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Neuer VW Polo GTI - erster Test VW Polo GTI 2017

Volks-GTI

Der VW Polo im neuen, gleichzeitig aber auch schon traditionellen Sportanzug: Die GTI-Variante der sechsten Generation tritt mit 200 PS an.

mid/brie

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Schön, dass VW mit den äußeren Merkmalen, die den GTI von seinen schwächeren Serienbrüdern unterscheiden, auch beim neuen Polo sehr dezent umgeht: keine dicken Backen, keine voluminösen Trittbretter, kein mächtiges Flügelwerk.

Die leicht modifizierte Frontpartie weist mit einem dezenten roten Streifen im Kühlergrill auf das 200-PS-Herz des Polo hin (beim Vorgänger waren es noch 192 PS). Im Heck übernimmt ein dezenter Spoiler und die Doppelrohr-Auspuffanlage diese Aufgabe. Von der Seite her betrachtet, bleibt das Auge an den GTI-Felgen und den roten Bremssätteln hängen. Im Innenraum dominieren die Farben schwarz und rot, die hervorragenden Sportsitze setzen mit dem Karomuster "Clark" (rote, dunkelgraue und hellgraue Streifen mit schwarzen Quadratflächen), ein eigenes optisches Zeichen.

Das vlldigitalisierte Cockpit simuliert über Bildschirme klare Rundinstrumente, die mit leuchtend roten Zeigern auf schwarzem Grund in ihrer guten Ablesbarkeit kaum zu übertreffen sind. Die Zahl der Schalter und Hebel ist erfreulich gering gehalten: Jeder, der die Innenarchitektur von VW gewohnt ist, kommt schnell damit zurecht. In der Version mit 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe DSG, mit der die Wolfsburger zunächst starten (das manuelle Schaltgetriebe wird erst im kommenden Jahr nachgereicht) finden sich auf der Mittelkonsole auch die Knöpfe für die Fahrprofilauswahl, die in der optionalen Endausbaustufe fünf Modi anbietet: Normal, Sport, Eco, Komfort und Individual.

Mit "Individual" kann man abseits der fest vorgegebenen Profile Einstellungen vornehmen, die nicht nur das um 15 Millimeter tiefer gelegte "Sport-Select-Fahrwerk" beeinflussen sondern auch die Lenkung, die Motorkennlinie und die Getriebesteuerung.

Im Sportmodus werden die Fahrerwünsche sehr präzise umgesetzt, sodass die angepeilte Linie auf der Fahrbahn exakt verfolgt werden kann. Im Grenzbereich neigt der Polo klassisch zum Untersteuern, was aber gut beherrschbar ist. Wenn man den Sportler zu Höchstleistungen antreibt, fällt die 100 km/h-Marke bereits nach 6,7 Sekunden. Nebenbei erwähnt: In seinem Vorwärtsdrang macht der hurtige GTI erst bei Tempo 237 Schluss.

Beim Fahren auf der Rennstrecke jubelt der Motor in den höchsten Tönen, sodass eine Stärke des GTI - das kräftige Drehmoment von 320 Nm schon ab 1.500/min, das man beim schaltfaulen Fahren sehr schätzt - kaum zum Zug kommt.

Dafür schnalzt das DSG-Getriebe die Gänge bei jeder Vollgasphase nach den Kurven so flugs rein, als würde es dafür einen Akkordlohn einstreichen. Begleitet werden die Schaltvorgänge von künstlichen Fehlzündungen, die dem Sportsound sozusagen ein akustisches Sahnehäubchen aufsetzten.

Beim Dahingleiten im öffentlichen Straßenverkehr bewegt sich der Polo GTI mit niedrigen Drehzahlen und gutem Durchzugsvermögen eher gelassen und souverän.

An Komfort- und Sicherheits-Ausstattung haben unter anderem Klimaautomatik, akustische Einparkhilfe, Geschwindigkeitsbegrenzer, Müdigkeitserkennung und Notbrems-Assistent samt Fußgängererkennung den Weg in die Serienausstattung gefunden.

Als Volkswagen vor fast 40 Jahren begann, dem VW Polo mehr Mumm einzublasen - damals noch unter dem Zusatzkürzel GT mit zunächst 60 und dann 75 PS - hat sich die sportliche Linie prächtig weiter entwickelt.

Für die schon recht gut ausgestattete Basisversion verlangt VW in Österreich 25.990 Euro (Deutschland: knapp 24.000 Euro). Aber selbst für den GTI bietet die Preisliste genug Positionen, um den Preis Schritt für Schritt nach oben zu treiben. Dennoch: Im Vergleich zum preislich entrückten Golf GTI geht der Polo GTI als Schnäppchen und damit als der eigentliche Volks-GTI durch.

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