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America. Great Again.

Ford nahm sich vor Jahren vor, sein Produktportfolio zu globalisieren, also pro Kontinent weniger eigene Süppchen zu kochen. Der Mustang war der erste Streich, der Explorer folgt sogleich.

Johannes Posch

Wer vor dem Explorer steht, erkennt ihn unmissverständlich als Ami: über fünf Meter lang, mehr als zwei Meter breit und knapp 1,80 Meter hoch ist er eine durchaus imposante Erscheinung. Dennoch: Sucht man sich am Supermarktparkplatz die richtigen Nachbarn, fällt auf, dass diese Maße auch hierzulande kein Novum mehr sind. Ein Audi Q7 etwa ist noch größer (14 mm). Mercedes GLS (102 mm) und der BMW X7 (158 mm) sowieso. Und zumindest im Vergleich zu denen ist der Ford sogar ein echtes Schnäppchen; obgleich ein Preis von 80.400 Euro – trotz All-inlcusive-Ausstattung – beim durchschnittlichen Ford-Kunden wohl Schnappatmung auslösen könnte.

Viel hilft viel
Doch man bekommt auch was für sein Geld: viel Auto, Leistung und Luxus nämlich. Es gibt den Explorer nur in einer Ausstattung inklusive Lederpolsterung und so gut wie allem, was aktuelle Fahrzeugtechnik hergibt. Auch das Raumangebot kann sich sehen lassen: In den Reihen eins und zwei geht’s überaus luftig zu. Einzig die elektrisch auf- und niederklappenden, aber schwer zugänglichen Sitze im Gepäckabteil taugen kaum für Erwachsene. Der beste Platz ist sowieso der hinterm Steuer. Dort freut man sich nicht nur über gute Ergonomie und bequemes Gestühl mit Massagefunktion, sondern insbesondere über die Befehlsgewalt über den aus einem V6-Turbo und einem E-Motor bestehenden Antrieb mit 457 PS und 825 Newtonmeter Systemleistung. Ein formidables Duo, das die 2,5 Tonnen Lebendgewicht beim Sturm vorwärts toll zu kaschieren weiß. Einzig beim Rangieren muss man vorsichtig sein. Der E-Motor ist recht giftig; die Amis mögen das so, heißt es. Nun gut. Durch das Einlegen des Öko-Modus lässt sich das glücklicherweise abschwächen.

Übrigens einer von sieben Fahrmodi, die von Sport über Tiefschnee bis zu Lastenbetrieb eine breite Auswahl bieten. Auch vier E-Programme inklusive „Aufladen“ und „Akkuladung halten“ gibt es. Zum Sportler wird der Explorer wegen der indirekten, aber gefühlvollen Lenkung in keiner Einstellung. Er bleibt stets ein komfortbetonter und sehr leiser Cruiser – besonders im rein elektrischen Betrieb.

Die 42 Kilometer E-Reichweite laut WLTP können wir nicht ganz bestätigen, bei uns waren es eher 30. Das bringt uns zum Verbrauch: Mit vollen Akkus maßen wir gute 4,2 Liter auf 100 Kilometer, mit leeren wenig überraschende elf Liter.

Technische Daten:
Ford Explorer 3,0 Ecoboost Plug-in-Hybrid
Systemleistung | Drehmom. 457 PS (336 kW) | 825 Nm
0–100 km/h | Vmax 6,0 s | 230 km/h
Getriebe | Antrieb 10-Gang aut. | Allrad
E-Reichweite 42 km (WLTP)
Ø-Verbrauch 3,2 l S | 21,5 kWh
Ladedauer ca. 3,5 Stunden1 | ca. 6 Stunden2
Kofferraum | Zuladung 330–1.137–2.274 l | 694 kg
Garantie Fahrzeug | Batterie 5 Jahre | 8 Jahre/160.000 km
Basispreis | NoVA 80.400 (inkl.) | 0 %

Das gefällt uns: erhabenes Fahrgefühl samt V6-Schnurren
Das vermissen wir: etwas bessere Materialien da und dort
Die Alternativen: Mercedes GLS, BMW X7, Audi Q7

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Ford Explorer - im Test

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