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Rallye-ÖM: Bosch-Rallye

Turbulenter erster Rallyetag in Pinggau

Harrach führt, Baumschlager von „Stein-Attacke“ irritiert. Stohl, Saibel, Mrlik als Pechvögel. Böhm als 2WD-Leader. Und wichtig: Entwarnung bei Ettel.

Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl/www.motorline.cc

Nach den ersten beiden Sonderprüfungen sorgte zunächst einmal jene Entwarnung für Erleichterung im Servicepark, die Hermann Neubauer geben konnte – der Subaru-Pilot hatte gleich auf der ersten Sonderprüfung einen schweren Unfall, zunächst blieb Co-Pilot Bernhard Ettel unter schweren Schmerzen im Auto sitzen…

Doch nach seiner Bergung und einer ärztlichen Untersuchung im Krankhaus kam die frohe Botschaft durch Neubauer: „Es ist Gott sei Dank nicht so schlimm, wie es zuerst ausgesehen hat. Die Hand ist geprellt, aber nicht gebrochen und auch die Rippen sind höchstwahrscheinlich heil geblieben, maximal angeknackst. Der Bernhard lacht schon wieder. Ich bin sehr froh, dass nicht mehr passiert ist.“

“Es geht ums Drehmoment“

Am Abend standen dann noch vier weitere Sonderprüfungen auf dem Programm – die Bestzeiten gingen abwechselnd an Beppo Harrach im Mitsubishi Lancer Evo IX R4 und Raimund Baumschlager im Skoda Fabia S2000.

In der Endabrechung der ersten Etappe jedoch führt Harrach 22,6 Sekunden vor seinem großen Gegner. Während sich Harrach mit dem ersten Tag rundum zufrieden zeigte, räumte Baumschlager ein: „Bei dieser Rallye geht es um das Drehmoment und da sind wir gegenüber dem Mitsubishi im Nachteil – prinzipiell aber lief das Auto perfekt.“

“Stein-Attacke war gegen mich gerichtet!“

Nur noch den Kopf schütteln konnte Baumschlager über eine Aktion, die ihm auf dem Rundkurs wiederfahren ist: „Besonders ‚lustige‘ Fans haben mir eine großen Granitstein vors Auto gelegt, das find ich dann aber nicht mehr lustig, denn entweder fährst du drüber und beschädigst dein Auto oder die fliegst gleich auch noch ab.“

Die Frage, ob der „Anschlag“ ihm persönlich gegolten habe, bejahte Baumschlager: „Sicher galt das mir persönlich – ich fuhr ja bereits an der Stelle vorbei, der Stein wurde ganz gezielt vor mein Auto gelegt.“ Für den Rest der Rallye gab sich Baumschlager insgesamt eher pessimistisch…

Rosenberger auf Platz drei – Kampfansage von Grössing

Ganz und gar nicht erfreut war mit Sicherheit auch MCC Mitsubishi-Pilot Mario Saibel, der bis zur vierten Prüfung den guten dritten Gesamtrang belegen konnte, dann jedoch wegen eines Getriebeschadens abstellen musste.

Freudstrahlend dagegen VW Polo S2000-Pilot Kris Rosenberger, der nun mit Rang drei seinem „Wunschresultat“ entgegen steuert.

Allerdings gibt es da eine Kampfansage von Gerwald Grössing, der sich nach seinem „Botanikausflug“ auf SP 2 erholen konnte und dessen Bioethanol-Mitsubishi auch wieder problemlos lief.

Grössing und sein prominenter Co-Pilot Sigi Schwarz starteten eine starke Aufholjagd, auf den letzten vier Prüfungen war Grössing auf jeder SP hinter Harrach und Baumschlager die drittschnellste Kraft, sodass dem „Master/Commander“-Duo nur noch 16 Sekunden auf Rosenberger fehlen – und die will man morgen aufholen, wie Grössing bestätigte: „Wir wollen morgen einen Podiumsplatz!“

Pechvögel Saibel, Stohl & Mrlik

Nicht mehr im Rennen um den dritten Platz befindet sich Erdgas-Pilot Manfred Stohl, den ein Turboschaden am CNG-Mitsubishi auf Rang 13 zurückwarf. Am Samstag könne man nur noch „kämpfen, kämpfen, kämpfen“, erklärte ein säuerlich wirkender Manfred Stohl am Ende der ersten Etappe.

Ähnlich bitter verlief der Abend des Christian Mrlik, der nach SP 5 bereits auf dem grandiosen fünften Gesamtrang lag. Doch ein „Patschen“ auf der letzten Sonderprüfung kostete gleich fünf Minuten, weil Mrlik und sein Co-Pilot Leopold Welsersheimb auf der Prüfung den Reifen wechseln mussten. Völlig zerknirscht erklärte Mrlik: „Der Rundkurs scheint uns nicht zu mögen…“

Böhm führt in der 2WD – spannender Krimi!

