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"Formula Student" einmal anders

Solche Lehrer hätten wir uns gewünscht: Das TGM unterstützt einen seiner Schüler tatkräftig bei einem Projekt für den Histo-Cup.

Das TGM Wien hat ein Herz für den Motorsport. Da gibt es zum Beispiel Projekte wie das Elektro-Superbike, das heuer auf der Isle of Man den 5. Platz im Rennen für E-Motorräder geschafft hat. Auch einige Renn- und Rallyeteams aus dem Umland bedienen sich der technischen Einrichtungen der Schule, wie z.B. des Rollenprüfstandes.

Ein Schüler zeigt das Emblem des TGM stolz auf seinem Rennfahrzeug. Georg Gruber startet mit seinem VW Polo des Jahres 1975 im Histo-Cup. Im Zuge des Tages der offenen Tür wurde das Rennfahrzeug, das in der Lehrwerkstätte auch sozusagen Teil des praktischen Unterrichts geworden ist, ausgestellt.

Die Schule in Wien 20 unterstützt das Projekt Polo bereits seit Beginn des Jahres, jetzt "outet" sich das TGM sozusagen deutlich mit Aufklebern am Fahrzeug. Die übrigens etwas größer sein könnten, denn Sponsorkonflikt gibt es ja – leider – keinen! Dem Image des TGM sind solche Projekt sicher nicht abträglich.

Junger Mann & junggebliebenes Auto

Georg Gruber kommt aus einer motorsportbegeisterten Familie, er fährt seit seinem 10. Lebensjahr selbst im Kart. Während seine Schwester derzeit immer noch in der Kartszene erfolgreich ist, hat er jetzt ein festes Dach überm Kopf.

"Das Auto ist das ehemalige Slalomauto meines Vaters. Wir haben das Äußere selbst gemacht, zum Beispiel die Sicherheitseinrichtungen erneuert; beim Antrieb haben wir dann professionelle Hilfe gebraucht. Die Schule hat beim Aufbau des Autos sehr geholfen. Ohne Fachlehrer Göth wäre der Motor nicht so schnell fertig gewesen. Ohne Abteilungsvorstand Schranz bekäme ich nicht freitags frei.

Es ist im Prinzip noch der originale Motor des Jahres 1975, nach Tuning leistet er leistet jetzt ungefähr 100 PS, das bei einem Fahrzeuggewicht von ca. 700 Kilo. Für Georg Gruber wird es 2010 die zweite Saison im Histo-Cup, und vielleicht ändert sich dann auch die in der 1.300er-Klasse heuer chronische Abwesenheit der Konkurrenz: "Es schaut so aus, als würden ein oder zwei Konkurrenten dazukommen!"

Lehrplan und mehr

Der Lehrkörper der Schule zeigt grundsätzlich immer Bereitschaft für solche und ähnliche Projekte, sofern sie zum Lehrstoff passen: "Ein gewisser roter Faden muss sich durch den Unterricht ziehen, damit alle gleich viel lernen", erklärt Dipl. Fachlehrer Peter Göth.

Die bestens ausgerüstete Werkstatt darf nur zu Zwecken der Ausbildung verwendet werden, nicht zum privaten Zangeln. Deshalb wird das Auto Tei ldes Unterrichts: "Wir machen beispielsweise im Zuge der Ausbildung im 3. Jahrgang Motorentechnik und auch eine komplette Motorenreparatur durch. Im Zuge dessen haben wir mit einer Gruppe von Schülern diesen Motor wieder aufgebaut. Das ist im Schulalltag mitgelaufen – denn Viertaktmotor ist Viertaktmotor."

Das persönliche Engagement der Lehrer geht über den Unterrichtsbetrieb aber hinaus:

"Da wird nicht um 16 Uhr alles fallengelassen. Wir sind ja auch persönlich an diesem Auto schon interessiert, es ist unser Hobby geworden. Da schaut man nicht auf die Stunden. Wenn dann Erfolge herauskommen, freut es uns noch viel mehr."

Die Noten müssen stimmen!

Dazu gibt es auch gewisses zeitliches Entgegenkommen, denn die meisten Rennen des Histo-Cup finden ja im Ausland statt. Die eine oder andere Freistellung vom Unterricht ist da vonnöten, damit Gruber zu den Rennen reisen kann.

"Diese Rahmenbedingungen kann nur unser Chef schaffen" – und das ist der Leiter der Abteilung für Maschinenbauwesen, Dipl.Ing. Herbert Schranz. Er nennt gleich eine wichtige Vorbedingung - die Noten müssen stimmen:

"Man tut sich leichter, Großzügigkeit zu zeigen, wenn der Schüler gewisse Leistungen bringt. Wenn die Sache dann einigermaßen mit dem Unterricht zusammenpasst – und in diesem Fall ist der Zusammenhang leicht herzustellen – gibt es von meiner Seite keinen Einwand." - Das TGM Wien bringt sich mit den technischen Möglichkeiten der Lehrwerkstatt und mit zeitlichem Entgegenkommen ein.

Die zeitlichen Ressourcen im Rahmen des Unterrichtes sind knapper, als man vermuten möchte: "Die Abteilung für Maschinenbau ist eine der Abteilungen, auch im 3. Jahrgang noch einen kompletten Werkstättentag haben. Einen Motor zu zerlegen oder Teilreparaturen durchzuführen geht nur, wenn man acht oder neun Stunden en bloc zur Verfügung hat."

Die verfügbare Zeit in der Werkstätte hängt von der Art der Ausbildung ab, aber auch von budgetären Maßgaben. Die Schule selbst bemüht sich jedenfalls um die bestmögliche Ausbildung, und daher um soviele Werkstatt-Stunden als möglich: "Der Maschinenbau hat ja die Klientel, die etwas anpacken will."

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