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Bis zu 770 Kilometer Reichweite

Mercedes zieht das Tuch vom ersten batterieelektrischen Oberklassemodell der Marke, das nicht nur mit immenser Reichweite glänzt, sondern auch mit einer ungeahnten Vielzahl an Displays.

Ja, der EQS sieht nicht nur riesig aus. Er ist es auch in vielerlei Hinsicht. Basierend auf der modularen Architektur für Elektrofahrzeuge der Luxus- und Oberklasse eröffnet er ein völlig neues Segment für die Stromer.

Was sofort ins Auge fällt, ist das aalglatte Design. Das hat natürlich auch seine guten Gründe: Die Neukonzeption mit One-Bow-Linienführung und Cab-Forward-Design mit Fließheck soll den EQS bewusst von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor abheben. Die Front ist zu einer Black-Panel-Einheit inklusive über ein Leuchtband verbundene Scheinwerfer zusammengefasst. Als Sonderausstattung gibt es sie auch mit einem dreidimensionalen Stern-Muster. Mit einem cw-Wert von 0,20 gilt der EQS als das aerodynamischste Serienauto der Welt. Davon profitiert nicht nur die Geräuschkulisse, sondern auch die Reichweite.

Auch bei der Rekuperation gibt es beeindruckende Werte: Von der maximalen Verzögerung im Rekuperationsprogramm DAuto von 5 m/s² werden bis zu 3 m/s² durch Rekuperation erreicht (2 m/s² durch die Radbremsen). Damit ist eine Verzögerung bis zum Stillstand ohne Betätigung des Bremspedals möglich. Die Verzögerung erfolgt auch auf erkannte vorausfahrende Fahrzeuge bis zu deren Stillstand. Die intelligente Rekuperation ist mit Hilfe des ECO Assistenten situationsoptimiert und agiert vorausschauend unter Berücksichtigung unter anderem von Verkehrslage oder Topographie. Der Fahrer kann außerdem drei Rekuperationsstufen und die Segelfunktion über Schaltwippen am Lenkrad manuell einstellen.

Für möglichst gutes Handling gibt es serienmäßig eine Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu 4,5 Grad. Dadurch ist ein Wendekreis des über fünf Meter langen EQS von 10,9 Metern möglich.

Besonderen Wert legt man auch darauf, extra zu betonen, wie nachhaltig die Produktion des EQS abläuft: Sie werden CO2-neutral gebaut, und es kommen ressourcenschonende Materialien wie Teppiche aus Recyclinggarn zum Einsatz.

Ebenfalls beeindruckend ist die angegebene Reichweite. Bis 770 Kilometer nach WLTP, verspricht Mercedes, soll die Version mit 385 kW Leistung schaffen. Alle EQS verfügen über einen E-Motor an der Hinterachse, der folglich auch die Hinterräder antreibt. Nur die Version mit Allradantrieb hat zusätzlich einen Motor auch an der Vorderachse.

Der Grund für die immense Reichweite ist laut Untertürkheim eine völlig neue Batteriegeneration mit deutlich höherer Energiedichte. Die größere der beiden Batterien hat einen nutzbaren Energieinhalt von 107,8 kWh. Das selbst entwickelte Batterie-Management ermöglicht Updates over the Air, und bei der Zellchemie wurde zum Wohle der Umwelt der Kobalt-Anteil der Kathoden auf zehn Prozent reduziert.

Stichwort Laden: Der EQS lässt sich mit bis zu 200 kW mit Gleichstrom befeuern. Somit ist schon nach 15 Minuten genügend Saft für bis zu 300 Kilometer nachgeladen. Zu Hause oder an öffentlichen Ladestationen kann der EQS mit Hilfe des Onboard-Laders mit bis zu 22 kW mit Wechselstrom aufgeladen werden.

Auch das Navigationssystem wurde aktiv in das Reichweitenspiel eingebunden. Es plant auf Basis zahlreicher Faktoren die schnellste und komfortabelste Route inklusive Ladestopps und reagiert beispielsweise auf Staus oder eine Änderung der Fahrweise. Dazu kommt die Visualisierung im Infotainmentsystem MBUX, ob die vorhandene Batteriekapazität ausreicht, um ohne Laden zum Startpunkt zurückzukehren. Und sogar die voraussichtlichen Ladekosten pro Ladestopp werden berechnet.

Natürlich lässt es sich mit Over the air update jederzeit modifizieren. Zum Start gibt es zwei spezielle Fahrprogramme für junge Fahrer und Servicepersonal, kleine Spiele und das Demo-Programm „Das Beste oder nichts“. Auch ein Freischalten der Hinterachslenkung mit dem größeren Lenkwinkel von 10 Grad wird möglich sein. Und noch viel mehr, wenn man einzelne Funktionen oder gleich ganze Abonnements dazu kauft.

Unvorstellbar auch die Anzahl an Sensoren. Bis zu 350 davon erfassen Entfernungen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen, Lichtverhältnisse, Niederschlag und Temperaturen, die Belegung von Sitzplätzen ebenso wie den Lidschlag des Fahrers oder die Sprache der Passagiere.

Besagte Scheinwerfer haben zudem die Digital Light-Technik. Sie ermöglicht die Projektion von Hilfsmarkierungen oder Warnsymbolen auf die Fahrbahn. So wird zum Beispiel der Start des Spurwechsels und Warnung/Richtungsweisung angezeigt, wenn der Spurhalte- oder Totwinkel-Assistent eine Gefahr erkennt. Zu diesem Zweck sitzt in jedem Scheinwerfer ein Lichtmodul mit drei extrem lichtstarken LED, deren Licht mit Hilfe von 1,3 Millionen Mikrospiegeln gebrochen und gerichtet wird. Dagegen wirkt der Drive Pilot, der bis zu 60 km/h bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten hochautomatisiert fahren wird können, fast schon wie eine Standardausstattung.

Ja und dann gibt es da noch das Armaturenbrett. Der MBUX Hyperscreen ist optional erhältlich und besteht aus einer großen, gewölbten Bildschirmeinheit von A-Säule bis A-Säule. Drei Bildschirme sitzen unter einem Deckglas und haben folgende Aufgaben: Mit dem 12,3 Zoll großen OLED-Display für den Beifahrer hat dieser seinen eigenen Anzeige- und Bedienbereich. Dabei setzt Mercedes-EQ auf eine intelligente, kamerabasierte Sperrlogik: Erkennt die Kamera, dass der Fahrer aufs Beifahrer-Display schaut, wird dieses bei bestimmten Inhalten automatisch abgedimmt.

Den Anfang macht der EQS 450+ mit 245 kW und einem Verbrauch von 19,1-16,0 kWh/100 km nach WLTP. Dazu gesellt sich der EQS 580 4MATIC mit 385 kW und 20,0 -16,9 kWh. Und natürlich hat sich auch AMG schon zu Wort gemeldet. Eine Performance-Version steht bereits auf der Agenda.

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