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Opel Insignia Sports Tourer 1.5 Turbo Aut. - im Test Opel Insignia Sports Tourer 2018

Eleganter Blitz

In der zweiten Generation stellt der Opel Insignia Premium-Ansprüche. Ob zurecht, testen wir anhand des 165 PS starken Kombi Sports Tourer.

Text und Fotos: Johannes Toth

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Vor langer Zeit produzierte Opel konkurrenzfähige Oberklasse-Modelle wie den Admiral oder den Diplomat. Der Insignia ist zwar zur Mittelklasse zu zählen, aber damit gehen die Rüsselsheimer sichtlich wieder einen kräftigen Schritt in Richtung Premium – auf zemlich genau fünf Metern Länge wird hier ansprechendes Design mit anspruchsvoller Technik am Punkt der Zeit kombiniert.

Bereits seit dem ersten Insignia A gibt es keinen Caravan mehr, sondern einen Sports Tourer, was ebenso mit Kombi übersetzt werden kann, aber edler klingt. Der aktuelle Insignia B konnte auf Grund der Verwendung von modernen, leichteren Bauteilen bis zu 200 Kilogramm auf rund 1,5 Tonnen abspecken.

Auch die Ausstattung erfüllt auf jeden Fall höhere Ansprüche, besonders in der von uns gefahrenen zweitbesten Version Innovation. Da ist viel Angenehmes, Schönes und Sicheres integriert, wie zum Beispiel das ausgezeichnet funktionierende LED Matrix-Licht, das mit Hilfe von 32 LED-Elementen andere Fahrzeuge automatisch blendfrei aus dem Lichtkegel ausschließt, während die restliche Straße bis zu 400 Meter voraus ausgeleuchtet wird. Oder das schlüssellose Schließ- und Startsystem Keyless Open, das uns das Herumkramen nach dem Schlüssel erspart. Oder der Parkpilot, die zwei-Zonen Klimaautomatik, der Frontkollisionswarner und der Spurhalte-Assistent.

Beispielgebend für andere Hersteller finden wir die Abstandsanzeige, die den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in Sekunden anzeigt und dabei hilft, Auffahrunfälle zu vermeiden. Ein einfaches, aber sehr wichtiges Tool, weil kaum jemand noch die Fahrschulregel des Mindestsicherheitsabstandes von zwei Sekunden kennt und sich die wenigen, die sie kennen, auch daran halten. Exkurs: die erste Sekunde ist die durchschnittliche menschliche Reaktionszeit und die zweite Sekunde dient dem Ausgleich von Bremswegunterschieden durch unterschiedliche Bereifung, Bremsanlage etc.

Die Armaturen sind großteils analog und zeigen mittig vielfach justierbare digitale Anzeigen. Darunter finden sich auch klassische Infos zu Wasser- und Öltemperatur sowie ein Voltmeter. Das würden wir uns oft in sportlicher ausgelegten Fahrzeugen wünschen.

Mittig im Armaturenbrett angeordnet sitzt ein großer, übersichtlicher Touchscreen. Laut dem schnell und exakt agierenden Navigationssystem ist das österreichische Tankstellennetz übrigens noch ausbaufähig. In Wien waren die nähesten fünf Tankstellen zwischen 7 und 310 km entfernt. Wohl eine Verwechslung mit Erdgas oder Wasserstoff???

Es gibt viel einzustellen und zu individualisieren im neuen Insignia. Das optionale Head-Up Display kann abwechselnd unterschiedliche Daten einblenden. Von der aktuell gefahrenen Geschwindigkeit über Geschwindigkeitsbegrenzungen, Navigationshinweise, Assistenzsysteme, Medien mit Radiostation oder Musiktitel bis zur aktuellen Drehzahl sind unzählige Informationen in die Windschutzscheibe projizierbar.

Interessanterweise lassen sich auch die sogenannten Hauptverbraucher von Energie – bzw. ihr Treibstoffbedarf – abrufen. So erfahren wir, daß die Heckscheibenheizung gemeinsam mit einer Sitzheizung 0,33 l Sprit pro Stunde verbrennen. Das verleitet im Stau zum Rumspielen. Regt aber auch zum Nachdenken an. Vordere Sitzheizungen, Heckscheiben- und Frontscheibenheizung plus Gebläse auf 75 Prozent Leistung: schon brauchen wir 0,96 l mehr in der Stunde.

