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Famoses Rallye-Comeback nach zwei Dekaden

19 Jahre nach seiner letzten Rallye wagt Alex Strobl ein famoses Comeback: Bei der finnischen Arctic Lapland Rallye (26. bis 28. Jänner) zünden der Brandlhof-Boss und seine damalige Copilotin Cathy Schmidt exakt jenen Ford Escort RS Cosworth, mit dem sie einst ORM-Punkte einfuhren…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Peter Tomschi, Brandlhof

19 Jahre ist es bereits her – da haben der damalige Leiter des ÖAMTC-Fahrtechnikzentrums von Saalfelden, Alex Strobl und die im Büro des Fahrtechnikzentrums arbeitende Jung-Rallyecopilotin Cathy Schmidt ihren letzten gemeinsam absolvierten Staatsmeisterschafts-Lauf, die damalige OMV-Rallye auf dem guten 16. Gesamtrang beenden können, mit ihrem Ford Escort RS Cosworth wurden sie zudem Fünfte in ihrer Klasse. Alex Strobl fuhr danach vereinzelte Bergrennen, Cathy Schmidt profilierte sich als ORM-Copilotin. So weit, so gut…

Jetzt, beinahe zwei Jahrzehnte später also, bilden die beiden erneut ein Rallye-Duo. Auf dem Programm steht die finnische Arctic Lapland Rallye. Bemerkenswert: Bei diesem ungewöhnlichen Comeback zünden Strobl und Schmidt exakt jenen Ford Escort RS Cosworth, den sie 1998 im Parc ferme der OMV-Rallye abgestellt haben.

Ebenfalls nicht alltäglich: Damals war das unweit vom Saalfeldener Fahrtechnikzentrum gelegene Hotel einer der Sponsoren, die Alex Strobl bei seinen Rallye-Aktivitäten unterstützt haben – die Liebe jedoch sorgte dafür, dass Alex heute gemeinsam mit seiner nunmehrigen Gattin Birgit Maier die Geschicke des 4 Sterne-Event-Hotels lenkt. Dass dort neben Golf, Wellness und Sport auch automobile Action in Kooperation mit dem benachbarten Fahrtechnikzentrum angeboten wird, erklärt sich von selbst…

Doch wie kam Alex auf die Idee, fast 20 Jahre nach seinem letzten Rallye-Einsatz ein Comeback zu geben? Noch dazu in Finnland? Und mit dem gleichen Auto wie 1998? Alex muss weit ausholen: „Ich bin jedes Jahr in Finnland, um dort auf den Snow Rally Rings das Fahren auf gefrorenen Seen zu genießen – der Chef dieser Location hat mich immer wieder angestachelt und gemeint, es wäre doch wieder an der Zeit, eine echte Rallye zu fahren. Aufgrund der Kooperation zwischen dem Fahrtechnikzentrum und dem Brandlhof hatten Cathy und ich stets Kontakt und als ich ihr im Vorjahr erzählt habe, dass mich Pentti, so heißt der Chef der Snow Rally Rings, wieder mal aufgestachelt hat, kam uns die Idee, es tatsächlich wieder einmal krachen zu lassen.“

Zuletzt hat es Strobl bei einem Bergrennen vor fünf Jahren krachen lassen - Cathy Schmidt wiederum ist zurzeit mit dem steirischen Jungtalent Christoph Lieb im ORM-Dauereinsatz. Um nicht völlig unvorbereitet in das finnische Abenteuer zu stürzen, haben die beiden im Vorjahr an den Austrian Rallye Legends teilgenommen und einen Einsatz als Vorausauto bei der Herbstrallye Dobersberg absolviert. Dabei hat sich auch der Ford Escort RS Cosworth als fit erwiesen - so war der Weg frei, der Bolide wurde als erster in den hohen Norden gesandt…

Teamchef Räikkönen

Die Arctic Lapland Rallye (26. bis 28. Jänner) gilt als Kultevent, dort hat sich einst Kimi Räikkönen auf die Rallye-Phase seiner Rennfahrer-Karriere vorbereitet. Apropos Räikkönen: Eingesetzt wird der Ford Escort RS Cosworth vom national und international erfolgreichen Printsport Racing Team aus Mittelfinnland. Dessen Teamchef heißt Eeru Räikkönen, ist aber nicht mit dem Formel 1-Fahrer verwandt.

Zuletzt setzte Printsport Racing einen Skoda Fabia R5 und alternierend einen Citroen DS3 R3T für Ole Christian Veiby in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC2 und WRC3) ein. 2015 konnte Printsport Racing die Teamwertung der WRC3 gewinnen, zudem setzen auch Jarko Nikkara oder auch die finnischen Jungtalente Jari Huttunen und Jussi Vainionpää auf die Dienste des erfahrenen Printsport Racing Teams.

Extrem schnelle Kurven & Sprünge

Cathy Schmidt - über ihren Vater Rolf, den Leiter einer legendären Rallyeschmiede, in den Sport „hineingewachsen“ - hat die Arctic Lapland Rallye bereits zweimal an der Seite von Walter Mayer absolviert und wurde dort 2011 als „Best Lady“ ausgezeichnet. Schmidt erklärt: „Das Besondere ist bei dieser Rallye, dass der Großteil der Sonderprüfungen nur ein einziges Mal gefahren wird. Von den 250 SP-Kilometern werden gerade einmal 20 wiederholt. Das heißt, dass man einen sehr genauen Aufschrieb erstellen muss.“ Alex Strobl nickt: „Wir legen insgesamt von Freitagmittag bis am Samstagabend rund 850 Kilometer zurück, das ist schon eine ziemlich hohe Distanz.“

Strobl beschreibt eine weitere Besonderheit der Arctic Lapland Rallye: „Sie ist extrem schnell! Viele Kurven werden im fünften und sechsten Gang genommen.“ Lachend fügt Alex hinzu: „Bei dieser Distanz muss man eigentlich froh sein, dass auch viele Geraden dabei sind. Man darf auch nicht vergessen, dass man die Hälfte der Zeit im Finsteren fährt.“

Wie wird Alex Strobl seine erste Rallye nach 19 Jahren anlegen? Cathy Schmidt erklärt: „Du musst bei der Arctic Lapland Rallye das Tempo gut dosieren können. Denn in erster Linie wollen wir ja das Ziel sehen.“ Alex Strobl weiß: „Es ist ein Unterschied, ob ich auf einem zugefrorenen See im fünften Gang herumfahre oder ob ich, wie bei der Rallye, im fünften Gang durch den Wald glühe.“ Daher sei eine gewisse Vorsicht angebracht – allerdings räumt Strobl ein: „Spazierenfahren will ich aber nicht.“

Um sich auf die „Schneehighways“ der Arctic Lapland Rallye einstellen zu können, absolvieren Alex Strobl und Cathy Schmidt am 21. und 22. Jänner mit dem Printsport Racing Team einen finalen Test. Nach der Besichtigung fällt am Freitag, den 27. Jänner der Startschuss zum großen Abenteuer Arctic Lapland Rallye.

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