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Arrivabene - Protest und Provokation

Maurizio Arrivabene setzte sich am Samstag bei den Formel-1-Tests auf die Fantribüne. Ein Protest gegen Ecclestones geplante Reduzierung der Fahrerlager-Pässe.

Am Samstag werden einige Zuschauer des Formel-1-Tests in Barcelona nicht schlecht gestaunt haben, denn plötzlich saß auf der Haupttribüne ein leibhaftiger Teamchef neben ihnen. Ferrari-Teamboss Maurizio Arrivabene mischte sich mit Ersatzfahrer Esteban Gutierrez und zwei weiteren Mitarbeitern kurzerhand unter die Besucher und verfolgte den Test eine Zeit lang aus der Fan-Perspektive.

"Das war eine tolle Erfahrung. Die Leute waren sehr gut informiert. Sie waren respektvoll, haben Fotos gemacht", sagt er. "Ich hoffe, dass ich so etwas wiederholen kann." Der prominente Besuch auf der Tribüne sprach sich schließlich herum, wenn auch etwas zu spät. "Das lustige war: Als wir zurückgingen, liefen die Leute aus dem Fahrerlager heraus und gingen auf die Tribüne", so Arrivabene.

Der Ausflug des Ferrari-Teamchefs war jedoch keine aus Langeweile geborene Idee, sondern hat einen ernsten Hintergrund. "Wir haben gehört, dass die Teams in Melbourne weniger Fahrerlager-Pässe bekommen sollen. Das ist für mich nicht akzeptabel", sagt er. "Da habe ich mir gedacht: Bereite dich auf diese Situation vor."

Nach Informationen von Motorsport-Total.com plant Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die Anzahl der Fahrerlager-Pässe, die den Teams pro Rennen zur Verfügung gestellt werden, um rund 30 Prozent zu kürzen. Diese Pässe geben die Teams in der Regel an Vertreter von Sponsoren und Partnern weiter, die damit Eintritt zum Fahrerlager erhalten.

Ecclestone möchte jedoch den offiziellen Formel-1-Sponsoren wie Rolex oder UBS mehr Eintrittsausweise zuschanzen. Damit das Fahrerlager und Startaufstellung nicht zu voll werden, sollen die Teams knapper gehalten werden. Außerdem könnte Ecclestone auf diese Weise den Verkauf der Tickets für den Paddock-Club ankurbeln, die mit 4.000 bis 5.000 Euro pro Rennwochenende zu Buche schlagen.

Doch das ist für Arrivabene der völlig falsche Weg. "Wir müssen die Formel 1 näher zu den Leuten bringen, also haben wir uns mitten unter sie gesetzt", sagt er. Denn aussperren dürfe man die Fans nicht. "Wir müssen zwar eine gewisse Exklusivität wahren, aber das darf nicht zu einem verlassenen Fahrerlager führen. Das ist meine Botschaft, daher wollte ich ein Exempel statuieren."

Dass Exklusivität und Fannähe kein Widerspruch sein müssen, zeigt Arrivabene ein Blick zum Golfsport, wo die Zuschauer nahe an die Spieler herankommen. "Golf ist eine der exklusivsten Sportarten. Aber wenn dort Turniere gespielt werden, folgen den Spielern tausende von Zuschauern", so der Ferrari-Teamchef.

Mit seiner Aktion wollte der Italiener in diesem Sinne ein Zeichen setzen. "Es war in gewisser Weise eine Provokation, aber ich liebe das", sagt Arrivabene, der damit rechnet, dass auch Ecclestone davon erfahren wird. "Ich erwarte einen Anruf von ihm."

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