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Neuer BMW 3er Touring - erster Test BMW 3er Touring 2019

Eiliger Edelfrachter

Kaum ist die 3er-Limousine von BMW bei den ersten Kunden, schon wird die Kombi-Variante 3er Touring nachgeschoben. Wir testen den flotten Frachter.

mid/brie

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Die Eile beim Modellnachschub überrascht nicht, denn der BMW 3er Touring als Kombi-Variante der 3er Limousine erfreut sich in etlichen Ländern Europas, darunter auch in Österreich und Deutschland, größerer Beliebtheit als der der Standard-Viertürer. So richtig ins Rampenlicht fährt die sechste Generation G21 des Touring, mit dem wir schon eine ausgiebige Testrunde drehen durften, erst zur herbstlichen IAA in Frankfurt.

Als Abkömmling von der Limousine sind die - dynamisch-agilen - Fahr-Eindrücke des Touring deckungsgleich mit ihr. Insofern geht es jetzt mehr um die Optik und die Qualitäten des Dreiers mit Rucksack. Auf den ersten Blick sind die Unterschiede zum Vorgängermodell eher gering. Nimmt man die Lupe zur Hand, sieht die Sache schon ganz anders aus: Die Detailarbeit ist gelungen. Da BMW bei seinen Produkten die Freude am Fahren postuliert, ist auch beim Kombi die sportliche Anmutung ein Muss.

Diese Symbiose wird besonders durch die betonten Radhäuser samt separater, nach oben ansteigender Schulterlinie an der Hinterachse bedient, die als Stilelemente schon im Stand einen kräftigen Antritt verheißen. Dass der neue Touring in der Seitenansicht noch gestreckter aussieht, kommt nicht von ungefähr: Die Fahrzeuglänge ist gewachsen - diesmal um 76 Millimeter. Und damit diese Botschaft nicht durch zu lange Überhänge wieder abgeschwächt wird, ist auch der Achsabstand um weitere 41 Millimeter vergrößert worden. Nebenbei bemerkt: Der Touring wuchs zudem in der Breite um 16 Millimeter.Länge und Breite kommen definitiv den Insassen zugute, die deutlich mehr Bewegungsfreiheit als im Vorgängermodell genießen.

Konzentrieren wir uns also auf das Frachtabteil. Die bisher nur optionale elektrisch betätigte Heckklappe ist nun Serie. Nimmt man den optionalen Komfortzugang dazu, dann schwingt der Heckdeckel auch berührungslos nach oben. Im iDrive-Menü ist einstellbar, wie weit er nach oben schwenkt. Das verhindert in niedrigen Garagen hässliche Kratzer am Außenlack. Nach wie vor lassen sich kleinere Gegenstände durch die wie immer unabhängig zu öffnende Heckscheibe ins Innere reichen. Neu daran: Die kleine "Tür" lässt sich auch mit der Funkfernbedienung aktivieren.

Geht es um die Größe des Frachtbereiches, dann meldet BMW auch hier stolz den Zuwachs: 112 Millimeter breiter als bisher und wegen der 30 Millimeter höheren und bis zu 125 Millimeter breiteren Ladeöffnung leichter zu befüllen. Geht es darum, schwere Gepäckstücke einzuladen, wird dies durch eine etwas niedrige Ladekante und eine verringerte Stufe zwischen dieser Kante und dem Laderaumboden begünstigt.

Besonders stolz sind die Techniker auf eine raffinierte Antirutsch-Einrichtung, die im dicken SUV X5 erstmals präsentiert wurde. Im Ladeboden sind entsprechende Antirutsch-Schienen integriert, die automatisch und unmerklich um ein paar Millimeter ausfahren, wenn die Heckklappe geschlossen wird.

Nach dem Ausschalten des Motors verschwinden die Schienen wieder in der Versenkung. Einladen geht somit wie gewohnt, beim Fahren bilden die Gummi-Elemente jedoch eine höchst effektive Anti-Rutsch-Vorrichtung.

Das im 5er Touring serienmäßig selbst auf- und niederfahrende Abdeckrollo muss im Dreier noch von Hand bedient werden, dafür lässt es sich erstmals in einer dafür vorgesehenen Stelle im Kellerabteil des Laderaums verstauen. Wem der Platz im Kofferraum mit aufgestellter Rückenlehne nicht reicht, der kann das Frachtvolumen in drei Schritten erhöhen.

Die Lehnenelemente können nämlich im Verhältnis 2:1:2 einzeln umgelegt werden. So wächst der Kofferraum von 500 (Vorgänger 495 Liter) auf bis zu 1.510 Liter an. Geht es nur um das Frachtvolumen, das unmittelbar nach dem Öffnen der Klappe zur Verfügung steht (also ohne die zusätzlichen Ablagen in den Seiten und unter dem Ladeboden), dann übertrifft der Neuling seinen Vorgänger sogar um 32 Liter.

Zur Markteinführung stehen der flotte 330i (258 Benziner-PS mit oder ohne Allradantrieb) und der nochmals bulligere 330d xDrive (265 Diesel-PS serienmäßig mit Allradantrieb) zur Verfügung. Doch auch das ab 44.000 Euro erhältliche Interims-Einstiegsmodell 320d bietet mit seinen 190 Diesel-PS mehr als genug Power (0-100 km/h in 7,1 Sekunden). Außerdem ist dieses mit Handschaltung, Automatik, Hinterrad- oder Allradantrieb erhältlich.

Wem selbst die Leistung des 330d nicht reichen sollte, der wird sich ab November für den M340i mit 374 PS interessieren. Und wenn es überhaupt nicht darum geht, Transportaufgaben im Expresstempo zu absolvieren? Dann ist der 318d Touring (ebenfalls ab 11/2019) mit 150 PS die richtige Alternative. Sein dickes Plus: Mit einem Verbrauch ab 4,3 l/100 km ist er deutlich sparsamer als seine potenteren Serienbrüder. Und mit einem Preis von knapp unter 40.000 Euro deutlich erschwinglicher.

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