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Mini Cooper S Cabrio - im Test Mini Cooper S Cabrio 2018

Jack-Sucht

Den Sommer genießt man gerne oben ohne. Ziemlich lässig klappt das bei Mini. Wir testen das geliftete Cabrio mit neuem Doppelkupplungsgetriebe.

Bernhard Reichel

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Mini frischte den Cooper S auf, ans Blech ging man ihm dabei allerdings nicht. Vorne gibt es ein neues Innendesign der LED-Scheinwerfer. Diese verfügen nun über eine gesteigerte Leuchtkraft, Abbiegefunktion und Matrix-Technik sowie selektive Abblendfunktion für das Fernlicht.

Ebenso wurde hinten aufgefrischt und gegen Aufpreis gibt es die Leuchten in richtig origineller Leuchtgrafik im britischen "Union Jack"-Design. Wer sich immer schon gefragt hat, warum die Rückleuchten in der dritten Generation eigentlich so riesig ausfallen mussten, erhielt nun eine nachträgliche Erklärung dafür.

Aufgefrischt hat man auch das Logo, das nun weniger dreidimensional geformt ist und mit Lack als Kontrast sehr frisch wirkt. Dazu gibt es die obligatorischen neuen Farben, Materialien, Felgen und Zubehör. Auch wirklich individuelle Farbwünsche finden ab Werk nun Gehör. Neu sind die Außenfarben, "Emerald Grey metallic", "Starlight Blue metallic" und "Solaris Orange metallic".

In letzterer Farbe tritt unseren offener Testwagen auf, dazu erhielt er das neue "Piano Black Exterieur"-Paket. Hier sind der Grill und alle weiteren Akzentteile wie etwa die Umrandungen der Leuchten in Schwarz lackiert. Das passt richtig gut, zumal es sauber mit den ohnehin meist schwarz bestellen Rückspiegeln und vor allem dem schwarzen Windschutzscheibenrahmen harmoniert, mit den Ralleystreifen sowieso.

Für den Innenraum hat man ebenfalls ein "schwarzes" Paket parat. Dekorleisten der Türen, der Mittelkonsole und der Armaturentafel, welche auf der Beifahrerseite jetzt in wechselnden Farben hinterleuchtet ist, glänzen in poliertem Schwarz.

Ingesamt zählen wir im Innenraum gleich an sechs Stellen Union Jacks. Am prominentesten wird die Flagge wunderbar im Verdeck eingestickt in Szene gesetzt, optional natürlich. Der Tankdeckel wurde hingegen ganz unbritisch auf die rechte Seite versetzt.

Sonst spendierte man dem Innenraum noch einen neuen Wählhebel, sowie eine weniger verspielte Tankanzeige. Gestartet wird immer noch über den coolen Kippschalter auf der Mittelkonsole. Neu ist auch kabelloses Aufladen von geeigneten Telefonen und das Navi verarbeitet mehr Real Time Infos.

Während die kleinen Brüder nur noch auf drei Töpfen laufen, darf im S noch aus allen vieren und ganzen zwei Litern Hubraum geschöpft werden. 192 PS sind absolut gut motorisiert. Der Turbo prescht schon vom Stand weg kräftig los. Im besten Fall in 7,2 Sekunden auf Tempo 100. Bei flotten 230 km/h endet der Spaß.

Die Kraft entfaltet sich sehr leichtfüßig. Die Vorderachse wirkt so gut wie nie überfordert. Mit deaktiviertem ESP kann man ihr auch etwas mehr Schlupf gönnen und ziemlich geschmeidig Kurven kratzen.

Der Sound ist sehr kernig und ansprechend. Insgesamt wirkt der S im Vergleich zum deutlich extremeren Works wie die goldene Mitte. Sauber ist auch das neue 7-Gang Steptronic Doppelkupplungsgetriebe mit gelungener Segelfunktion im Green-Modus, obwohl wir auch an der Wandler-Automatik nie etwas auszusetzen hatten.

Die Fahrwerksabstimmung ist Mini-typisch straff, ohne dass man dabei durchgeprügelt wird. In schnellen, langen Kurven wird es allerdings wieder weicher.

Wendigkeit, Traktion und Kurvenstabilität sind nach wie vor die Paradedisziplin des Mini, ebenso die bissigen Bremsen. Angesichts der tollen Karosserie-Steifigkeit würde man nicht vermuten, in einem Cabrio zu sitzen.

In der Kleinwagenk-Kasse gibt es praktisch von jedem Modell einen sportlichen Ableger, die Kombination mit einem echten Cabrio gibt es in diesem Segment aber nur bei Mini. Dank weit nach vorne versetzter Windschutzscheibe sitzt man richtig unter freiem Himmel.

Das Verdeck öffnet leise und ausreichend schnell, neuerdings kann es auch per Fernbedienung geschlossen werden. Bis 30 km/h lässt sich das Dach komplett öffnen, die Schiebedachfunktion klappt immer, jedoch wird es hier bald laut und zugig. Bei zusammengefaltetem Verdeck ist die Sicht nach hinten schlechter als im geschlossenen Zustand.

Mini gibt den Verbrauch der Variante mit Doppelkupplungsgetriebe mit 5,5 Litern deutlich niedriger als beim Schaltgetriebe an. Real verbrauchten wir dann doch sieben Liter. Im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrenten informiert die Restweitenanzeige sogar bis in den einstelligen Bereich.

Im deutlich mehrstelligen Bereich bewegt sich hingegen der Preis. Der Basispreis liegt mit DKG bei 33.132 Euro, mit Schaltgetriebe bei 32.200 Euro. LED-Scheinwerfer kosten 937 Euro, das adaptive Fahrwerk 550 Euro, die sinnvolle Rückfahrkamera 373 Euro, das Piano Black Exterieur 111 Euro, das Verdeck mit Union Jack 871 Euro. Damit und mit vielen weiteren Extras kumulierte sich der Testwagenpreis auf satte 50.000 Euro.

Plus
+ kraftvoller Motor
+ attraktiver Sound
+ straffes Fahrwerk
+ tolle Lenkung
+ liebevolle Details

Minus
- wenig Ablagen
- schlechte Sicht nach hinten bei geöffnetem Verdeck
- hoher Preis

Resümee
Für Mini-Fans sollten Komfort, Ergonomie und üppiges Raumangebot auch nach dem Facelift nicht an erster Stelle stehen. Fahrspaß und Kultfaktor wurden hingegen nochmals ausgebaut. Was man sich allerdings auch gut bezahlen lässt.

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