Offroad

Inhalt

Mitsubishi L200 2.4 DI-D Instyle - im Test Mitsubishi L200 2017

Für alle Fälle

Mitsubishi hat seinen Pick-up L200 rundum erneuert – wir testen den harten Burschen mit Doppelkabine, 181-PS-Dieselmotor und Automatik-Getriebe.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Sabine Sommer

Hier geht's zu den Bildern

Mit der neuen, bereits fünften Generation des L200 möchte Mitsubishi, rund zehn Jahre nach dem Markt-Start von Generation vier, die Erfolgsgeschichte dieses Pick-ups fortsetzen.

Das Design wurde kräftig überarbeitet, optisch wirkt der L200 jetzt modern und dynamisch, die Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht unterstreichen die kraftvollere Linienführung. Von der Seite betrachtet wirkt der L200 jetzt harmonischer, da die Trennung zwischen Kabine und Ladefläche – man nennt sie „J-Linie“ weitaus dezenter ausfällt.

Für unseren Test hatten wir die Doppelkabine zur Verfügung, mit Automatikgetriebe und Top-Ausstattung Instyle. Diese bietet Allradantrieb mit Gelände-Untersetzung, Lederpolsterung, Navigationssystem, Zweizonen-Klimaautomatik, Spurhalteassistent, beheizbare Vordersitze, elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Regen- und Licht-Sensor, Rückfahrkamera, Schaltwippen am Lenkrad, Tempomat, Bluetooth-Freisprechanlage, schlüsselloses Schließ- und Startsystem, 17 Zoll-Leichtmetallfelgen und einiges mehr…

Steigt man in den L200, fällt sofort die modernisierte Ausstattung auf. Die mittige Konsole mit Touchscreen und Klimaanlage ist leicht und intuitiv zu bedienen. Die Ledersitze bieten guten Halt, das im Vergleich zum Vorgänger leicht gewachsene Platzangebot stimmt auch auf der hinteren Sitzbank.

Auf der Ladefläche des neuen Mitsubishi L200 können bis zu 152 Zentimeter lange sowie bis zu 147 Zentimeter breite Lasten befördert werden. Die Laderaumhöhe beträgt 475 Millimeter. Das zulässige Ladegewicht liegt bei 960 Kilogramm, eine gebremste Anhängelast darf bis zu drei Tonnen wiegen.

Damit man damit auch vom Fleck kommt, haben alle neuen L200 einen 2,4 Liter-Turbodieselmotor eingepflanzt bekommen – unser Testwagen kam mit dem stärkeren 181-PS-Variante(die Basisversion des gleichen Motors bringt es auf 154 PS). Es liefert sein maximales Drehmoment von 430 Newtonmeter bei einer Drehzahl von 2.500 U/min.

Das kräftige Nageln des Motors dringt kaum in die gut isolierte Kabine durch, allerdings muss zunächst ein kleines Turboloch überwunden werden. Prinzipiell handelt es sich um einen bärenstarken Motor, auch der Sprint von 0 auf 100 km/h kann sich mit 11,5 Sekunden durchaus sehen lassen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als ausreichenden 179 km/h.

Eine klassische Stärke des L200 ist der Offroad-Betrieb: 195 Millimeter Bodenfreiheit, 45 Grad Steigvermögen. Vier Fahrmodi stehen zur Verfügung: Der reine Hinterradantrieb 2H, der Allradantrieb 4H mit normaler Übersetzung, der Allradantrieb 4HLC mit gesperrtem Mitteldifferenzial sowie der Allradantrieb 4LLC mit gesperrtem Mitteldifferenzial und kurzer Übersetzung.

Zudem kann man das Hinterachsdifferenzial manuell sperren. Auf asphaltierten Straßen sind zwar grobe Bodenunebenheiten zu spüren, doch ansonsten fühlt man sich in der Doppelkabine wie in einem Pkw, auch auf der Autobahn.

