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Mercedes GL - schon gefahren | 25.07.2012
S-Klasse SUV
Der Mercedes GL gilt als die S-Klasse unter den Fullsize-SUVs. Jetzt hat Mercedes den Riesen grundlegend überarbeitet - lesen Sie hier, wo.
mid/ms
Fullsize-SUV sind für Amerikaner das automobile Äquivalent zum Burger aus einem Kilo Faschiertem. Die Riesen sind garantiert umweltpolitisch unkorrekt, bringen zweieinhalb Tonnen auf die Waage und saufen wie irische Folk-Barden. Der Mercedes GL gilt als S-Klasse unter diesen Brocken. Mercedes hat sein Dickschiff nun komplett erneuert.
Sie heißen Cadillac Escalade oder Lincoln Navigator und müssten als heimische Produkte eigentlich die Favoriten der SUV-verliebten Amerikaner der gehobenen Einkommensklasse sein, frei nach deren Lebensphilosophie "Bigger is better".
Doch ein Modell stiehlt allen Fullsize-SUV die Schau, und dies seit Jahren: der Mercedes GL, so etwas wie die S-Klasse unter den Geländewagen. Kein anderer Full-Size-SUV verkauft sich in den USA besser. "2011 konnte Mercedes allein hier über 27.000 Stück absetzen, rund zwei Drittel der gesamten Produktion", sagt Produktmanager Simon Thoms. Der GL 2011 misst über fünf Meter in der Länge, ist fast zwei Meter breit und 1,85 Meter hoch.
Auch die neue Generation der GL-Klasse bleibt mit 5,12 Metern Länge ihren alten Abmessungen treu. Downsizing? Nein, danke! Doch nicht nur bei der Größe, sondern auch beim Design nahm Mercedes Rücksicht auf die Wünsche der Kunden. Die wollten, dass Kante und Charakter bleiben. Ein GL muss stets aussehen wie ein GL. So ist, obwohl die gesamte Karosserie neu gestylt wurde, für den Laien der neue GL am leichtesten am kleinen hinteren Fensterknick zu erkennen. Beim Vorgänger lief der untere Rand gerade durch.
Nichts lässt die Qualität so schnell spüren wie das Interieur. Hier setzt Mercedes beim neuen GL verstärkt auf Premium. Die Nüchternheit des seit 2006 gebauten Vorgängers ist verflogen.
Dekore in offenporiger Esche oder poliertem Eukalyptus passen bestens zum lederartig genarbten Armaturenbrett und den Metalleinfassungen rund um die Mittelkonsole. Hier fühlt sich der Fahrer eher wie in einer coolen Lounge als am Arbeitsplatz eines Geländewagens. Das Platzangebot ist mehr als üppig, vorne wie hinten. Auch in der dritten Reihe - sie ist komplett im Boden versenkbar - sitzt es sich auch für Erwachsene noch recht kommod. Selbst als Siebensitzer bleibt ein Kofferraum mit 295 Liter Stauvolumen, 680 Liter sind es bei der fünfsitzigen Konfiguration.
Liegen alle Sitzgelegenheiten ab Reihe zwei flach, schlägt der GL mit 2.300 Litern Stauraum sogar locker das T-Modell der Mercedes E-Klasse. Zum Marktstart der neuen GL-Klasse stehen drei Motoren zur Auswahl. Auf der Benzinseite sind dies der GL 500 mit einem 4,7 Liter großen V8-Benziner und 435 PS sowie erstmals eine AMG-Variante (GL 63 mit 557 PS). Bei uns dürften allerdings mindestens neun von zehn Kunden zum Diesel GL 350 Bluetec greifen, den auch wir für eine erste Testfahrt ausgewählt haben.
Der überarbeitete Sechszylinder-Selbstzünder leistet 258 PS und liefert bereits bei 1.600 U/min sein höchstes Drehmoment von 620 Newtonmetern. Zusammen mit der Siebenstufenautomatik ergibt sich ein Antriebspaket, das wunderbar mit dem immerhin 2,4 Tonnen schweren GL harmoniert und den geschmeidigen Charakter des SUV noch verstärkt. Zudem verspricht Baureihen-Leiter Dr. Andreas Zygan einen Normverbrauch von 7,4 Litern Diesel, 20 Prozent weniger als zuvor.
"Unsere 192 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer sind ein Klassenbestwert." Ebenfalls unerreicht in diesem Segment dürfte der Fahrkomfort des neuen GL sein. Das Geräuschniveau hat nahezu S-Klasse-Format, weder Wind- noch Antriebsgeräusche dringen zu den Insassen vor. Auch beim Federungskomfort setzen die Mercedes-Entwickler die Messlatte ein ganzes Stück höher.
Serienmäßig hat der GL jetzt eine Luftfederung (Airmatic) an Bord, die ihn selbst über wellige Schotterpisten noch sänftenartig gleiten lässt. Und sollte es gar in unwegsames Terrain gehen, lässt sich auch hier der dicke Daimler nicht lumpen. Jede Motorisierung verfügt über den permanenten Allradantrieb 4Matic mit einem Anfahr-Assistenten am Berg, einer Downhill-Bremsfunktion und einem speziellen Getriebeprogramm.
Wer auch härteste Gelände-Passagen unter die Räder nehmen will, dem sei das On&Offroad-Paket mit Untersetzung und Zentralsperre empfohlen. Für das Luxus-SUV sind nicht mal steile Geröllstrecken oder 60 Zentimeter tiefe Wasserdurchfahrten ein Hindernis.












