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KTM 1290 Super Adventure T - im Test KTM 1290 Super Adventure 2017

Powerduro

Mit 1,3 Liter großem V2-Motor und 160 PS ist die KTM 1290 Super Adventure die hubraum- und leistungsstärkste Reise-Enduro auf dem Markt. Im Test.

Ralf Schütze/mid

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Wenn KTM aus dem oberösterreichischen Mattighofen einen konkreten Rivalen im Visier hat, dann BMW. Gerade mit der Hochleistungs-Reise-Enduro 1290 Super Adventure zielt man direkt auf den bayerischen Erzrivalen und dessen traditionell erfolgreiche und beliebte Reise-Enduro R 1200 GS Adventure.

Beinahe möchte man meinen, KTM trägt das "Super" vor allem im Namen, um die ähnlich benannte Rivalin von BMW bereits im Katalog auszustechen. Ist natürlich Unsinn, denn schließlich gibt es auch noch die der Super Adventure untergeordnete, 125 PS starke KTM Adventure.

Zum ganz eigenen Charakter des 160-PS-Geräts trägt zunächst der bärenstarke V2-Motor bei, der seine Power souverän auf die Kette treibt, sofern man ihn mit ausreichend Drehzahl bei Laune hält. Er ist im Vergleich zur BMW-Rivalin nicht so sehr der Kraftprotz, der aus dem Stand schier unaufhaltsam drauf los marschiert, sondern eher ein pfeilschneller Sprinter, der gleichfalls mit Kraft und Geschwindigkeit glänzt.

Seine 118 kW/160 PS Spitzenleistung entwickelt der 1,3-Liter-Motor zwar erst bei 8.750/min und seine 140 Nm maximales Drehmoment liegen erst bei 6.750/min an. Dank des deutlichen absoluten Vorsprungs in Sachen Leistung und Drehmoment kann sich der KTM-Antrieb aber auch deutlich früher mit der BMW messen. Die gibt ihre bis zu 125 PS bei 7.750/min und maximale 125 Nm bei 6.500/min ab.

Bereits bei 2.500/min entwickelt die KTM Super Adventure satte 100 Nm. Gefühlt muss man sie zwar etwas mehr auf Drehzahl halten, als den 1,2-Liter-Boxer der BMW. Trotzdem entwickelt die Österreicherin schon knapp über Leerlauf stets genug Kraft, um etwa aus Spitzkehren heraus bergauf souverän beschleunigen zu können.

Um ihre schier unbändige Motorkraft auch kultiviert auf den Asphalt zu übertragen, verfügt die 1290er KTM bereits ab Werk über reichlich Hightech-Features wie das Kontrollsystem MSC ("Motorcycle Stability Control") samt Kurven-ABS. Dazu kommen Komfortmerkmale wie LED-Kurvenlicht und eine Sitzheizung, die besonders die Ganzjahres- und Weltweit-Abenteurer unter den Reise-Enduristen sehr schätzen.

Der KTM Super Adventure haftet immer noch etwas der Makel an, dass sie gleich nach Verkaufsstart ihre Piloten bei hoher Beladung mit Highspeed-Pendeln erschreckte. Inzwischen hat man das mit einem neuen Koffersystem in den Griff bekommen.

Die Gepäckbehälter wirken zwar zunächst etwas labil, erfüllen ihren Zweck aber auch bei voller Auslastung tadellos. Dass die Höchstgeschwindigkeit dabei auf 150 km/h begrenzt ist, wird den typischen Reise-Enduristen kaum stören.

Unser Testverbrauch hat sich bei 6,8 Liter auf 100 Kilometer eingependelt, was bei 30 Liter Spritvorrat an Bord immerhin fast 450 Kilometer Reichweite bedeutet.

Dank umfangreicherer Einstellmöglichkeiten am Bordcomputer inklusive semiaktivem Fahrwerk lässt sich die Super Adventure auf nahezu jede Lebenslage einstellen und glänzt mit vielseitigem Fahrspaß.

Die Dämpfung passt sich innerhalb von Millisekunden und unmerklich für den Fahrer den aktuellen Verhältnissen an. Und die schräglagenabhängige Motorrad-Traktionskontrolle (MTC) erhöht mit den Modi "Sport", "Street", "Rain" und "Offroad" noch weiter die Qualitäten des überaus sportlichen Allrounders.

Zu den Tugenden der KTM gehören unterm Strich vor allem Motor und Fahrwerk, um weltweite Trips mit einer Extraprise Abenteuer zu würzen. Den glanzvollen Gesamteindruck des V2-Antriebs trübt ein leichtes "Konstantfahrruckeln" nur unerheblich.

Die Leistungsentfaltung kann man insgesamt nur als souverän und imposant bezeichnen. Das gilt ebenso für das gesamte Fahrverhalten selbst bei extrem flotter Kurvenjagd. Dabei müssen auch zwei Passagiere keine wesentlichen Komfort-Einbußen in Kauf nehmen.

Für die sportlich orientierte Fraktion der Motorrad-Abenteurer ist die 21.198 Euro (Deutschland: 17.995 Euro) teure KTM 1290 Super Adventure T mehr denn je eine äußerst spannende Alternative zu BMW & Co.

Asphalt- und offroadtaugliche Reise-Enduro mit wassergekühltem V2-Motor, max. Leistung: 118 kW/160 PS bei 8.750/min, max. Drehmoment: 140 Nm bei 6.750/min, Sechsgang-Getriebe, Kettenantrieb. Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl, Motor mittragend, komplett einstellbare Upside-Down-Gabel mit 48 mm Standrohrdurchmesser und hydraulischer Lenkungsdämpfer vorn, komplett einstellbares Zentralfederbein sowie Aluminium-Zweiarmschwinge hinten, Doppelscheibenbremse vorn 320 mm, Einscheibenbremse hinten 267 mm, Traktionskontrolle, Teilintegral-Bremssystem, ABS.
Reifen vorn: 110/70 ZR 19, hinten: 170/60 ZR 17, Sitzhöhe: 860 mm, Tankvolumen 30 l, Radstand 1.560 mm, Leergewicht vollgetankt 249 kg.
Österreich-Preis: 21.198 Euro (Deutschland: 17.995 Euro).

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