ist, nein, sie erhielten Namen wie „Farm Curve“, „“Village Corner“ und „The Loop“. Nach der „Aintree“-Kurve folgt die neue „Wellington“-Gerade, die dann in die altbekannte „Brooklands“-Kurve mündet. Mit der neuen Streckenführung erhöhte sich die Distanz von 5,1 auf 5,9 Kilometer. Vergleichswerte gibt es auf den neuen Streckenteilen selbstverständlich keine, die Teams werden in den freien Trainingseinheiten so viele Runden wie möglich drehen.

RBR will aufholen

In der Fahrerwertung könnten die ersten vier Piloten theoretisch mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen – vorne liegen die beiden McLaren-Piloten Hamilton (127 Punkte ) und Button (121), dahinter die beiden RBR-Piloten Vettel (115) und Webber (103).

Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz hat noch einmal bekräftigt, dass er sich von seinem Team ganz klar den Gewinn der Weltmeisterschaften erwarten würde. Alles andere wäre angesichts der umfangreichen Ressourcen unlogisch, erklärte der Boss des Flügelverleihkonzerns sinngemäß. Er sei mit den Piloten und dem Auto zufrieden, nicht aber mit dem aktuellen Punktestand. Dieser soll in England weiter „korrigiert“ werden. De facto spricht nichts gegen eine weitere Überlegenheit des RB6, allerdings muss man das oben erwähnte Upgrade von McLaren respektive dessen Effizienz abwarten.

Im Vorjahr konnten Sebastian Vettel und Mark Webber einen umjubelten Doppelsieg einfahren. 41 Sekunden dahinter überquerte Rubens Barrichello im Brawn (heute Mercedes) die Ziellinie…

Trocken, aber nicht heiß

Vor einem „typisch britischen“ Wetter muss sich laut den Meteorologen am kommenden Wochenende niemand fürchten – die Prognosen sprechen von Bewölkung, allerdings sei an keinen der drei Tagen mit Niederschlägen zu rechnen.

Aber auch vor einem Hitzerennen muss sich den Prophezeiungen zufolge kein Pilot fürchten: Am Rennsonntag soll es maximal 20 Grad Celsius haben, lediglich am Samstag beim Qualifying soll die Quecksilbersäule auf 26 Grad steigen.

GP Live am Wochenende

GP Live ist der Echtzeitkommentar von motorline.cc – so können Sie an jedem Ort, an dem es Internet gibt, das Grand-Prix-Wochenende live mitverfolgen. Oder Sie lesen den Kommentar als unterhaltsame Ergänzung zur TV-Übertragung.

Freitag, 9. Juli 2010, ab 15.00 Uhr: GP von Großbritannien, das 2. Freie Training. Kommentar: Michael Noir Trawniczek.

Samstag, 10. Juli 2010, ab 13.50 Uhr: GP von Großbritannien, das Qualifying. Kommentar: Michael Noir Trawniczek

Sonntag, 11. Juli 2010, ab 13.45 Uhr: GP von Großbritannien, das Rennen. Kommentar: Michael Noir Trawniczek

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McLaren visiert den Heimsieg an McLaren visiert den Heimsieg an Die besten Bilder Die besten Bilder

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