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Audi RS3 MTM – im Test

Initialzündung

Es scheint schwer geworden zu sein, die Spreu vom Weizen zu trennen. Den Mann im Jungen zu finden. Was wir sonst noch im Sperrer Audi RS3 MTM fanden, lesen Sie hier.

Text: Rainer Behounek, Fotos: Maximilian Lottmann

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Beim Ein- und Aussteigen kann es bei Menschen mit dünnem Gewebe passieren, dass sie sich ein Oberschenkelveilchen zuziehen. Die Schalensitze sind so eng wie ein Kletterschuh und so bequem wie das Lieblingseck auf der Couch, aber an den hohen Seitenkanten so hart wie die erste weibliche Zurückweisung.

Das Lenkrad ist abgeflacht, griffig, liegt perfekt in der Hand und ist konturiert, jeder Finger bekommt seinen eigenen Platz - da sieht man, da hat sich jemand Gedanken gemacht. Aus gutem Grund, sind doch die Hände im von Sperrer Motorsport aufgepeppelten RS3 MTM enorm wichtig. Sie sorgen nämlich dafür, dass die 472 PS, die vierhundertzweiundsiebzig Pe-Es, da hingehen, wo sie hingehören.

Beim ersten Lokalaugenschein sind es innen lediglich die erwähnten Schalensitze, die andeuten, dass der Audi A3 keiner mehr ist. Außen gibt sich die Hardcoreversion ebenfalls gediegen. Die fetten Endrohre und die edlen Sperrer-Ritter sind die wenigen Hinweise auf die externe Hochzüchtung.

Am Lenkrad, an den Einstiegsleisten, am Schaltknauf des Siebengang-S-Tronic-Getriebes. Und wer besonders genau hinschaut, der entdeckt auch das eine oder andere MTM-Logo. MTM, das steht für „Motoren-Technik Mayer“. Unter uns gesagt steht’s für „Madly Tuned Motors“. Oder für „Monster-Torpedo-Minotaurus“.

Die Jungs aus dem deutschen Wettstetten wissen, was sie tun. Vor der Gründung seiner eigener Firma 1990 war Roland Mayer in den 1980ern als Audi-Ingenieur an der Entwicklung des Gruppe-B-Monsters Audi Sport Quattro beteiligt. Übrigens: Auch der RS3 trägt einen Fünfzylinder in der Brust.

Das muss man sich mal vorstellen, da geht jemand her und denkt sich: „Also der RS3… irgendwie… versteht mich bitte nicht falsch… wenn der ein, zwei PS mehr hätt’, dann wär’ der noch feiner.“ Und auf einmal verpuffen 340 reguläre RS3-PS im egovernichtenden Äther und transformieren sich zu alles beherrschenden 472 PS.

„Was macht man denn bitte schön mit 472 PS? Das kannst du ja nicht mal mehr ausfahren und überhaupt, ist das nicht ein bisschen zu viel des Guten?“ Die Fahrt des Redakteurs in wenigen Absätzen beschrieben, beantwortet nicht nur jede der gestellten Fragen, sondern lädt vor allem zum Träumen ein. Wie es auch wir getan haben.

Panta rhei

20 Uhr. Die Nacht wird klar, das zeichnet sich ab. Mit plus fünf Grad zählt sie auch sicher zu den wärmeren der letzten Wochen. Es ist dunkel und die rote Farbe sieht man trotzdem. Und die funkelnden „Sperrer Motorsport“-Wappen. Das Einsteigen funktioniert noch nicht so elegant, das kommt sicher noch. Erfrischend: Kein Startknopf. Der Schlüssel wird per Hand ins Schloss geführt und umgedreht.

Und wenn die Hand den Schlüssel umdreht, dann sollte sie ausgeschlafen sein, so wie der Rest des Körpers. Nach einem kurzen Surren dröhnt der Fünfzylinder gierig los. So als sei er wütend, dass man ihn erst jetzt weckt. Rasend wütend.

Die Straßen lichten sich immer mehr, arbeitende Mütter und Väter fahren heim zu ihren Familien, Schüler und Studenten finden sich in den Pubs ein, die Adern der Stadt transportieren immer weniger Körperchen durch die Gegend. Ich habe Zeit und warte geduldig.

Grollend bewege ich mich vom einsamen Schotterparkplatz weg auf die Suche nach dem Rausch. Die Straßenlaternen legen ihre einsamen, orangefarbenen Lichter über den Audi während ich unter ihnen durchfahre. Der Audi RS3 MTM by Sperrer ist bretthart. Jeder Stein dringt ins Rückenmark, jede Bodenwelle rüttelt den Unterkiefer durch.

Auf Seite 2 geht's weiter mit der Madness!

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