Motorsport

Newsletter-Abo:



Inhalt

Superbike-WM: Misano

Doppelt hält besser…

Der Weltmeister des Jahres 2010 war an diesem Wochenende nicht zu schlagen – er gewann in Misano gleich beide Läufe zur Superbike-WM…

Foto: worldsbk.com

Die beiden Routiniers Max Biaggi (Aprilia) und Carlos Checa (Althea-Ducati) spielten im ersten Superbike-Rennen in Misano ihre ganze Erfahrung aus.

Von den Startplätzen zehn und 16 arbeiteten sich die beiden Weltmeister durch das Feld und machten sich am Ende den Sieg untereinander aus. Schließlich hatte Biaggi die Oberhand und ließ sich von seinen italienischen Fans feiern. Nach Phillip Island war es der zweite Saisonsieg für den Römer, der seine WM-Führung auf 30 Punkte ausbaute. Checa musste sich als Zweiter knapp geschlagen geben.

Eine wahre Talentprobe lieferte Checas Teamkollege Davide Giugliano ab. Von Beginn an kämpfte der 22-Jährige an der Spitze und führte das Rennen in der Schlussphase auch an. Schließlich hatte der Italiener den beiden Altmeistern nichts entgegenzusetzen und kletterte trotzdem noch als Dritter auf das Podium. Die Reifen spielten eine große Rolle, denn bei vielen Fahrern brachen die Rundenzeiten in der zweiten Rennhälfte stark ein.

Speziell die BMW-Fahrer wurden immer langsamer und fielen weit zurück. Marco Melandri gab sogar an der Box auf. Auch Tom Sykes (Kawasaki) und Jonathan Rea (Honda) hatten mit den Reifen zu kämpfen und kamen auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel. In der ersten Rennhälfte lagen die beiden Briten an der Spitze, doch am Ende mussten sie sich deutlich den Altmeistern geschlagen geben, die eine beeindruckende Aufholjagd zeigten.

Als die Lichter ausgingen, beschleunigten Sykes und Rea nebeneinander auf die erste Kurve zu. Der Honda-Pilot war innen und bog als Führender in die erste Kurve ein. Hinter Sykes sortierten sich Giugliano und Leon Haslam auf den Positionen drei und vier ein. Die Topleute, die in der Superpole weit hinten waren, machten gleich einige Plätze gut.

Biaggi war nach der ersten Runde Sechster, Melandri Achter und Checa Neunter. Einen Umlauf später lag dieses Trio auf der Strecke bereits zusammen. An der Spitze setzten sich die Top 4 bereits nach zwei Runden leicht vom dichten Verfolgerfeld ab.

Melandri arbeitete sich rasch an die Spitze der Verfolgergruppe auf Platz fünf. Hinter dem Italiener folgten Ayrton Badovini (BMW Italia), Biaggi und Checa. Die Lücke nach vorne betrug rund 1,6 Sekunden. Speziell Melandri konnte die Lücke zufahren und stellte auch einen neuen Rundenrekord auf.

Biaggi und Checa konnten dieses Tempo zunächst nicht gehen. In der sechsten Runde versuchte der Weltmeister mit der Brechstange an Badovini vorbeizugehen, doch es klappte nicht und der Spanier verlor wieder einige Meter. Biaggi biss sich ebenfalls an Badovini die Zähne aus, kam aber schließlich vorbei.

An der Spitze lag weiterhin Rea vor Sykes, Haslam und Giugliano. Melandri hatte den Anschluss geschafft. Nach dem ersten Rennviertel konnte sich Rea leicht absetzen, denn Sykes hielt Giugliano und das BMW-Duo leicht auf. Haslam war der erste Fahrer, der Sykes knacken konnte. Kurz darauf drückte sich auch Giugliano vorbei und Melandri zog auch gleich nach. Wie es schon oft in dieser Saison zu beobachten war, fiel Sykes mit Fortdauer des Rennes langsam zurück, weil der Reifenverschleiß der Kawasaki etwas zu groß ist.

