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Vergleich: Toyota Hilux und VW Amarok

Duell der Lastesel

Der Toyota Hilux und der VW Amarok sind Nutzfahrzeuge, sie sprechen aber zunehmend ein Lifestyle-Publikum an. Wer tut dies besser?

Axel F. Busse/mid

Die aktuelle Pflege-Kur am Toyota Hilux umfasst neben Karosserie-Retuschen vor allem eine Aufwertung des Innenraums und der Serienausstattung. Was sich noch nicht bis zur spielerisch-ungeordneten Verteilung der Bedienelemente und zum anachronistischen Untersetzungshebel in der Mittelkonsole durchgesprochen hat.

Im Amarok geht es innen wohnlicher zu. Zwar sind die Oberflächen ebenfalls in robustem Plastik ausgearbeitet, doch das aktuellere Konzept mit allen wichtigen Bedienelementen im Blickwinkel des Fahrers, einer praktischen Ablagenstruktur und Tastenwahl für Offroad-Betrieb beziehungsweise mechanischer Differenzialsperre bringt der VW mit, auch ist seine Doppelkabine etwas geräumiger.

Mit der Modellauffrischung erfuhr der Toyota eine Leistungssteigerung des 2,5-Liter-Motors auf 145 PS. Damit ist er dem 122 PS starken Zweiliter-TDI des Volkswagen deutlich überlegen. Bei den stärkeren Versionen ist es genau umgekehrt: Hier dreht VW mit 180:170 PS den Spieß um.

Das maximale Drehmoment stellen beide Turbodiesel deutlich unter 2.000 U/min zur Verfügung. Was sich in beiden Fällen mit ordentlichem Durchzug direkt aus dem Drehzahlkeller äußert. Eine unverblümt nagelnde Lkw-Akustik ist beiden Vierzylindern zu eigen.

Im Testverbrauch (zuladungsfrei) lagen beide 0,7 (Toyota) bzw. 0,9 Liter (VW) über dem offiziellen EU-Messwert, was in jeder Hinsicht tolerabel ist. Der Normverbrauch für den Toyota beträgt 8,3 Liter Diesel, für den VW sind 7,4 Liter Diesel für 100 Kilometer angesagt.

Im Großstadtdschungel, wo beide Hersteller ihre Pick-ups so gerne verstärkt als bevorzugtes Transportmittel urbaner Cowboys sehen, fühlen sich die über fünf Meter langen Mobile nicht wirklich wohl. Immerhin verschafft die hohe Sitzposition eine ganz ordentliche Übersichtlichkeit. Beim Einparken hilft im Fall des Toyota die Rückfahr-Kamera.

Auf Kopfsteinpflaster lässt der VW mehr Souveränität und Abgeklärtheit erkennen. Eine breitere Spur an der Vorderachse hilft ihm dabei, dass die Schläge in der Lenkung nicht so spürbar durchkommen wie beim Japaner. Geht es querfeldein, macht beiden Pick-ups so leicht keiner was vor.

Greift man zu Doppelkabinen und Ausstattungen, die den Namen "Lifestyle" halbwegs verdienen sollen, landet man beim Hilux "City" um 33.300 Euro sowie beim Amarok "Trendline" 4Motion um 32.826 Euro, für beide gibt es aber noch die besser ausgestattete Varianten "City 3.0" und "Highline".

Wer Firmen- und Familienfahrzeug unter einer Karosse vereinigen will, wird sich langfristig im Amarok wohler fühlen. In ihm steckt ein Hauch mehr Pkw. Der Toyota repräsentiert dagegen das Echte und Urwüchsige. Auf der Baustelle ist er weiterhin häufiger anzutreffen als vor dem Eingang vom Szene-Lokal.

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