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FFF-Tuning ist nicht das Ende der E-Fahnenstange

Scharfe Nockenwelle, aufgebohrte Zylinder und ein Auspuff mit sattem Klang … oh, hoppla, falsches Kapitel! Beim Tuning von Elektroautos und Plug-in-Hybriden geht es (von den drei "F" abgesehen) um ganz andere Dinge als bisher. Auch hier ist eine lässige Optik zweifelsohne wichtig, dazu wird aber auch an Alltagsdetails gedacht.

Kennen Sie den schon? Kommt einer zum Tuner und verlangt eine Reduzierung der Motorleistung. What? Kein Scherz, eine Geschichte aus dem Erfahrungsschatz der TÜV Austria Automotive GmbH. Für einen Paketzusteller war das Anfahrdrehmoment des Elektrofahrzeugs zu hoch, was zu zwei verbrauchten Reifensätzen pro Saison führte. Das Minus-Tuning kam da definitiv günstiger. Alles neu also bei der Elektromobilität, auch das Tuning? Mitnichten, denn viele Verfeinerungsstrategien unterscheiden sich nicht oder nur wenig von denen bei Verbrennern. Siehe die erwähnten FFF. Felgen, Fahrwerk und Folierung gehören auch bei Fahrzeugen mit Antriebsbatterie an Bord zum guten Ton, wenn man auf Individualisierung setzt. Statt wilder – oft aus dem Motorsport entlehnten – Designs setzten Reichweitenschinder jedoch auf AeroFelgen mit optimierter Gestaltung. „Windkanalversuche sprechen dabei bis zu zweistelligen cw -Beiwertverbesserungen durch ‚Scheibenradeffekte‘“, meint der TÜV Austria. Zu beachten ist zudem die Tragfähigkeit von Felgen und Reifen, da elektrifizierte Fahrzeuge in der Regel höhere Achslasten aufweisen.

Genug mit der Theorie, was machen die Anbieter? Bei Techart hat man sich stark dem Porsche Taycan verschrieben. Beim passenden Aerodynamikpaket kommen ein Carbon-Frontspoiler, ein dazugehöriger Splitter und eine Spange in der Mitte der Frontschürze zum Einsatz. Je nach Bugverkleidung (Serie, Sport-Design) werden entsprechende Air Curtains aus Kohlefaser verbaut. An der Seite geht es mit dem beliebten Werkstoff weiter: Schweller, Blenden für die Außenspiegel und das Fensterdreieck werden daraus gefertigt. Auf die serienmäßige Kinmatik verlässt sich der Carbon-Heckspoiler, auch der Diffusor wird optisch aufgemotzt. Wo sonst der Markenschriftzug zu lesen ist, erheben sich nun dreidimensional geformte Acrylglas-Buchstaben, die „Techart“ ergeben. Sowohl Sport Limousine als auch Cross Turismo können entsprechend veredelt werden.

Mit dem Glanz der Formel 1


Als Hommage an Honda Racing und den Sieg von Red Bull in der Formel-1-Saison 2021 versteht Innovate Composites seinen Widebody Kit für den Honda e (wir haben berichtet). Die Leistung (maximal 154 PS) wird nicht angetastet, dennoch sieht der 3,9-Meter-Japaner jetzt aus, als könnte er Berge versetzen – oder zumindest sehr flott erklimmen. Ein niedrigerer und breiterer Stand samt Semi-Slicks unter richtig dicken Backen gehört ebenso zum TuningKonzept wie die standesgemäße Red-Bull-Montur. Und ein mächtiger Diffusor sowie ein fetter Heckspoiler haben noch keinem Streetracer geschadet. Unterm Strich also Optik-Tuning, wie es im Buche steht, – samt besserem Fahrverhalten, aber ohne Elektromotorkur. Bis Redaktionsschluss kamen leider keine Infos zum Vertrieb.

Auf jeden Fall: tiefer!


KW automotive ist früh auf den Zug der Elektroauto-Tieferlegung aufgesprungen. Nun sind das manuell einstellbare „KW 3“-Gewindefahrwerk und das adaptive „KW DDC plug & play“-Gewindefahrwerk für den neuen Cupra Born erhältlich. Der bullige Spanier kann damit um 20 bis 45 Millimeter tiefergelegt werden. Sollte das Fahrzeug mit der optionalen DCC-Serienfahrwerkregelung ausgerüstet sein, empfiehlt sich das zweitgenannte Produkt mit seiner elektrischen Dämpfersteuerung. Durch diese Kompatibilität können zudem „die verschiedenen Fahrmodi, die die Dämpfung beeinflussen, weiterhin genutzt werden“, so Brand Manager Florian Johann. Nicht nur optisch macht die KW-Behandlung Sinn: „Denn je weniger Unruhe in den Karosserieaufbau kommt, desto weniger muss etwa das ESP regeln“, erklärt Johann. Laut den Erfahrungen von KW mit dem Model 3 sind Reichweitensteigerungen von sieben Prozent möglich.

Den Alltag im Blick: tezzlaunch


Dann gleich weiter mit Tesla. Der Niederösterreicher Christian Meixner gründete in Ermangelung des passenden Angebots als Tesla-Besitzer einfach selbst eine auf die Kalifornier spezialisierte Tuningfirma. Ziemlich lässig: Bei Tezzlaunch steht der Alltag im Mittelpunkt. So kann man Model 3 und Model Y mit einem elektronischen Kicksensor für den Frunk ausrüsten lassen, der auch per App bedienbar ist. Mit Einbau bloß 599,90 Euro, also rasch eine Überlegung wert. Ebenso im Angebot sind elektronische Türgriffe samt LEDBeleuchtung. Zu oft haben sich Mitfahrer beim Firmengründer beschwert, dass sie die Türen nicht gleich öffnen können, eine kreative Lösung lag also auf der Hand. Mit einem DashboardScreen hinter dem Lenkrad gibt es zudem ein Angebot für all jene, für die der Blick auf den großen Touchscreen zu viel Ablenkung bedeutet.

Abt Sportsline nimmt sich der plugins an


Mit einem Hightech-Steuergerät macht Abt Sportsline den Audi-Plug-in-Hybriden Q5, A6 und A7 Sportback Beine. Die Systemleistungen steigen damit von 299 auf 357 PS (50 TFSI e) beziehungsweise von 367 auf 425 PS (55 TFSI e). Mit 50 Nm wird auch beim Drehmoment jeweils ein Schipperl nachgelegt. Die Abt Engine Control definiert die Leistung des Verbrenners neu, womit wir wieder beim klassischen Tuning wären. •

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