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Nissan Micra 1.0 Acenta - im Test Nissan Micra 2018

Aufgepeppt

Seit einem Jahr gibt es den Nissan Micra in seiner dynamischen fünften Auflage - nun gesellte sich ein 71-PS-Einstiegsbenziner dazu. Im Test.

Text: Michael Noir Trawniczek
Fotos: Sabine Sommer, Bernhard Reichel, Nissan

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Seit 35 Jahren gibt es den Nissan Micra mittlerweile, 2017 kam die fünfte Generation auf den Markt. Aus dem rundlichen Mäuschen wurde ein schnittiges Modell mit dynamisch nach hinten ansteigender Seitenlinie und Scheinwerfern, die beinahe bis zur A-Säule nach hinten gezogen wurden.

Zunächst gab es den Micra nur mit 90 PS, und zwar sowohl als Benziner als auch als Diesel. Nun wurde ein 71 PS starker Saugbenziner mit einem Liter Hubraum nachgereicht, den wir uns auch gleich im Test zur Brust nehmen.

Diesen gibt es nicht in fünf Ausstattungsvarianten, sondern lediglich in drei, die ansonsten mittlere Version "Acenta" ist in diesem Fall die Topausstattung. Ärmlich ist sie bei weitem nicht, so gibt es serienmäßig ein Audiosystem inklusive Touchscreen, Tempomat, 16-Zoll-Alufelgen, Lichtsensor, Berganfahr-Assistent, Fernbedien-Zentralsperre, einen höhenverstellbaren Fahrersitz und einiges mehr.

Um den persönlichen Geschmack zu betonen, kann der Micra-Fahrer seinen Wagen optisch personalisieren - außen mittels Teilfolierung an Motorhaube, Dach und Heckklappen-Oberkante, und für den Innenraum gibt es vier Farbvarianten - Blau, Orange, Rot und Grau. Wir wählen die klassisch, aber bei weitem nicht langweilig anmutende Variante mit grauen Applikationen.

Sitztechnisch gibt es im Micra nichts zu beklagen, jedenfalls vorne. Der Fondraum ist im Klassenvergleich eher kompakt geraten, dort sollten nur im Notfall drei Personen Platz nehmen - vor allem, wenn weite Reisen angedacht werden.

Die Bedien-Elemente sind weitgehend übersichtlich, die Bedien-Logik ist allerdings nicht die aller-intuitivste. Das Zentrum im Cockpit bildet der sieben Zoll große Touchscreen des "NissanConnect"-Navigationssystems mit Radio und CD-Player.

Selbiges ist im Technik-Paket um 1.11 Euro ebenso enthalten wie eine Rückfahrkamera und das BOSE Premium Soundsystem inkudiert, das in puncto Sound nichts zu wünschen übrig lässt, sogar in die vorderen Kopfstützen wurden Lautsprecher integriert.

Das Kofferraumvolumen beträgt für einen Kleinwagen gute 300 Liter - bei umgeklappten Sitzen ist dieses bis auf 1.004 Liter erweiterbar. nAch dem Umlegen entsteht allerdings eine Stufe, und die Ladekante ist mit 73 Zentimetern vergleichsweise hoch geraten.

Das in unserem Testwagen inkludierte Safety-Paket stattet den Micra um 524 Euro Aufpreis mit Regensensor, Fernlichtassistent, Nebelscheinwerfern und Verkehrszeichenerkennung aus, sowie mit dem "Nissan Safety Shield", das einen Spurhalte- und einen Notbremsassistent samt Fußgängererkennung enthält.

Sein maximales Drehmoment von 95 Newtonmetern setzt unser 71-PS-Motörchen saugmotortypisch spät bei 3.500 U/min frei. Das ist natürlich keine Drehmomentlawine, entsprechend verhalten fällt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 15,1 Sekunden aus.

Beim Überholen auf Landstraßen muss man sich etwas Zeit lassen - was allerdings jedem klar sein sollte, der zu 71 PS greift. Ist man primär in der Stadt unterwegs, reicht die Motorisierung völlig, wer öfters überland fährt, sollte vor der Kaufentscheidung sicherheitshalber auch noch die 90-PS-Variante probefahren.

Im Stadtverkehr erweist sich der 71-PS-Micra jedenfalls als wendiger Flitzer. Die Lenkung ist präzise, das straffe Fahrwerk sportlich, ohne unangenehm hart zu sein. Dazu brilliert der Micra mit seiner im Kleinwagenvergleich hervorragenden Geräuschdämmung.

Die vom Werk angegebenen 4,6 Liter Durchschnittsverbrauch sind kaum zu erreichen, in unserem Test benötigten wir im Schnitt 5,6 Liter, was für einen Benziner aber immer noch ein sehr guter Wert ist.

Preislich bewegt sich der Nissan Micra 1.0 "Acenta" mit 14.819 Euro im unauffälligen Bereich. Wer einen reinen Zweitwagen sucht, bei den gute Ausstattung nicht das Hauptthema ist, kommt mit der günstigsten AUsstattung "Visia" sogar mit nur 12.605 Euro davon.

Plus
+ flottes Design
+ agiles, fast sportliches Kurven-Fahrverhalten
+ sehr gute Geräuschdämmung
+ fairer Kaufpreis

Minus
+ wenig Bewegungsfreiheit im Fond
+ drehmomentschwacher Saugmotor

Resümee
Mit dem dynamischen Äußeren des Nissan Micra kommt die neue 71-PS-Basismotorisiung nicht ganz mit, jedenfalls nicht überland. Wer primär in der City unterwegs ist, kauft damit aber ein wendiges Fahrzeug zum fairen Preis.

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