So rückte Suzuki Swift S1600-Pilot Michael Böhm vor auf den fünften Gesamtrang, der sich somit über die Führung in der 2WD-Wertung freuen darf – lediglich der bravourös gefahrene Walter Mayer als Gesamtsechster liegt nun zwischen dem Suzuki-Duo.

Denn Böhms Teamkollege und Teamchef Max Zellhofer fehlen nur 4,2 Sekunden auf den Niederösterreicher, Citroen DS3 R3-Pilot Peter Ebner fehlen auch nur weitere 1,1 Sekunden und auch Hannes Danzinger im VW Scirocco TDI fehlen trotz eines Reifenschadens rechts vorne nur etwas mehr als zehn Sekunden auf den Zweirad-Leader. Die 2WD bleibt also höchst spannend, weiterhin kämpfen vier Piloten um den Sieg und um jede Zehntelsekunde.

Im Opel Corsa OPC Rallye Cup konnte Daniel Wollinger seine Führung behaupten, doch Christoph Leitgeb bleibt mit 15 Sekunden Rückstand auf Schlagdistanz. Konrad Friesenegger liegt als Dritter bereits mehr als eine Minute zurück.

Dramatik auf der abschließenden SP 6 auch im Suzuki Motorsport Cup: Der bis dahin führende Klemens Haingartner erlitt nicht nur einen Reifenschaden, sondern gleich auch einen Felgenbruch, sodass er aufgeben musste. So übernahm Lavanttal-Sieger Rene Rieder die Führung, doch Mario Skarek lauert nur 9,7 Sekunden hinter ihm.

Im Duell der historischen Porsche-Piloten Karl Wagner und Christian Rosner hält Ersterer die Nase vorne, im Kampf um den Historischen Pokal hat Kurt Göttlicher die Kontrolle über Peter Matasovic.

Am Samstag sind noch acht weitere Sonderprüfungen zu absolvieren, darunter auch zweimal der 39,14 km lange Pinggau-Rundkurs lang, auf dem sich bereits in der Vergangenheit Dramen abspielten – die Spannung bleibt also erhalten.

Die Stimmen nach der ersten Etappe

Raimund Baumschlager: „Bei der dritten Rundkursrunde ist plötzlich ein großer Granitstein auf der Strecke gelegen. Ich habe zwar nicht viel verloren aber lustig war das nicht. Wir haben zuwenig Drehmoment in dieser Höhenlage. Unser Reifenpoker ist nicht immer aufgegangen.“

Beppo Harrach: „Wir sind eine kluge Rallye gefahren und sind happy mit dem Tagesergebniss. Ich hoffe es geht so weiter. Die lange SP morgen wird schwierig.“

Manfred Stohl: „Wir hatten zuwenig Gasdruck und mussten ein Druckventil wechseln. Jetzt läuft alles wieder normal. “

Gerwald Grössing: „Wir fahren konstant, nachdem wir schon fast aufgeben mussten. Der Wagen ist nicht mehr geradeaus gefahren. Jetzt greifen wir die Position drei an.“

Hannes Danzinger: „Wir hatten einen Reifenschaden rechts vorne und sind eine ganze Runde nur auf der Felge gefahren. Das hat uns eine halbe Minute gekostet. Morgen wird voll attackiert.“

Michael Böhm: „Das war ein super Finish, wir kommen immer besser in Fahrt und haben die 2WD Führung übernommen. Das wird ein harter Tag morgen.“

Kris Rosenberger: „Wir sind zufrieden mit dem dritten Platz. Die Reifenwahl war extrem schwierig. Wir hoffen morgen auf Sonne.“

Christian Mrlik: „Der Rundkurs mag uns nicht, wir haben viel verloren, so schnell gehts.“

Peter Ebner: „Es war schwierig, ich muß mich an die komplexen Reifenmischverhältnisse erst herantasten. Die vorletzte Runde war besser, jetzt kann ich ruhig schlafen gehen. Morgen wird es sicher lustig.“

Martin Zellhofer: „Viele rutschige Kehren, ich weiß nicht wo die langsameren Fahrer cutten, es ist unglaublich viel Dreck auf der Strasse. Morgen werden sich auf der langen Strecke mit Sicherheit wieder Dramen abspielen und wir könnten die Stärke des Autos auf trockener Strecke voll ausspielen.“

Walter Mayer: „Ich war diese Runde nicht schnell genug, es war glatt und schwierig aber ich bin heil im Ziel.“

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SP 9: Harrach out! SP 9: Harrach out! Nach SP 2 Nach SP 2

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