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BMWs stärkster Reihensechser ever

Als großes Finale ihres 50. Jubiläumsjahres lässt die M GmbH den 3.0 CSL aus dem Sack; einen in Handarbeit zum ultimativen Sammler- und Puristentraum umgebauten M4 mit einer Außenhaut aus carbonfaserverstärktem Kunststoff und vielen "Batmobil"-Anleihen, Handschaltung, Hinterradantrieb und stolzen 560 PS.

2022 war für BMW-Fans mit Hang zu Sportwagen ein gutes Jahr. Nicht nur kam der neue M2 und der M3 Touring auf den Markt, die M GmbH spendierte uns zudem den M4 CSL und nun eben das hier: den 3.0 CSL. Und der ist wohl nicht nur für Fans etwas ganz Besonderes, sondern vor allem auch für BMW und die M GmbH selbst. Nur 50 davon werden gebaut, jeder davon in Handarbeit durch ein handverlesenes Team aus 30 speziell qualifizierten und erfahrenen Technikern. Passieren tut das Ganze im BMW Group Werk Dingolfing, wo neben mehreren BMW M Automobilen unter anderem auch die Luxuslimousinen der BMW 7er-Reihe sowie Karosseriekomponenten für Rolls-Royce Motor Cars produziert werden.

Optisch und technisch wird dabei freilich stark auf die Grundprinzipien gesetzt, die schon beim Urahn Name und Programm waren: "Coupe, Sport, Leichtbau". Ausgeprägte Luftleitelemente, kraftvoll geformte Radhäuser, ein markanter Heckspoiler und zahlreiche weitere Details sind unverkennbar an das Design des legendären Coupés aus den 1970er-Jahren angelehnt. Und auch technisch setzt man auf dasselbe Grundgerüst. Also Handschaltung, Hinterradantrieb, sechs Zylinder und geringes Gewicht. Tatsächlich bringt es der BMW 3.0 CSL auf ein Leistungsgewicht von lediglich 2,9 Kilogramm pro PS. Nicht schlecht. Neben zahlreichen Bauteilen aus CFK, einer Titanabgasanlage und Carbon-Schalensitzen ist das Geheimnis dazu vor allem unter der Haube zu finden. Dort arbeitet der stärkste Reihensechszylinder-Motor, der jemals in einem BMW M Automobil mit Straßenzulassung eingesetzt wurde. Der 3-Liter-Twinturbo leistet 412 kW/560 PS bei 7.200/min und bis 550 Nm Drehmoment. Was das in Sachen 0-100 und Top-Speed bedeutet, verrät BMW allerdings nicht.

Dafür können die Bayern in der Presseaussendung gar nicht aufhören, sich darüber auszulassen, mit welcher Detailversessenheit der Wagen konstruiert wurde, gefertigt wird und was dabei nicht alles quasi 1:1 vom legendären Urahn des Autos inspiriert ist, mit dem Größen wie Hans-Joachim Stuck und Niki Lauda der Konkurrenz auf den Rennstrecken dieser Welt mehr oder minder davon fuhren. Ein paar Beispiele: Die BMW Laserlicht Scheinwerfer strahlen sowohl bei der Welcome-Inszenierung nach dem Entriegeln der Türen als auch bei aktiviertem Abblend- und Fernlicht in Gelb und nehmen damit Bezug auf erfolgreiche GT-Rennfahrzeuge. Die vorn 20 Zoll und an der Hinterachse 21 Zoll großen, geschmiedeten Leichtmetallräder im Y-Speichendesign werden mittels Zentralverschluss montiert, der mit 930 Nm aufgebrachtem Drehmoment den höchsten Wert für ein Serienfahrzeug der BMW Group aufweist. Darauf aufgezogen sind Räder von Michelin, die natürlich exklusiv für dieses Fahrzeug entwickelt wurden und auf ihren Reifenflanken die eingeprägte Zahl 50 tragen. Die Lackierung samt der M Streifen werden mit extrem hohem Zeit- und Arbeitsaufwand größtenteils per Hand aufgetragen; insgesamt werden 22 Einzelteile in einem speziell für den BMW 3.0 CSL konzipierten Verfahren lackiert. Der 3,0 Liter große Antrieb kombiniert spontan einsetzende Drehfreude mit dem M typischen Hochdrehzahlkonzept und verfügt unter anderem über ein extrem steifes Kurbelgehäuse in buchsenloser Closed-Deck-Bauweise, eine geschmiedete Leichtbau-Kurbelwelle und einen im 3D-Druck-Verfahren gefertigten Zylinderkopf-Kern. Beim Fahrwerk kommt eine Doppelgelenk-Federbeinvorderachse und eine Fünflenker-Hinterachse in M spezifischer Ausführung, ein Adaptives M Fahrwerk mit elektronisch geregelten Stoßdämpfern, die elektromechanische M Servotronic Lenkung mit variabler Übersetzung zum Einsatz. In Sachen Bremsen setzt BMW auf Sechs-Kolben-Festsattel-Bremsen und Keramik-Bremsscheiben in den Dimensionen 400 × 38 Millimeter an der Vorderachse mit Ein-Kolben-Faustsattel-Bremsen und 380 × 28 Millimeter großen Keramik-Bremsscheiben an der Hinterachse, jeweils mit verstellbaren Kennlinien. Anstelle von zusätzlichen Sitzplätzen hinter den Carbon-Vollschalensitzen bietet der Fond eine Ablage mit zwei integrierten Helmfächern. CFK-Blenden in den Türverkleidungen und eine reduzierte Akustikdämmung tragen ebenfalls zum extrem sportlichen Flair bei.

Klingt alles sehr edel, exklusiv und sportlich; kein Zweifel. Teuer klingt es auch. Preis? Auf Anfrage. Wenn man allerdings den Look, den Namen und die strenge Limitierung heranzieht, ist davon auszugehen, dass der Wagen ohnehin vor allem für Sammler mit sehr tiefen Taschen gedacht ist, denen kaum die Frage "was kostet der?" über die Lippen kommt, weil's eh wurtscht ist.

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