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Das ist der neue Renault Scenic E-Tech

Das moderne Familienkonzept

Dem Switch der Marke folgend, legt auch der Scenic in neuer Auflage alte Van-Tugenden ab. Künftig geht es nämlich rein elektrisch vorwärts, und zwar als schnittiges Familien-SUV.

Roland Scharf

Sicher waren sie praktisch und nüchtern betrachtet immer schon der beste Kauf – aber mal ehrlich: Wer fuhr einen Van jetzt wirklich aus anderen als pragmatischen Gründen? Eben, und weil der große Run auf SUV auch künftig nicht enden wird, dreht auch Renault seine Modelle immer mehr in Richtung Crossover. Heißt: SUV-Optik, aber ein möglichst praktischer Innenraum. Das war beim Espace schon so. Und das ist nun auch beim Scenic Programm.

Die schlaue Lehne
Natürlich gehen ein paar Talente verloren, Doch bleiben wir bei den Fakten: Scenic neu heißt vereinfacht zusammengefasst: Alles wurde hier exakt auf die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie mit zwei Teenagern zugeschnitten. Die CMF-EV-Plattform, auf der zum Beispiel auch der Megane E-Tech aufbaut, ermöglicht eine Länge von 4,47 Metern und 1,57 m Höhe, der Radstand von satten 2.784 mm erlaubt viel Platz im Innenraum, inklusive solider Kniefreiheit im Fond. Renault betonte sogar extra, dass die Limousinen-hafte Sitzposition besonders wichtig gewesen sei bei der Entwicklung, zugleich sitzt man aber angenehm hoch, was natürlich auch den Akkus im Unterboden geschuldet ist.

Das neue Konzept bedetutet: Nicht möglichst viel Platz, sondern eine möglichst familiäre, heimelige Atmosphäre – zum Beispiel mit einem Armaturenbrett, das wie ein Wohnzimmermöbel wirken soll, oder einer Armlehne im Fond, die vielfach konfigurierbar ist, Becher- und Smartphonehalter bietet und natürlich auch Ladebuchsen beinhaltet. Was auch schon beim Megane Sitte ist: Es gibt absolut kein Leder mehr im Sinne der Nachhaltigkeit, ebenso wurde der Einsatz von Chrom auf ein Minimum beschränkt. Generell versuchte man, so viel recyceltes Material wie möglich zu verwenden. Die Sitze etwa bestehen zu 100 Prozent aus wiederverwerteten Stoffen.

Geschlossener Kreislauf
Der Kofferraum fiel mit 545 Litern Basisvolumen ordentlich, aber nicht übermäßig groß aus, wobei die kleine Heckklappenöffnung und relativ geringe Innenbreite hier schon eher ein Störfaktor ist. Das Maximalfassungsvermögen von 1.670 Litern ist OK, plattformbedingt gibt es aber eine massive Stufe zum Ladeabteil, wenn man den doppelten Boden entfernt, um die angegebenen Volumina erreichen zu wollen. Der neue Ansatz des optimierten Raumkonzepts zeigt sich auch an den Rücksitzen selbst. Deren Lehnen sind natürlich klappbar, ausbaubar sind die Stühle aber nicht mehr. Und weil die Frage garantiert auftauchen wird: Ein Grand Scenic steht definitiv nicht auf dem Menü.

Die Technik ist weitgehend bekannt: Es gibt zwei Versionen mit einem 60- beziehungsweise 78-kWh-Akku und 420 sowie 620 Kilometer Reichweite nach WLTP. Die Stromspeicher liefert LG und besteht aus zwölf Modulen, die einzeln ausbau- und reparierbar sind – ein großer Vorteil vor allem für den Wiederverkaufswert. Auch der Motor mit 170 oder 220 PS versucht, möglichst grün anzutreten: Er ist fremderregt, besitzt also keine seltenen Erden. Geladen kann mit 22 kW oder am Schnelllader mit maximal 150 kW. Cool auch, dass man sich in Paris Gedanken gemacht hat, wie es mit der Batterie nach dem Lebenszyklus des Scenic weitergehen soll. Mit Partnern wie Refactory, Mobilize oder Terrafame gibt es ein komplettes Programm für 2nd Life-Anwendungen und Recycling und der Plan ist, bis 2027 einen geschlossenen Kreislauf der Rohstoffgewinnung zu schaffen.

Für Österreich noch wichtig: Los geht es bei uns im Frühjahr, genaue Eckdaten was Preise und Ausstattung anlangt, gibt es derzeit noch nicht.

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