Biaggi und Checa hatten mittlerweile auch den Anschluss an diese Gruppe geschafft. Beide gingen auch problemlos an der Ninja vorbei. Die beiden Routiniers waren bei Rennhalbzeit deutlich auf dem Vormarsch. In der zwölften Runde schnappte sich Biaggi das BMW-Duo und machte Jagd auf Giugliano, der Zweiter war. Auch Checa überholte das BMW-Duo. Rea führte bei Halbzeit mit einem Vorsprung von 1,6 Sekunden.

Zehn Runden vor Schluss brachen auch bei Rea die Zeiten etwas ein und er wurde von Giugliano und Biaggi eingeholt. Checa folgte mit wenigen Metern Abstand als Vierter, aber Haslam und Melandri konnten nicht zulegen und verloren an Boden. Rea konnte die Linien nicht mehr halten und rutschte stark. Hinter der Honda klebten Giugliano, Biaggi und Checa.

Acht Runden vor Schluss übernahm Giugliano die Führung und Rea wurde auch von den Altmeistern Biaggi und Checa überholt. Der Brite konnte die Pace nicht mehr halten und fiel immer weiter zurück. Die Rundenzeiten bei Fahrern wie Rea, Haslam und Melandri brachen um über eine Sekunde im Vergleich zur Spitze ein. Rookie Giugliano kämpfte fünf Runden vor Schluss gegen die beiden Weltmeister Biaggi und Checa.

Erstmals in seiner Karriere führte der 22-Jährige ein Rennen an und wie bereits Assen gezeigt hat, gibt es bei Althea keine Stallorder. Drei Runden vor Schluss machte Biaggi ernst und überholte Giugliano in der ersten Kurve. Wenige Meter später zog Checa locker nach. Schließlich wurde der Sieg zwischen den beiden Routiniers entschieden. Checa klebte am Hinterrad der Aprilia, aber bis zur Ziellinie bot ihm Biaggi keine Chance.

Somit feierte der Römer seinen zweiten Saisonsieg in diesem Jahr und baute seine WM-Führung aus. Ein Italiener gewann mit einer italienischen Maschine in Italien - auch wenn das Rennen offiziell unter der Flagge von San Marino geführt wird. Checa hatte auf der Linie drei Zehntelsekunden Rückstand.

Von den Startplätzen zehn beziehungsweise 16 spielten die beiden Routiniers ihre gesamte Erfahrung und Klasse aus. Rookie Giugliano sah die karierte Flagge schließlich als Dritter. Er hatte sein Talent eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Platz vier ging an Pole-Setter Sykes, der acht Sekunden Rückstand hatte. Reas Rundenzeiten wurden immer langsamer, aber er konnte noch Rang fünf retten. Die BMW-Piloten hatten große Probleme mit ihren Reifen. Die Rundenzeiten brachen immer mehr ein. Melandri gab sogar kurz vor Schluss an der Box auf. Haslam rutschte bis auf Platz zwölf ab. Auch Badovini fiel in den letzten Runden noch auf Position elf zurück.

Ein starkes Rennen fuhr Chaz Davies (ParkinGO-Aprilia). Von Startplatz 21 wurde der amtierende Supersport-Weltmeister Sechster und hielt knapp Eugene Laverty auf der zweiten Werks-Aprilia in Schach. Das Liberty-Ducati-Duo Sylvain Guintoli und Jakub Smrz kamen auf den Positionen acht und neun ins Ziel.

Bester Suzuki-Mann war Leon Camier als Zehnter. Hinter Haslam sammelten Maxime Berger (Liberty), Michel Fabrizio (BMW Italia) und Wildcard-Starter Matteo Baiocco (Barni-Ducati) die letzten Punkte. Die beiden Ex-MotoGP-Piloten Hiroshi Aoyama (Honda) und John Hopkins (Crescent-Suzuki) gingen leer aus.

Biaggi siegt auch im zweiten Rennen

Nach dem Sieg im ersten Rennen dominierte Max Biaggi auch den zweiten Lauf in Misano. Mit einem Granatenstart katapultierte sich Biaggi im Laufe der ersten Runde auf den dritten Platz nach vor und übernahm wenig später die Führung.

