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Ford KA+ 1,2 Ti-VCT 85 Trend - im Test Ford KA+ 2017

Preis-Leistungs-Sieger

Kaum kürzer als der neue Fiesta, kaum niedriger als der B-Max: Der Ford KA+ bietet viel Raum auf geringer Grundfläche. 85-PS-Benziner im Test.

Text: Michael Noir Trawniczek; Bianca Burger/mid
Bilder: Sabine Sommer

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Bei den Zulassungszahlen sind die Kleinen ganz groß: Kleinstwagen liegen im Trend, speziell, wenn sie wie der Ford KA+ gar nicht mehr so winzig sind und vier ausgewachsene Passagiere samt einer Portion Gepäck problemlos von A nach B bringen.

Der knuffige Kleine bringt zudem eine weitere Eigenschaft mit, die Käufer lieben: Laut aktuellem J.D.Power-Report ist er der Preis-Leistungs-Sieger in seinem Segment.

Neben dem frischen und knackigen Design hat der Ford KA+ einen entscheidenden Vorteil gegenüber den bisherigen KA-Generationen: Er hat neuerdings Türen für die Fond-Passagiere. Sie erleichtern den täglichen Umgang ganz erheblich, sorgen beim Transport des Nachwuchses für kletterfreie Anschnallaktionen, vereinfachen das Ein- und Aussteigen und sind ganz einfach sehr praktisch, wenn mal schnell eine Aktentasche oder ein Einkaufskorb verstaut werden sollen. Ein klares Plus des KA+.

Wer auf dem Fahrersitz Platz genommen hat, freut sich über die erhöhte Sitzposition und die gute Rundumsicht. Die Armaturen sind auf den ersten Blick überschaubar und übersichtlich gestaltet. Die Anordnung der Bedienelemente ist gut gelöst. Alle Einstellmöglichkeiten sind auf Anhieb zu finden.

Überraschend üppig ist das Platzangebot. Trotz der nur 3,93 Meter betragenden Länge haben auch die Hintensitzenden reichlich Raum für Knie, Schultern und Kopf. Das liegt an der aufrechten Sitzposition, die wie bei einem Van durch die Wagenhöhe von 1,53 Metern ermöglicht wird. Der Kofferraum schluckt im Normalzustand 270 Liter, bei umgeklappter Rücksitzlehne immerhin 960 Liter. Allerdings entsteht dabei eine Stufe.

Ford kann Fahrwerk - diesen Ruf hat man sich hart erarbeitet. Und das belegt auch der kleine KA+ eindrucksvoll. Er steckt gröbere Fahrbahnunebenheiten entspannt weg, wirkt aber trotzdem kein bisschen weich oder schwammig.

Schnelle oder auch enge Kurven durcheilt er, auch wegen der präzisen, elektrisch unterstützten Lenkung, sicher und souverän. Ein Sportwagen ist der Mini-Ford zwar nicht, doch die im Testwagen arbeitende stärkere Version des 1,2-Liter-Motors verrichtet mit 85 PS ihren Job definitiv motiviert.

In Zahlen: 166 km/h Spitze, 0 bis 100 km/h in 13,9 Sekunden - das genügt ganz locker zum Mitschwimmen im Verkehr. Die auf dem Prüfstand ermittelten 4,8 Liter Normverbrauch verpasst er im Test um rund einen Liter, 5,9 Liter Mixwert gehen für einen Benziner aber in Ordnung.

Mit seinem Kleinsten setzt Ford auch bei den Preisen ein Zeichen. Der KA+ ist ab 9.950 Euro erhältlich (mit 70 PS und "Ambiente"-Serienausstattung) und dabei schon ordentlich bestückt, etwa mit elektrischen Fensterhebern, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und sechs Airbags.

In der von uns getesteten Austtattung "Trend" (11.450 Euro), die grundsätzlich mit der 85-PS-Motorisierung verbunden ist, kommen das sprachgesteuerte Infotainment-System SYNC mit 4,2 Zoll-Farbdisplay, Bluetooth-Schnittstelle, SMS-Lesefunktion und Notruf-Assistent sowie Klimaanlage und "MyKey"-Schlüsselsystem (individuell programmierbarer Zweitschlüssel) hinzu.

Außerdem sind in unserem Testwagen noch verbaut: das Komfort-Paket mit anklapp- und beheizbaren E-Außenspiegeln, elektrischen Fensterheber auch hinten sowie akustischer Einparkhilfe (560 Euro), Leichtmetallräder (450 Euro), dunkel getönte Heckscheibe und hintere Seitenscheiben (150 Euro), Tempomat (490 Euro), Klimaautomatik (350 Euro) sowie beheizbare Vordersitze (160 Euro).

Hübscher, aber auch teuerster Aufpreisposten ist die Spezial-Metallic-Lackierung "Korea Gold" des Testwagens um 830 Euro. Wer sich diesen Luxus nicht leisten will, fällt mit dem standardmäßigen "Sahara-Gelb" auch positiv auf, oder wählt eine der vier "normalen" Metallic-Lackierungen um 550 Euro.

Plus
+ exzellente Raumausnutzung
+ gelungenes Design
+ angenehmer Ein- und Ausstieg auch im Fond (5 Türen)
+ viel Auto um wenig Geld

Minus
- der EcoBoost-Dreizylinder (100 PS) wäre noch spritziger und sparsamer

Resümee
Unterm Strich ist der KA+ der kleinstmögliche Allrounder mit kompakten Abmessungen und dennoch viel Platz, guter Ausstattung und einer Prise Chic.

Weitere Testdetails:

Ausstattung & Technik
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