Autowelt

Inhalt

Renault Twingo TCe 110 GT - im Test Renault Twingo GT 2017

Tiger im Tank

Der 110 PS starke Renault Twingo GT pflegt als sportliches Topmodell der kleinen Hecktriebler-Familie einen etwas auffälligeren Auftritt.

mid/rhu

Hier geht's zu den Bildern

Der erste Blick bringt die Antwort: Liebe oder Abneigung, top oder Flop? Doch halt: Bei der Sportvariante des Renault Twingo dauert die Entscheidung vielleicht doch ein bisschen länger als bei seinen zivileren Brüdern.

Denn der GT ist ein Kleinstwagen mit einer Portion Adrenalin im Tank - und das gefällt dann doch auch Autofahren, denen das Erscheinungsbild des kleinen Franzosen mit den etwas anderen Proportionen an sich nicht so recht zusagt.

3,60 Meter lang, 109 PS stark, Heckmotor, Heckantrieb, 17-Zoll-Felgen, Doppelauspuff: Die Basisdaten des Twingo GT zeigen schon, dass hier ein ganz spezieller Kleiner vorfährt. Der Zwillingsbruder des Smart Forfour lockt mit putzigem Äußeren und einer netten Portion Kriegsbemalung, demonstriert innen wie außen, dass er zwar klein, aber durchaus oho ist. Beim Beschleunigen dringt kerniger Dreizylinder-Sound aus dem Kofferraum, wer scharfe Kurven ein bisschen zu fix angeht, wird - je nach Geschmack - mit einem etwas unruhigen Heck belohnt oder bestraft.

Es geht jedenfalls relativ zügig voran im Twingo GT, die 100er-Marke fällt nach 9,6 Sekunden, bis 182 km/h reicht der Vorwärtsdrang. Der bunte Zwerg darf also gerne auch mal auf der Überholspur mitspielen. Dann wird es aber ganz bestimmt nichts mit dem versprochenen Verbrauch von 5,2 Liter auf 100 Kilometern, bei zügiger Fahrweise dürfen es gerne auch mal über sieben Liter sein.

Dass die Sitze, entgegen dem üblichen Vorurteil betreffend französische Komfortsessel, guten Seitenhalt bieten, wird dankbar vermerkt. Die Sitzposition ist allerdings nicht wirklich sportlich, weil eine Portion zu hoch. Dafür meldet die Lenkung aber spontan, was der Fahrer bei engagierter Fahrweise wissen möchte.

Außen winzig, innen vergleichsweise geräumig: Das kleine Platzwunder schafft Renault durch den Motor im Heck, der dank ultrakurzem Vorderwagen viel Platz für die Passagiere lässt - auch für zwei ausgewachsene Mitfahrer in Reihe zwei.

Der Kofferraum über dem Motor ist allerdings eher bescheiden dimensioniert und immer gut gewärmt, sein Volumen liegt zwischen 219 und 980 Liter. Besonders positiv fällt der sensationell kleine Wendekreis von nur 8,6 Metern auf - der Twingo GT ist ein echter Flitzer für den Dschungel der Großstadt.

Die Bedienung des Twingo per Touchscreen ist einfach, die Tasten und Schalter für die Klimatisierung sind vielleicht einen kleinen Tick zu tief angeordnet. Die Materialien an Armaturenbrett und Türen sind ansehnlich, aber nicht hochwertig.

Kein Wunder, schließlich sitzen wir in einem Winzling, dessen Basisversion schon ab 9.990 Euro (Deutschland: 9.790 Euro) über den Ladentisch geht. Schön, dass die Sitzbezüge und Verzierungen etwa an den Lüftungsdüsen ein bisschen Farbe ins ansonsten ziemlich dunkle Einerlei bringen.

Wer Schwertransporte plant, sollte übrigens vom kleinen Renault Abstand nehmen: Die Zuladung beträgt nur 330 Kilo, das bringen schon drei gut gepolsterte Beifahrer ohne Gepäck auf die Waage. Und eine Anhängerkupplung ist nicht vorgesehen.

Im Basispreis von 15.990 Euro (D: 15.590 Euro) sind beispielsweise ein Audiosystem, die integrierte Smartphone-Halterung mit USB-Anschluss, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht oder Seitenwind-Assistent und Tempopilot schon an Bord.

Das Techno-Paket mit R-LINK (Navigation plus Internetverbindung übers Smartphone) und Rückfahrkamera steht für 1.063 Euro (D: 990 Euro) in der Aufpreisliste, die Doppelkupplungs-Automatik EDC ist für 1.400 Euro zu haben. Und der starke Auftritt? Der ist serienmäßig.

Viersitziger, viertüriger Kleinstwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 3.595/1.647/1.557/2.492, Leergewicht: 1.055 kg, Zuladung: 330 kg, Gepäckraumvolumen: 219 - 980 l, Tankinhalt: 35 l.
Antrieb: Dreizylinder-Turbobenziner, Hubraum: 898 ccm, Leistung: 80 kW/109 PS bei 5.750 U/min, max. Drehmoment: 170 Nm bei 2.000 U/min, Beschleunigung 0 - 100 km/h: 9,6 s, Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h, Normverbrauch: 5,2 Liter Super je 100 km, CO2-Emissionen: 115 g/km, Heckantrieb, Fünfgangschaltung.
Österreich-Preis: ab 15.990 Euro (Deutschland: ab 15.590 Euro).

Drucken

Ähnliche Themen:

15.01.2018
Kraftzwerg

Dem neuen Toyota Yaris GRMN sieht man seine Kraft erst auf den zweiten Blick an - doch unter der kurzen Haube werken satte 212 PS.

02.12.2017
Mehr SUV fürs Geld

Vom deutlich attraktiveren Äußeren bis hin zu mehr inneren Werten reicht das Maßnahmenpaket für den Anfang 2018 startenden neuen Dacia Duster.

24.11.2017
Sicher, schick, schwedisch

Der neue Volvo XC40 wildert im schicken Dress und mit gehobener Ausstattung ab Frühjahr 2018 im Revier der kompakten Premium-SUV.

Planai-Classic 2018 Die besten Bilder der Planai-Classic

Walter Vogler klemmte sich hinter die Kamera und schoss für uns sämtliche Teilnehmer der Planai-Classic 2018 ab - verletzungsfrei natürlich.

Formel 1: Interview Cosworth sucht Nähe zu Aston Martin

Motorenhersteller Cosworth will zusammen mit Aston Martin ein neues Formel-1-Aggregat entwickeln, braucht dafür aber wohl bis 2022.

Motorrad-WM: Interview Wäre Viñales bei Suzuki Titelkandidat?

José Manuel Cazeaux, bei Suzuki einst der Chefmechaniker von Maverick Viñales, bedauert den Wechsel seines Ex-Schützlings zu Yamaha.

EICMA-ABC EICMA: Alle Motorrad-Neuheiten 2018

Der Gang durch die Messehallen fördert viele Neuheiten zutage, die Vorfreude auf die kommende Saison wecken. Hier ein kleines EICMA-ABC.