Der Mitsubishi L200 bietet durchaus Fahrspaß - das einzig Störende sind die vielen Pieptöne, die er bei allen möglichen Gelegenheiten von sich gibt, doch das ist eine Geschmacksfrage.

Der Wendekreis von 11,8 Metern zählt dafür zu den kleinsten im Segment Pickup über eine Tonne. Beachtlich wendig für ein 5,29-Meter-Auto mit exakt drei Meter langem Radstand. Eine Parkgarage sollte man mit dem L200, der außerdem 1,82 Meter breit und 1,78 Meter hoch ist, trotzdem nur in Notfällen in Anspruch nehmen.

In Sachen Verbrauch kamen wir zwar nicht an die vom Werk angegebenen 6,4 Liter heran, doch 7,3 Liter Testverbrauch gehen für den mächtigen 1,9-Tonner voll in Ordnung und bringen angesichts des 75-Liter-Tanks gut 1.000 Kilometer Reichweite.

Den Mitsubishi L200 2.4 DI-D mit Doppelkabine gibt es in der günstigsten Ausstattungslinie Invite, 154 PS und Schaltgetriebe um 28.290 Euro, unser Testwagen liegt als 181 PS starker Instyle mit Automatik-Getriebe auf 38.490 Euro. Angesichts des Gebotenen und im Konkurrenzvergleich ein herzeigbarer Betrag. Wer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, darf davon nochmals rund 6.500 Euro abziehen.

Plus,
+ großzügige Platzverhältnisse für Personen und Ladegut
+ üppige Ausstattung im Topmodell "Instyle"
+ sehr gute Offroad-Qualitäten
+ im Klassenvergleich kleiner Wendekreis
+ fairer Kaufpreis

Minus
- übertrieben viele Warntöne

Resümee
Mitsubishi hat den L200 stark modernisiert und in seinen legendären Pick-up das Flair eines Pkw gezaubert, ohne dabei beim Ladevolumen und den Offroad-Qualitäten Abstriche zu machen. Als Topmodell "Instyle" zum immer noch fairen Preis üppig ausgestattet.

Weitere Testdetails:

Preise, Ausstattung und Technik
Drucken

Ähnliche Themen:

12.05.2017
Plötzlich SUV

Peugeot verkauft den 2008 nach der Modellpflege nicht mehr als Crossover, sondern klassifiziert ihn als SUV. Wir testen ihn als 130-PS-Benziner.

09.05.2017
Dezent überarbeitet

Skoda hat den kompakten Rapid überarbeitet. Neue Dreizylinder-Benziner, dazu optischer Feinschliff und ein ausgeweitetes Assistenz-Angebot.

21.11.2013
Sparsamer Stadtflitzer

Der Mitsubishi Space Star tritt als Nachfolger des Colt an. Ob er in die Fußstapfen des Erfolgsmodells treten kann, testen wir anhand der 71-PS-Version.

Up-Date Neuer Skoda Citigo - erster Test

Der technisch und optisch aufgefrischte Skoda Citigo steht ab Anfang Juli beim Skoda-Händler. Wir fahren erste Testkilometer mit dem City-Flitzer.

GP von Aserbaidschan Telemetriedaten strafen Vettel Lügen

Die FIA gibt Hamilton Recht: Er hat Vettel in Baku nicht absichtlich auflaufen lassen; in Spielberg droht dem Deutschen eine Sperre.

Motorrad-WM: Assen Bislang bestes MotoGP-Ergebnis für KTM

In schwierigen Umständen brachte Pol Espargaró in Assen einen elften Platz ins Ziel – der verletzte Bradley Smith stürzte erneut.

Im Zweitakt Neu: KTM 250 EXC TPI und 300 EXC TPI

Mit den beiden neuen Modellen 250 EXC TPI und 300 EXC TPI bringt KTM die ersten Sport-Enduros mit Einspritzanlage und 2-Takt-Motor.