Von da an fuhr der Weltmeister von 2010 dem Feld auf und davon und strich die maximale Punktezahl von 50 ein. Um Platz zwei entwickelte sich ein britisches Duell zwischen Jonathan Rea (Honda) und Leon Haslam (BMW), bei dem der Honda-Pilot schließlich die Nase vorne hatte.

Carlos Checa (Althea-Ducati) schied nach einem Sturz in der Anfangsphase aus. Im Duell mit Marco Melandri (BMW) kam es zu einer Berührung und der Weltmeister lag im Kiesbett. Melandri konnte weiterfahren und kam schließlich als Vierter ins Ziel. In der WM hat Biaggi seine Führung auf 38,5 Punkte ausgebaut. Neuer Zweiter ist Rea. Checas Rückstand ist bereits auf 60 Zähler angewachsen.

Die Reifen waren im ersten Lauf zu Mittag ein entscheidender Faktor gewesen. Am Nachmittag zeigte sich die Sonne und die Streckentemperatur stieg auf 42 Grad. Die Voraussetzungen waren deshalb anders.

Beim Start katapultierte sich Tom Sykes von der Poleposition sofort an die Spitze und übernahm die Führung. Dahinter sortierten sich Rea, Haslam und Davide Giugliano ein.

Biaggi erwischte einen Granatenstart und katapultierte sich auf Position fünf nach vor. In Runde eins kamen Haslam und Giugliano von der Linie ab, Biaggi schlüpfte innen durch und war bereits Dritter.

Auch Checa legte eine starke erste Runde hin und verbesserte sich von Startplatz 16 auf sieben. Melandri beendete den ersten Umlauf als Neunter. Biaggi brannte vorne gleich ein Feuerwerk ab und griff gleich Rea für den zweiten Platz an. Sykes versuchte gleichzeitig an der Spitze wegzufahren und hatte nach zwei Runden bereits eine Sekunde Vorsprung auf Biaggi. Es dauerte aber nur einen Umlauf, bis der Römer die Kawasaki eingeholt hatte.

In Runde drei übernahm Biaggi die Führung, während im Mittelfeld plötzlich eine Maschine fehlte: Die Ducati mit der Startnummer sieben lag im Kiesbett. Checa wurde im Zweikampf von Melandri berührt und ging zu Boden. Der Spanier stieg zwar wieder auf seine Maschine, doch er war ans Ende des Feldes zurückgefallen und gab schließlich auf. In der WM war der erneute Ausfall in dieser Saison ein herber Rückschlag.

Biaggi ließ nichts anbrennen und setzte sich an der Spitze sofort ab. Er war klar der schnellste Fahrer im Feld und fuhr dem Doppelsieg entgegen. Das Pech der Althea-Mannschaft ging weiter, denn Giugliano stürzte und verabschiedete sich ebenfalls aus dem Spitzenfeld. Nach der hektischen Anfangsphase war Sykes hinter Biaggi Zweiter. Haslam, Rea und Eugene Laverty (Aprilia) folgten auf den weiteren Plätzen und lagen dicht beisammen.

An der Spitze fuhr Biaggi auf und davon. Dafür ging es dahinter spannend zu. Rea und Haslam lieferten sich ein enges britisches Duell um den zweiten Platz. Melandri duellierte sich mit seinem italienischen Landsmann Ayrton Badovini (BMW-Italia) um Platz vier. Dessen Teamkollege Michel Fabrizio folgte mit etwas Abstand als Sechster. Nachdem BMW im ersten Rennen große Probleme hatte, lagen diesmal alle vier S1000RR auf den Rängen drei bis sechs.

Nach einer verpatzten Superpole entwickelte sich das Heimrennen zu einem Triumphzug für Biaggi. Nach dem Sieg in Lauf eins ließ der Routinier einen überlegenen Triumph folgen und strich die maximale Punktezahl von 50 ein. Im Ziel hatte der Aprilia-Star fünf Sekunden Vorsprung, obwohl die Lücke auch schon etwas größer war. In der WM hat Biaggi nun 38,5 Punkte Vorsprung auf Rea.

