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Kommt als e-tron GT quattro und als RS e-tron GT

Nach langer Vorbereitungszeit hat Audi heute ganz offiziell ihr neues e-tron Top-Modell vorgestellt. Er bietet bis zu 646 PS, 488 km Reichweite nach WLTP und Schnellladen mit 270 kW.

Johannes Posch

Schon im November des Vorjahres ließ uns Audi im damals noch getarnten Audi RS e-tron GT Platz nehmen und aus erster Hand erfahren, wie sich die Damen und Herren von Audi Sport die elektrische Zukunft ihrer Marke vorstellen. Und wie kaum anders von einem engen Verwandten des Porsche Taycan (sie teilen sich die selbe Plattform) zu erwarten war, ist die vor allem eines: schnell. Unter 3,5 Sekunden dauert es von null auf 100 km/h, die Viertelmeile (402 Meter) schafften wir in 11,9 Sekunden und erst bei 250 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Möglich machen es seine bis zu 646 PS und ein maximales Drehmoment von 830 Newtonmetern. Doch genug über Spurtfähigkeit und Co. schwadroniert. Wer mehr Eindrücke von hinterm Lenkrad lesen will, klicke einfach zum passenden Fahrbericht zum Audi RS e-tron GT weiter.

Die große Neuigkeit heute ist ja, dass der Wagen nun auch ganz offiziell enthüllt wurde. Also beide Versionen davon. Immerhin bescheren uns die Ingolstädter neben dem scharfen RS auch eine "zivile" Variante: den Audi e-tron GT quattro. Rein technisch halten sich die Unterschiede zwischen den beiden aber in Grenzen: Die Grundkonstruktion mit zwei PSM-Motoren - einer pro Achse - und den Akkus im Fahrzeugboden dazwischen ist bei beiden gleich. Ja selbst der Motor vorn mit seinen 175 kW (238 PS) ist da wie dort identisch. Einzig hinten wurde für den RS etwas größer dimensioniert: beim quattro leistet dieser bis zu 320 kW (435 PS), beim RS bis zu 335 kW (456 PS). Beim Standard-GT kommt man so auf eine Dauerleistung von 350 kW (476 PS), die per Boost für 2,5 Sekunden auf 390 kW (530 PS) angehoben werden kann. Beim RS hingegen sind es 440 kW (598 PS) bis 475 kW (646 PS).

Batterie, Laden und Reichweite


Audi e-tron GT quattro und des RS e-tron GT setzen beide auf das exakt gleiche Akku-Paket, das netto 86 kWh Energie speichern (brutto 93 kWh) kann und 33 Zellmodule integriert. Vier separate Kühlkreisläufe temperieren die Hochvolt-Komponenten und den Innenraum, jeder auf einem eigenen Temperaturniveau. Sie lassen sich je nach Bedarf flexibel miteinander verschalten. Wenn der Fahrer mehrfach hintereinander hohe Leistung abfordert, koppeln Ventile den Kühlkreislauf der Batterie an den Kältemittelkreis der Klimaanlage an. So will Audi garantieren, dass auch viele Maximal-Beschleunigungen hintereinander kein Problem für den e-tron GT darstellen.

Auch eine Wärmepumpe gehört zum Standard-Repertoire des e-tron GT. Sie kann den Innenraum mit der Abwärme der Hochvolt-Komponenten heizen und zudem den Reichweitenverlust senken, den eine klassische, thermeelektrische Heizung im Winter mit sich bringen würde.

In Sachen Laden bringt der e-tron GT praktischerweise gleich zwei Anschlüsse mit - einer auf jeder Seite. Nur einer davon aber - der auf der Beifahrerseite - hat neben den obligatorischen Anschlüssen für Typ2-Stecker zum Wechselstromladen auch einen Anschluss für Gleichstrom (DC). Ab Werk kann der e-tron GT per Wechselstrom mit 11 kW geladen werden. Etwas nach dem Marktstart wird eine Option für 22 kW-Laden nachgereicht. Per Gleichstrom hingegen kann von Anfang an mit bis zu 270 kW geladen werden. Findet man eine passende Ladesäule, kann ein auf 5 Prozent leer gefahrenes Akkupaket so in weniger als 23 Minuten wieder auf 80 Prozent "aufgetankt" werden.

Im NEFZ-Zyklus verbraucht der Audi e-tron GT quattro durchschnittlich 19,6 - 18,8 kWh Energie pro 100 Kilometer, beim RS-Modell sind es 20,2 - 19,3 kWh. Daraus ergeben sich durchschnittliche Reichweiten von bis zu 488 beziehungsweise 472 Kilometer (WLTP-Prognosewerte).

