Autowelt

Inhalt

Neuer Audi A8 - Flaggschiff im ersten Test Audi A8 2017

Kühle Perfektion

Audi lässt mit dem neuen A8 eine rollende Kommandozentrale auf die Straße. Leistung, Sicherheit und Technik wirken fast schon zu perfekt.

mid/som

Hier geht's zu den Bildern

Jeder dritte Mensch auf diesem Planeten hat ein Smartphone. Mit Applikationen, die das Leben erleichtern und mit Applikationen, die jedwede Art von Langeweile im Keim ersticken sollen. Attribute, die vor nicht allzu langer Zeit auch noch für die meisten Automobile galten.

Ob nun für das humorlose "Von A nach B fahren" oder zum Sporttreiben - ein Auto war und ist Lebenshilfe, Sportgerät, Partner und Arbeitsvieh zugleich. Da wundert es kaum, dass die Automobilhersteller heutzutage versuchen, die für viele noch sehr futuristisch anmutenden Tugenden eines Smartphones und die eher rationalen Fähigkeiten eines Autos möglichst effektiv miteinander zu koppeln.

Audi zeigt nun an seinem neuen Flaggschiff, dem A8, dass genau das sehr gut funktionieren kann. Wenngleich die Emotionen bei all der Technik ein wenig auf der Strecke bleiben. Einer Strecke, die dank gut konturierter und sowohl beheiz- als auch belüftbarer Sitze eigentlich kein Ende haben muss. Wer das Glück hat, sich im Fond des zwei Tonnen schweren und 5,17 Meter langen Audi A8 55 TFSI chauffieren zu lassen, kann auch gleich noch die Massagefunktionen und den Touch-Fernseher zum Leben erwecken.

Per herausnehmbarem und ebenfalls berührungsempfindlichen Bedienelements, lassen sich von dort hinten Lichtleisten, Lichtpunkte, Sonnenblenden und noch vieles mehr intuitiv und nicht immer zur Freude des Fahrers unaufhörlich konfigurieren und verändern. Zumindest auf Tastentöne hat Audi zugunsten der Nerven der Erste-Reihe-Sitzenden verzichtet.

Auf nahezu nichts verzichten, außer auf eine sportlich akustische Rückmeldung des 3,0 Liter V6-Benzinmotors, muss hingegen der Fahrer. Das Cockpit ist auf ihn zugeschnitten wie das eines modernen Learjets. Erfühlbare Tasten oder Schalter sind nahezu ausgestorben.

Das gilt im Übrigen auch für die Lüftungsschlitz-Bedienrädchen, die nun auch per Touch-Flächen angesteuert werden. Bei kompletter Deaktivierung verschwinden die Lüftungsgitter sehenswert inszeniert hinter einer edlen Verblendung - einer der letzten mechanischen Hingucker.

Für die eigentlichen Höhepunkte sorgt der Audi A8 jedoch im Fahrbetrieb. Aber nicht, wie bei einem mit Mildhybrid versehenen, 250 kW/340 PS und 500 Newtonmeter starken Schlachtschiff zu vermuten wäre, bei der nahezu geräuschlosen Fahrt mit Tempo 250 oder dem zumindest etwas sonorer klingenden Sprint dorthin. Nein.

Beim neuen A8 bleiben die Münder eigentlich viel länger bei unter zehn Kilometern pro Stunde offen. Denn dann sorgen die Sensorik und die Kameras im Zusammenspiel mit den zahllosen Assistenten für eine völlig kollisionsfreie Fahrt.

Wer einmal mit einem über fünf Meter langen Fahrzeug versucht hat, in einem engen Parkhaus zu manövrieren, weiß, dass große Autos zwar tolle Statussymbole sind. Sie aber in gewissen Situationen am liebsten gegen einen 1.000 Euro-Gebrauchtwagen getauscht werden würden. Diese Zeiten sind nun vorbei.

Denn der so komfortabel über jede Unebenheit hinwegtragende neue Audi A8 lenkt bei diesem Tempo nahezu selbstständig an Hindernissen vorbei oder stoppt rechtzeitig vor ihnen ab. Und auch das Einparken übernimmt er gern per Knopfdruck.

Kein Fahrstufenwechsel zwischen dem ersten Gang und dem Rückwärtsgang sowie kein über dem Bremspedal schwebender Fuß mehr. Bei der Parkplatzsuche darf nun endlich voller Stolz und mit ehrlichem Blick behauptet werden: "Parkrempler? Die anderen sind schuld!"

Der Audi A8 55 TFSI (vormals 3.0 TFSI) kostet in Deutschland 93.500 Euro, der Österreich-Preis ist noch nicht bekannt, er wird jedenfalls deutlich höher sein. Denn das "Einstiegsmodell" hierzulande wird der 210 kW/286 PS starke A8 50 TDI (vormals 3.0 TDI) um 101.200 Euro (D: 90.600 Euro). Die neue Audi-Nomenklatur besteht ausschließlich aus zweistelligen Ziffern, die je nach Leistungsklasse in Fünfer-Schritten ansteigen. Beginnend bei 30 für Modelle bis 96 kW und endend bei 70 für Modelle über 400 kW.

Drucken

Ähnliche Themen:

02.02.2018
Der mit dem Elch tanzt

Mitsubishi hat seit kurzem den Eclipse Cross im Programm, das SUV-Coupé ist die erste echte Neuheit seit langem. Wir testen ihn bei Eis und Schnee.

03.01.2018
Geschmeidig schneidig

Wie eigenständig sich das 170 PS starke Kompakt-Crossover Infiniti QX30 angesichts seiner Mercedes-Gene fährt, finden wir im Test heraus.

19.12.2017
Luxus-Wolke

Der Lexus RX steht nun bereits in der vierten Generation vor uns - ausschließlich als Hybrid-Version 450h. Wir testen das 313-PS-SUV.

Alpen-Paradies 6. Ausgabe der Saalbach-Classic 2018

Wertvolle Oldtimer und die legendären Straßen der Alpen - Walter Röhrl lädt zur Saalbach-Classic 2018, einem automobilien Highlight im Juni.

Motorsport: News Opel ringt um Comeback im Motorsport

Der nach Frankreich verkaufte Autohersteller Opel könnte auf die Motorsportbühne zurückkehren ... wenn die Voraussetzungen passen.

Es geht los IMOT läutet die Motorradsaison ein

Auf der IMOT in München (16. bis 18. Februar) können sich Besucher über alle 2018er-Neuheiten im Motorrad-Sektor und bei Quads informieren.

WRC: Schweden-Rallye Nach SP 14: Meeke nach Kollision out

Während Thierry Neuville weiter das Feld anführt kollidieren Kris Meeke und Ott Tänak auf der SP; Tannert Heigl auf P3 der JWRC.