Autowelt

Inhalt

Volvo V60 - Kombi im ersten Test Volvo V60 2018

Abziehbild

Volvo präsentiert den neuen Mittelklasse-Kombi V60. Der ist nur auf den ersten Blick seinem großen Bruder V90 sehr ähnlich. Erster Test.

Georg Koman; mid/me

Hier geht's zu den Bildern

Ja, es gibt sie noch, die treuen Kombi-Fans. Allerdings werden sie auch bei Volvo, übrigens seit 1953 Anbieter der praktischen Familien-Autos, weniger. Mancher Kunde der Schweden klettert mittlerweile lieber in ein SUV, von denen es mit XC40, XC60 und XC90 topaktuelle Varianten in drei Größen gibt.

Doch gerade Langstrecken-Fahrer schätzen die Kombi-Vorzüge gegenüber den wuchtigen Offroadern nach wie vor: vor allem den geringeren Verbrauch und das agilere Fahrverhalten. Ihnen macht die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns mit dem V60 ab Juli ein neues, optisch sehr attraktives Angebot.

Der 4,76 Meter lange und 1,85 Meter breite Volvo V60 basiert auf der gleichen Plattform wie der große V90 (und noch nicht auf gemeinsamer Geely-Volvo-Technik wie das Kompakt-SUV XC40). Auf den ersten Blick gleicht der V60 dem V90 wie ein Zwilling. Erst wenn beide direkt nebeneinander parken, fallen die geringeren Abmessungen, die dynamischere Seitenflanke und die aufrechtere Heckscheibe auf. Letztere ermöglicht, dass der Gepäckraum nur unwesentlich kleiner ausfällt als beim V90. Der V60 steckt mit 529-1.364 Liter mehr weg als manches SUV.

Die 18 Zentimeter geringere Außenlänge gegenüber dem V90 - im Vergleich zum alten V60 gab es hingegen ein sattes Längenwachstum von 13 Zentimetern - macht sich im Innenraum also kaum bemerkbar, dafür aber die um drei Zentimeter geringere Breite: Zu dritt kann man zwar, möchte man aber nicht unbedingt hinten sitzen - auch wegen des wuchtigen Kardantunnels in der Mitte. Ist der V90 ein Auto für die fünfköpfige Familie, empfiehlt sich der neue V60 eher für vier Personen.

Sonst entspricht das Interieur dem bekannten hohen Volvo-Standard: Optional gibt's Leder und Edelholz mit rauer, natürlich wirkender Oberfläche. Das virtuelle Cockpit ist klar ablesbar und verwirrt nicht mit zu vielen Spielereien, daneben informieren der übliche, etwas Eingewöhnung erfordernde Touchscreen über Navi-Anweisungen oder das Entertainment-Programm. Apple Car Play und Android Auto ermöglichen die Einbindung von Smartphones.

Insgesamt strahlt das Interieur die typisch skandinavische Wohnlichkeit aus. Das Fahrverhalten passt dazu: Komfortabel rollt der front- oder allradgetriebene Kombi ab, lässt bei Bedarf aber auch schärfere Gangart zu, auch wenn diese von den Volvo-Kunden eher selten gefordert wird.

Motorisiert ist der neue V60 durchwegs mit bekannter Ware aus dem Volvo-Regal, sprich: mit aufgeladenen Zweiliter-Vierzylindern. Neben dem D4 (ab 43.963 Euro) gibt es den gleichen Motor auch als D3 mit 150 PS (ab 42.185 Euro). Benzinerseitig geht es vorerst mit dem 310 PS starken T6 samt Allradantrieb los (ab 55.500 Euro). Alle Motoren erfüllen die strenge Abgasnorm nach Euro 6d-Temp - die Diesel dank SCR-System, der Benziner dank Partikelfilter.

