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Formel 1-Testfahrten Jerez de la Frontera

Ein Lebenszeichen von Ferrari

Am letzten Tag der viertägigen Jerez-Testfahrten markierte Fernando Alonso im Ferrari F2012 die schnellste Zeit vor Vergne (Toro Rosso) und Vettel (RBR).

Bei klirrend kalten Temperaturen fand heute in Jerez de la Frontera der vierte und letzte Tag der ersten Testwoche des Winters 2012 statt.

Am frühen Morgen war es sogar so kalt, dass bei Minusgraden die Geschwindigkeitsmessung im zweiten Sektor eingefroren war und nicht funktionierte.

Doch dank Lokalmatador Fernando Alonso wurde den spanischen Fans auf den Tribünen trotzdem warm ums Herz.

Denn nachdem die Scuderia drei Tage lang nicht gerade geglänzt hatte, setzte sich der Ferrari-Pilot zum Abschluss des Jerez-Tests sogar an die Spitze des Klassements.

Zwar bedeutet seine Zeit von 1:18.877 Minuten keine absolute Bestzeit für die gesamte Woche, aber zumindest ist der F2012 damit eines von nur zwei 2012er-Autos, die es seit Dienstag geschafft haben, unter die 1:19er-Barriere zu kommen.

Ferrari: Showzeit für Montezemolo?

Der ehemalige Formel-1-Designer Gary Anderson findet das Lebenszeichen von Ferrari "ziemlich beeindruckend - die zweitschnellste Zeit der Woche hinter Grosjeans Lotus. Ob er das mit zehn, 20 oder 30 Kilogramm Benzin gefahren ist, wissen wir nicht, aber klar ist, dass sie nach dieser Woche erhobenen Hauptes nach Maranello zurückfahren wollen", deutet der BBC-Experte an, dass die schnelle Zeit auch den Zweck erfüllen könnte, Präsident Luca di Montezemolo zu beruhigen.

Für diese Theorie spricht, dass Alonso nur einmal unter 1:19 und fünf weitere Male unter 1:20 blieb. Seine Bestzeit fuhr er allerdings in der zweiten Runde eines neun Runden langen Runs.

"Der Ferrari", analysiert Anderson, "kann offensichtlich eine gute Rundenzeit schaffen, aber sie scheinen immer noch Schwierigkeiten zu haben, das Auto zu verstehen. Das verwundert mich, denn die Topteams haben heutzutage sehr gute Simulations-Werkzeuge."

Übrigens schaffte Alonso heute nur 39 Runden, weil er ab 11:00 Uhr zweieinhalb Stunden an der Box stand. Probleme technischer Natur hatte diesmal aber auch Weltmeister Sebastian Vettel, dessen erste Rundenzeit gar erst um etwa 14:30 Uhr registriert wurde.

Am RB8 streikte die Elektronik, was sich auch auf den Motor auswirkte. Dank eines produktiven Nachmittags kam er trotzdem noch auf immerhin 49 Runden.

Starke Zeiten von Toro Rosso

Vettel verlor 0,729 Sekunden auf Alonso und fuhr bei den Longruns meistens im 1:21er-Bereich - durchaus vergleichbar mit Lewis Hamilton im neuen McLaren.

Die große Überraschung des Tages war aber Rookie Jean-Eric Vergne, der mit dem Toro Rosso Platz zwei belegte, neun Tausendstelsekunden vor Vettel.

Zwar fuhr der Franzose zumeist etwas kürzere Runs, die waren dafür tendenziell sogar schneller als jene von Red Bull und McLaren.

Schnellstes Auto der ersten Testwoche bleibt übrigens der Lotus-Renault E20, heute zum zweiten Mal in den Händen von Romain Grosjean.

Zwar konnte der amtierende GP2-Champion seine gestrige Bestzeit (1:18.419 Minuten) nicht reproduzieren, doch 1:19.729 Minuten bedeuteten immerhin Platz fünf.

Dass er heute ein anderes Programm verfolgte, zeigt der Blick auf die Longrun-Zeiten im Bereich zwischen 1:23 und 1:25 Minuten.

Sechster wurde Kamui Kobayashi (+0,957), aber Saubers Wunsch nach einem reibungslosen Testtag wurde wieder nicht erfüllt. Am Nachmittag sorgte der Japaner wegen eines Lecks im Hydrauliksystem für die zweite von insgesamt vier roten Flaggen. Trotzdem blieb er vor Nico Hülkenberg, der heute endlich zum Fahren kam. Nach dem Crash von Jules Bianchi hatte Force India den Donnerstagnachmittag bekanntlich wegen fehlender Ersatzteile streichen müssen.

Force India und Williams solide

Hülkenberg bestätigte die solide Form seines Teams in dieser Woche und landete auf Rang sieben, 0,155 Sekunden vor Bruno Senna im Williams. Letzterer legte am Nachmittag eine imposante Rennsimulation hin, die vermuten lässt, dass Williams bisher noch nicht alles gezeigt hat.

Andererseits, zur Erinnerung: Rubens Barrichello bescherte Williams 2011 sogar den Jahresrekord in Jerez, die Saison verlief dann aber enttäuschend...

"Senna ist seine 1:20.1 im Williams gefahren, nachdem er während einer Rennsimulation beim Boxenstopp war und weiche Reifen abholte", analysiert Experte Anderson.

"Er blieb nach der schnellen Zeit noch draußen, also scheinen sie ein ziemlich gutes Auto zu haben." Aber möglicherweise noch kein allzu zuverlässiges, denn am Nachmittag rollte der FW34 gleich zweimal langsam aus.

Während die acht besten Autos des Tages sowohl auf längere wie auch auf kürzere Distanzen recht eng beisammen lagen, fiel Caterham-Pilot Jarno Trulli mit dem CT01 um 3,321 Sekunden ab.

Gar nicht erst anwesend waren Mercedes (gestern Abend nach zwei Bestzeiten mit dem Vorjahresmodell abgereist), HRT (nur die ersten zwei Tage aktiv) und Marussia.


Testzeiten Tag 4

Pos  Fahrer         Team            Zeit   Runden
 1.  Alonso         Ferrari         1:18.877   39
 2.  Vergne         Toro Rosso      1:19.597   80
 3.  Vettel         RBR             1:19.606   50
 4.  Hamilton       McLaren         1:19.640   86
 5.  Grosjean       Lotus           1:19.729   95
 6.  Kobayashi      Sauber          1:19.834   76
 7.  Hülkenberg     Force India     1:19.977   90
 8.  Senna          Williams        1:20.132  125
 9.  Trulli         Caterham        1:22.198  117
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Analyse Analyse Tag 3 Tag 3

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