Im britischen Duell um Platz zwei setzte sich schließlich Rea knapp um vier Zehntelsekunden durch. Nach Platz fünf in Lauf eins sammelte der Honda-Pilot wieder wichtige Zähler. Die BMW-Fahne hielt Haslam als Dritter hoch.

Nach der Aufgabe im ersten Rennen konnte Melandri diesmal nicht ganz an der Spitze mitkämpfen und ließ an diesem Wochenende einige Punkte auf Biaggi liegen. In der WM beträgt sein Rückstand nun 55 Zähler. Die Rennleitung meldete außerdem eine Untersuchung des Vorfalls zwischen Melandri und Checa.

Nach einigen schwierigen Wochenende konnte sich die BMW-Italia Mannschaft diesmal über die Plätze fünf von Badovini und sechs von Fabrizio freuen. Sykes hatte wieder Probleme mit den Reifen und fiel nach der anfänglichen Führung immer weiter zurück. Im Ziel fehlten schließlich 17 Sekunden. Als Siebter büßte auch Sykes Punkte auf Biaggi ein. Sein neuer Teamkollege Loris Baz fuhr in Sykes Windschatten als Achter über die Linie.

Der Tscheche Jakub Smrz (Liberty-Ducati) hatte das Kawasaki-Duo in Sicht, konnte es aber nicht angreifen. Wildcard-Starter Matteo Baiocco (Barni-Ducati) setzte sich gegen Maxime Berger (Liberty) durch und eroberte Platz zehn. Honda-Pilot Hiroshi Aoyama sammelte als Zwölfter WM-Zähler, konnte sich aber nie in Szene setzen.

Das Crescent-Suzuki-Duo mischte auch nicht im Mittelfeld mit. John Hopkins wurde hinter Niccolo Canepa (Red-Devils-Ducati) 14. und Leon Camier 15. Der Rückstand im Ziel betrug rund 50 Sekunden. Leandro Mercado (Pedercini-Kawasaki) und Federico Sandi (Grillini-BMW) gingen leer aus. Die nächsten Rennen finden am 1. Juli im spanischen Motorland Aragon statt.

Drucken
Vorschau Vorschau Vorschau Vorschau

Ähnliche Themen:

09.09.2012
Superbike-WM: Nürburgring

Mit dem Sieg im ersten Rennen konnte Max Biaggi die WM-Führung zurückerobern, im zweiten Lauf feierte Rookie Chaz Davies seinen ersten Sieg.

25.05.2012
Superbike-WM: Miller Park

Am Wochenende steigen im Miller Motorsport Park im US-Bundesstaat Utah die Läufe zehn und elf – allerdings erst am Montag. Biaggi kommt als WM-Leader.

24.02.2012
SBK: Phillip Island

Am Wochenende steigt in Phillip Island der Auftakt zur Superbike-WM. Warum Biaggi nur Checa fürchtet. Die Seriennähe der Superbikes. Das Reglement 2012.

Superbike-WM: Misano

Vier gewinnt BMW 4er Baureihe - Neuvorstellung

Erstmals in seiner Geschichte löst BMW das Coupé aus der 3er-Reihe und eröffnet damit eine eigene Baureihe, mit allem was dazu gehört.

Zeitmaschine Lamborghini 350 GT - Ausfahrt im Klassiker

Mit dem 350 GT legte Lamborghini den Grundstein für eine atemberaubende Geschichte. Vom ersten Lambo wurden 120 Stück gebaut.

Japans dunkle Seite Yamaha MT-09 - Neuvorstellung

Yamaha rollt diesen Herbst mit einem komplett neuen Dreizylinder-Naked-Bike an: der MT-09. 115 PS und 85 Nm stehen auf der Habenseite

WRC: Sardinien-Rallye Novikov & Ilka Minor: Fortsetzung folgt!

Evgeny Novikov und Ilka Minor wollen bei der Sardinien-Rallye an ihre tolle Performance anschließen, welche sie in Griechenland zeigen konnten.