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Loeb behält die Nase vorne

Loeb führt am Ende der zweiten Etappe 6,4s vor Hirvonen, Solberg stabiler Dritter. Manfred Stohl und Ilka Minor liegen weiterhin auf Rang elf.

Michael Noir Trawniczek

Citroen-Teamchef Yves Matton stellte klar, dass es am Samstagnachmittag keinerlei Teamorder geben werde – freilich bedeutet das nicht, dass die Citroen-Piloten Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen tatsächlich bis ins Ziel frei um den Sieg kämpfen dürfen. Gegenüber Autosport erklärte Matton: „Ich weiß nicht, was ich am Samstagabend entscheiden werde. Ich arbeite transparent mit beiden Piloten, wie wir es auch in Argentinien getan haben – und wir werden sehen, was passiert, am Abend habe ich ein Gespräch mit den beiden.“

Zunächst schien sich das Problem von selbst zu lösen, denn nach der ersten Samstagnachmittagsprüfung begann Hirvonen wieder einmal zu lamentieren. Noch bevor sein Teamkollege Loeb ins Ziel der 11,38 km langen SP 12 „Waipu Gorge“ kam, erklärte er: „Sebastien wird hier sicher schneller sein. Vielleicht war die Mittagspause zu lang und ich war auf dieser Prüfung noch nicht wirklich wach. Wir werden sehen, was auf der nächsten SP passiert, ich bin auf dieser Prüfung einfach nicht gut gefahren.“

Loeb gab zu Protokoll: „Wir haben hart attackiert, aber es war schlammig und sehr rutschig. Ich fuhr einfach so, wie ich es kenne: mit Vollgas! Auf den Prüfungen am Vormittag wollte ich keine so hohen Risiken eingehen, um gegen meinen Teamkollegen zu kämpfen – doch dann habe ich verstanden, dass ich das muss! Daher fuhr ich auf dieser Prüfung Vollgas und es war um einiges besser.“

Die M-Sport Ford-Piloten Ott Tänak und Evgeny Novikov beeindruckten auf SP 12 mit der zweit- und drittschnellsten Zeit, die Reihung blieb jedoch aufgrund der geringen Zeitabstände unverändert.

Auch auf der 13,6 km langen SP 13 „Brooks“ konnte Tänak erneut mit der drittschnellsten Zeit beeindrucken – am schnellsten war einmal mehr Sebastien Loeb, wenngleich Hirvonen diesmal nur sechs Zehntelsekunden zurücklag.

SP 14 – der Regen kehrt zurück

Vor der zweiten Durchfahrt der 23,22 km langen SP „Brother Mititai“ kehrte der Regen zurück, wodurch die Bedingungen noch einmal erschwert wurden. Die Bestzeit markierte Ford-Pilot Jari-Matti Latvala, der nach seinem Abflug vom Freitag auf Rang acht festklebt, mit immer noch rund zwei Minuten Rückstand auf den siebtplatzierten Dani Sordo im Prodrive Mini.

Loeb fuhr erneut schneller als Hirvonen, sodass sein Vorsprung bereits wieder 7,9 Sekunden betrug. Doch auf die kommende SP 15 „Girls High School“ bezogen schimpfte Loeb: „Jetzt kommen wir wieder auf diese Sch**ß-Prüfung, auf der ich am Vormittag viel Zeit verloren habe, daher muss ich dort hart pushen. Bislang lief es gut an diesem Nachmittag, wir waren immer schneller als Mikko – jetzt ist es wichtig, nicht wieder den gesamten Vorsprung zu verlieren. Außerdem ist es nicht so easy mit den harten Reifen im Schlamm, aber es ist okay.“

Prompt konnte Hirvonen auf der letzten SP der zweiten Etappe die Bestzeit markieren – allerdings büßte Loeb als Viertschnellster lediglich 1,5 Sekunden von seinem Vorsprung ein, der am Ende des zweiten Tages 6,4 Sekunden beträgt.