Maße und Licht


Der 4,99 Meter lange, 1,96 Meter breite und 1,41 Meter hohe e-tron GT ist äußerst geduckt und sportlich geraten. Das garantiert einen besonders niedrigen cw-Wert von 0,24, kostet aber natürlich Kofferraum-Volumen: 405 Liter passen in den hinteren Kofferraum, weitere 81 in den Frunk - also das vordere Gepäckabteil. Wer mehr Platz braucht, aber unbedingt einen Audi e-tron GT haben will, sollte vermutlich etwas warten: Gerüchte über kommende eine "Kombi-Version" halten sich hartnäckig, zumal ja auch Porsche mit dem Cross Turismo ähnliches in Arbeit hat.

Besonders wichtig für den Look eines Audi sind in letzter Zeit die Scheinwerfer und Leuchten geworden. Logisch also, dass sich auch der e-tron GT hier nicht lumpen lässt. Abgesehen davon, dass die Tagfahrlicht-Signaturen vorn und hinten besonders auffällig geraten sind und eigene Coming home- und Leaving home-Animationen bieten, sind drei Varianten von Scheinwerfern verfügbar: Serienmäßig liefert Audi sie in LED-Technologie mit dynamischem Blinklicht. Alternativ gibt es die Matrix LED-Scheinwerfer (Serie beim RS), oder Matrix LED-Scheinwerfer mit Laserlicht. Neben dem Abblendlichtmodul liegt hier ein Laserspot, der ab 70 km/h Geschwindigkeit aktiv wird und die Reichweite des Fernlichts verdoppelt.

Cockpit und Bedienung


Das Cockpit soll durch Fahrer-Zentrierung den sportlichen Charakter des Autos unterstreichen. Der zentrale Armaturenträger steht also leicht nach links geneigt. Das Display des Audi virtual cockpit plus (12,3 Zoll und 1.920 x 720 Pixel) steht frei im Raum, während der MMI touch-Monitor (10,1 Zoll) in eine schwarze Klavierlack-Blende eingelassen ist. Darunter wartet das Bedienteil für die serienmäßige 3-Zonen Klimaautomatik die, man höre und staune, auf physische Tasten setzt.

Die Sitze (auch davon stehen für die erste Reihe drei unterschiedliche zur Wahl) sind hier entweder in einer Kombination aus Kunstleder und dem Stoff Kaskade bezogen oder in einem Mix aus Kunstleder mit dem Microfasermaterial Dinamica. In beiden Fällen kommen recycelte Materialien zum Einsatz – etwa Polyesterfasern, die aus alten Plastikflaschen hergestellt worden sind, Textilien oder Faserreste aus Webkanten. Wem das zu "Öko" ist, der kann aber natürlich auch gerne zu altbewährtem Leder greifen.

In Sachen Assistenzsysteme bietet Audi den e-tron GT quattro und der RS e-tron GT standardmäßig mit Audi pre sense front,Audi pre sense basic und Spurverlassenswarnung an. Die optionalen Systeme sind in die Pakete „Tour“, „Stadt“ und „Parken“ aufgeteilt. Das Assistenzpaket plus fasst sie alle zusammen. Damit bleiben sodann keine Wünsche offen. Vom Nachtsichtsystem über semiautonomes Fahren und remote-parking (also selbsttätiges Ein- und Ausparken ohne dass man im Auto sitzt) wird alles geboten, was die aktuelle Technik so hergibt. Auch ein HUD wird freilich angeboten.

Beim Infotainment verbinden ganze elf, allesamt aber natürlich unsichtbare Antennen den e-tron GT mit der Außenwelt. Seine Medienzentrale MMI Navigation plus unterstützt zudem den schnellen Übertragungsstandard LTE Advanced und integriert einen WLAN-Hotspot für die Endgeräte der Passagiere. Zudem "lernt" das Navigationssystem natürlich mit der Zeit allerhand über die Gewohnheiten seines Besitzers, während Car-to-X-Dienste vor Gefahren warnen und helfen dabei, freie Parkplätze zu finden oder per Ampel-Kommunikation auf der grünen Welle zu surfen. Weitere Schmankerl: Die Audi phone box, in zwei Versionen erhältlich, koppelt Smartphones an die Autoantenne an und lädt sie induktiv, während das Bang & Olufsen premium sound system mit 710 Watt Leistung und 16 Lautsprechern aufspielt, zu denen auch zwei 3D-Lautsprecher in den A-Säulen gehören.

Preise und Verfügbarkeit


Aktuell ist nach wie vor nur vom "Frühjahr 2021" die Rede, wenn es um den Marktstart des Autos geht. Konkreter wird Audi hier leider nicht. Auch Preise fehlen noch. Diese werden erst zum Bestellstart bekannt gegeben.

UPDATE // 18.02.2021:
Seit heute ist der e-tron GT und RS e-tron GT auch in Österreich bestellbar. Der "kleine" GT startet bei 101.400,- Euro, der RS e-tron GT bei 140.400,- Euro.

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