Empfehlenswert für Vielfahrer sind die von der deutschen AGR (Aktion Gesunder Rücken e.V.) ausgezeichneten optionalen Ergonomiesitze. 18-fach verstellbar, mit Heizung, Ventilation und auf Wunsch sogar mit Massagefunktion. Alles natürlich elektrisch bedienbar – aber nur auf der Fahrerseite. Vermutlich weil er in den seltensten Fällen das Auto bezahlt hat und beim Beifahren eh nichts zu tun hat, muß der Sozius sämtliche Einstellungen manuell betätigen.

Die Ablagemöglichkeiten sind gut unterteilt und ausreichend zahlreich. Die Kofferraumgröße ist mit 560-1.665 l im guten Klassenschnitt, die Beinfreiheit hinten ist sehr großzügig bemessen.

Wie überhaupt das Raumgefühl hinten – sicher auch wegen dem optionalen großen Panorama-Glasschiebedach um 1.401 EUR – sehr angenehm ist. Kritisch zu beurteilen sind die vorderen Armauflagen, die etwas zu niedrig positioniert sind und etwas länger sein könnten.

Heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist die gute Sicht nach hinten. Die elektrische Kofferraumklappe lässt sich in variabler Öffnungshöhe sowohl vom Fahrersitz als auch mit einer Fußbewegung unter dem Heck öffnen.

Nett verspielt: damit wir im Dunkeln nur ja nicht auf diese Funktion vergessen, wird ein Icon mit einer offenen Heckklappe auf den Boden hinter dem Fahrzeug projiziert.

Das Fahren geht mit dem 6-stufigen Automatikgetriebe angenehm und ruckfrei vonstatten. Die Federung schluckt brav und bewältigt auch unangenehme Fahrbahnschwellen sehr gut. Allein der kleine 1,5 Liter Turbo-Benzinmotor mit immerhin 165 PS und 250 Nm klingt manchmal etwas angestrengt.

Besonders auf flotte Fahrweise reagiert er brummig. Die Beschleunigung des 1,5 Tonners dauert demnach auch 9,6 Sekunden bis zur 100-km/h-Marke und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h. Der Normmix-Verbrauch soll laut Opel 6,2 Liter/100 km betragen. Bei gemischter und manchmal fordernder Fahrweise kamen wir im Test auf 8,5 Liter.

Der Opel Insignia Sports Tourer kostet in der Basisversion mit 140 Benziner-PS 30.820 Euro (Sonderpreis für Privatkunden: 28.520 Euro), unser getesteter 165-PS-Benziner ist als feiner ausgestatteter "Innovation" um 38.270 Euro erhältlich (für Privatkunden um 35.970 Euro).

Mit netten Sonderausstattungen wie in unserem Testwagen – Park-Paket, Lederausstattung mit Ergonomiesitzen, Panoramadach, Head-Up Display, Frontkamera und vielem mehr – klettert der Preis auf 48.798 Euro. Ist dann aber weit besser ausgestattet als vergleichbare Mittelklasse-Kombis um dieses Geld.

Plus
+ gutes Design und Premium-Ausstattung zum fairen Preis
+ intelligente Zusatzfeatures schon im Basismodell enthalten
+ großes Platzangebot ideal für Business und Familie
+ optionale LED Matrix-Lichtanlage funktioniert optimal
+ sehr viele Einstellungen individuell konfigurierbar

Minus
- der Motor wirkt trotz 165 PS etwas angestrengt
- Armauflagen zu niedrig und zu kurz
- hintere Kamera verschmutzt bei schlechten Witterungsbedingungen

Resümee
Der Insignia Sports Tourer ist die perfekte Kombination von Firmen- und Familienauto: geschäftlich gut brauchbar, da er hochwertig aussieht. Privat in Freizeit und mit Familie bietet er genug Platz und ist dadurch optimal nutzbar. Mit Premium-Anspruch setzt er viele gute Ideen um und bringt Luxusfeatures mit, die Opel sich nicht so teuer bezahlen lässt wie manch andere deutscher Hersteller.

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