Hirvonen bilanzierte erfreut: „Hier stehen wir jetzt nach zwei Tagen in Neuseeland – und wir haben immer noch einen ordentlichen Fight. Daher habe ich eine gute Zeit.“ Zugleich jedoch kamen beim Finnen Zweifel auf, denn für den Sonntagvormittag wird Regen prophezeit: „Dabei gibt es das Problem, dass ich über keine weichen Reifen mehr verfüge, während ich aber weiß, dass Sebastien noch ein paar davon hat. Daher wird es nicht leicht werden, gegen ihn zu kämpfen.“

Zumal immer noch ungeklärt ist, ob das Citroen-Duo auch am Sonntagvormittag offen und frei kämpfen darf. Schließlich handelt es sich zu einem großen Teil um Highspeedprüfungen und jeder Fehler kann das Ende bedeuten.

Solberg stabiler Dritter

Ford-Pilot Petter Solberg konnte am Samstagnachmittag seinen dritten Platz halten, M-Sport Ford-Pilot Evgeny Novikov liegt rund eine halbe Minute hinter dem Norweger.

Der zweite M-Sport Ford-Pilot Ott Tänak konnte am Samstagnachmittag den Rückstand auf seinen Teamkollegen verringern, jedoch warf ihn ein Dreher auf SP 14 wieder etwas zurück. Am Ende des zweiten Tages fehlen Tänak 21,3 Sekunden auf Novikov.

Weitere 23,6 Sekunden dahinter konnte Quatar Citroen-Einspringer Thierry Neuville den aufholenden Prodrive Mini-Piloten Dani Sordo hinter sich halten, dem siebtplatzierten Spanier fehlen 18,7 Sekunden auf den Belgier.

Auf einem einsamen achten Platz rangiert der bereits erwähnte Jari-Matti Latvala, dahinter belegen Mini Portugal-Pilot Armindo Araujo und Monster Ford-Pilot Ken Block die restlichen Punkteränge.

Stohl & Minor bleiben auf Rang elf

An diesem Samstag gab es also keinen Aus- oder Rückfall im Feld der Top 10, womit Manfred Stohl und Ilka Minor weiterhin den „verflixten“, weil punktelosen elften Rang innehaben.

Am Samstagnachmittag lebte das Duell gegen Ken Block noch einmal auf, als Stohl auf SP 13 dem Amerikaner 0,7 Sekunden abknöpfen konnte. Auf den anderen Prüfungen jedoch hatte Block die Nase vorne, auf SP 15 jedoch fehlten Stohl nur 1,2 Sekunden auf den „Mister Gymkhana“.

Hayden Paddon, der Leader der SWRC-Wertung, liegt 26,5 Sekunden hinter dem Austro-Duo auf Gesamtrang zwölf, der Skoda Fabia S2000-Pilot ist der einzige aus dem fünf Mann großen SWRC-Feld, der sich noch auf der Strecke befindet.

In der PWRC führt weiterhin Marcos Ligato, das zuvor auf Platz zwei gelegene Damenduo Ramona Karlsson und Miriam Walfridsson musste die Rallye beenden, nachdem ihr Mitsubishi Lancer Evo X komplett ausgebrannt ist, die beiden blieben bei dem Zwischenfall glücklicherweise unverletzt, Ricardo Trivino rückt vor auf Platz zwei.

Am Sonntag sind noch sieben kurze Sonderprüfungen zu insgesamt nicht mehr als 60 Wertungskilometern zu absolvieren – aus eigener Kraft heraus können Manfred Stohl und Ilka Minor nicht mehr in die Punkteränge vorstoßen. Wenn jedoch nur einer der vor ihnen gereihten Konkurrenten zurückfallen würde, gäbe es für die bislang fehlerlose Fahrt des Wieners sogar noch einen WM-Punkt als Belohnung…


Nach Etappe 2 (SP 15)
 1.  Sebastien Loeb      Citroen        3:27:51.9
 2.  Mikko Hirvonen      Citroen            + 6.4
 3.  Petter Solberg      Ford            + 1:33.3
 4.  Evgeny Novikov      M-Sport Ford    + 2:02.5
 5.  Ott Tänak           M-Sport Ford    + 2:23.8
 6.  Thierry Neuville    Qatar Citroen   + 2:47.2
 7.  Dani Sordo          Prodrive Mini   + 3:05.9
 8.  Jari-Matti Latvala  Ford            + 4:58.0
 9.  Armindo Araujo      Portugal Mini   + 8:21.1
10.  Ken Block           Monster Ford    + 9:07.6
11.  Manfred Stohl       Brazil Ford    + 10:19.4
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Stallorder bei Citroen Stallorder bei Citroen Stohl nach Tag 2 Stohl nach Tag 2

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