Zwei Plug-in-Hybride folgen als T6 (340 PS) und T8 (390 PS) etwas später, ebenso ein 250 PS starker T5-Benziner sowie Allrad-Versionen von D3 und D4. Der für leichtes SUV-Feeling sorgende V60 "Cross Country" rückt gegen Jahresende nach, die Limousine S60 wird erst im Frühjahr 2019 erwartet - diese übrigens als erster Volvo ohne Dieselmotoren.

Der sehr laufruhige und gut gekapselte Diesel D4 agiert stets souverän und leise. Der mit 400 Nm genauso drehmomentstarke Benziner T6 powert nochmals kraftvoller los (5,9 Sekunden von 0-100 km/h). Laut Norm-Mix verbraucht er allerdings drei Liter mehr. Im Zuge unserer ersten Testfahrten kamen wir beim Diesel mit 6,5 Litern durch, beim Benziner wies die Verbrauchsanzeige ziemlich genau zehn Liter aus.

Ganz vorne fahren die Schweden bei der Sicherheit - für die Insassen, aber auch für Fußgänger. Droht ein Unfall, bremst der V60 nicht nur selbstständig, sondern weicht sogar aus. Beim Thema Assistenz-Systeme liegt Volvo auf Top-Niveau, dazu sind diese im Gegensatz zu vielen Konkurrenten großteils serienmäßig.

Fünftüriger Premium-Kombi, Länge/Breite/Höhe 4.761/1.850/1.427 mm; Radstand 2.872 mm; Wendekreis 11,4 m; Gewicht 1.823 kg, Zuladung 417 kg, Anhängelast 2.000 kg; Sitzkapazität: 5; Kofferraum: 529-1.441 l.
Motor: 4 Zylinder Turbodiesel; Hubraum 1.969 ccm; Leistung: 140 kW/190 PS bei 4.250/min; Drehmoment 400 Nm bei 1.750-2.500/min; Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h; Beschleunigung: 0-100 km/h 7,9 Sekunden; Frontantrieb; 6-Gang Schaltgetriebe oder 8-Gang-Automatik; Verbrauch 4,6 l/100 km; CO2: 122g/km; Euro 6d-Temp.
Österreich-Preis V60 D4: ab 43.963 Euro (Deutschland: ab 43 300 Euro)
+ V60 D3 ab 42.185 Euro (Deutschland: ab 40.100 Euro)
+ V60 T6 AWD: ab 55.500 Euro (Deutschland: ab 49.500 Euro)

Drucken

Ähnliche Themen:

11.07.2018
Aufgefrischt

Beim Facelift für den Tucson hat Hyundai an vielen Stellschrauben gedreht: frischere Optik, neue Motoren, neue Automatik. Erster Test.

09.07.2018
Kann's der Kona?

Für den Konkurrenzkampf der kleinen SUV um 4,20 Meter hat der Hyundai Kona beste Voraussetzungen. Test des 120-PS-Benziners mit Frontantrieb.

05.07.2018
Auf Erfolgskurs

Der vierten Generation des Hyundai-SUV Santa Fe haben die Techniker alles mitgegeben, was sie an zeitgemäßer Technik verfügbar haben.

Ghibli & GT Maserati: Jubiläen bei den Classic Days

Im Park von Schloss Dyck stehen die Classic Days bevor. Maserati feiert dort gleich zwei Jubiläen: 50 Jahre Ghibli Spyder und 20 Jahre 3200 GT.

Formel 1: News Pierre Gasly Nachfolger von Ricciardo

Der 22jährige Franzose wird 2019 konzernintern von Toro Rosso zu RB Racing wechseln und damit neuer Teamkollege von Max Verstappen.

GT Masters: Zandvoort Klaus Bachler: Podium in Zandvoort

Großartiger Sonntag für Klaus Bachler in Zandvoort: Nach tollem Qualifiying (P2) fährt der Steirer im Rennen aufs Podium – Platz drei.

Frischer Wind Harley-News: E-Bike, Enduro, Streetfighter

Ab 2019 startet Harley-Davidson eine beeindruckende Produktoffensive - mit E-Motorrad ("LiveWire"), Enduro ("Pan America") und Streetfighter.