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Naked Bike im Test: BMW F 800 R | 06.11.2009

Der gute Schluss

Seit heuer ist die F 800R am Markt - bildet die Nummer 4 in der F-Baureihe einen versöhnlichen Abschluss nach dem eher misslungen Auftakt?

mid/ww

Als vorerst letzte Version der F-Motorrad-Modelle hat BMW heuer die unverkleidete 800 R auf den Markt gebracht. Nach dem mit viel Kritik überhäuften Premieren-Duo mit den Sport- und Allround-Versionen S und ST und der deutlich verbesserten Enduro GS war nun die spannende Frage, wie sich die "Vierte im Bunde" schlägt, und ob mit ihr die Hoffnung auf Verkaufserfolge endlich Früchte trägt.

Der Twin mit 798 ccm Hubraum leistet dank neuer Abgasanlage knapp 2 kW mehr als die S- und ST-Schwestern und geht mit 64 kW/87 PS Leistung an den Start. Das maximale Drehmoment von 86 Nm bei 6.000 U/min blieb dagegen unverändert.

Kraftvoll und rück-sichtslos

Die Kraft der zwei Zylinder reicht, um die 205 Kilogramm leichte R-Maschine ziemlich zügig auf Trab zu bringen. Am Gasgriff kann gedreht werden, bis zuerst der rote Schaltblitz im Cockpit aufleuchtet und dann bei 8.500 U/min mit dem Begrenzer dem Treiben Einhalt geboten wird.

Im sechsten Gang ist man dann stolze (und unerlaubte) 210 km/h schnell und wird dank des kleinen Windschilds am Lenker nicht einmal übermäßig durcheinandergeschüttelt. Auf der F 800 R lassen sich durchaus auch bei erlaubtem Tempo längere Autobahnetappen aushalten.

Aber gerade auf schnellen Abschnitten tritt auch der größte Mangel des deutschen Bikes zu Tage: Die Spiegel vibrierten bei flotter Fahrt so stark, dass der Blick nach hinten nichts mehr brachte - das ist gerade auf der Autobahn ein gefährlicher Sicherheitsmangel.

Von A nach...?

Am meisten Spaß macht die nackte BMW aber eindeutig auf kurvigen, kleinen Landstraßen. Da spielt sie ihre Trümpfe aus:

Aufrechte Sitzposition, breiter Lenker, Spurstabilität, präzises Lenkverhalten, Handlichkeit und ordentliche Verzögerung.

Wer flott unterwegs sein will, muss jedoch die sechs Gänge fleißig hinauf- und hinunterschalten, was aber eine durchaus vergnügliche Angelegenheit ist, denn die Mechanik arbeitet butterweich. Dann hängt die F 800 R stets sauber am Gas, macht Überholvorgänge zur kurzweiligen Angelegenheit und erfüllt das BMW-Motto "Freude am Fahren".

Ein weiterer erfreulicher Aspekt an der unverkleideten Bayerin ist, dass sie sich trotz fehlender windschnittiger Plastikverkleidung auch beim Verbrauch mit ziemlich wenig zufrieden gibt. Im Schnitt konsumierte sie 4,8 Liter Super auf 100 Kilometer.

Abgesehen von den vibrierenden Spiegeln bei hohem Tempo, einem hakeligen Zündschloss und einem Blinkerschalter mit schlechter Rückmeldung bleibt ein positives Bild als Fazit. Für einen Grundpreis von 8.990,- Euro ist es BMW gelungen, mit dem vierten und letzten Exemplar die F-Baureihe mit einem wirklich guten Schluss abzurunden.

Herstellertypisch bleibt nach wie vor, das sinnvolle Extras aufpreispflichtig sind, beispielsweise das ABS für 816,67 Euro, der Bordcomputer für 167,07 Euro und das Windschild für 114,98 Euro.

Teststeno BMW F 800 R:

Nakedbike mit flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder-Viertaktmotor, 798 ccm Hubraum, 64 kW/87 PS Leistung bei 8.000 U/min, maximales Drehmoment 86 Nm bei 6.000 U/min, vier Ventile pro Zylinder, geregelter Katalysator, elektronische Einspritzung, Teleskopgabel vorn, Zweiarmschwinge hinten, Kettenantrieb, Sechsganggetriebe, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Leergewicht (ohne Zubehör) 205 Kilogramm, zulässiges Gesamtgewicht 405 Kilogramm, Zuladung 200 Kilogramm, Sitzhöhe 77,5 bis 82,5 Zentimeter, Tankinhalt 16,0 Liter, Verbrauch 4,8 Liter Super auf 100 Kilometer, Preis 8.990,- Euro.

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