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Formel 1: Analyse

Kein Interesse am Honda-Kundenmotor?

Honda möchte ein zweites Team mit Aggregaten ausstatten, derzeit gebe es jedoch keine Interessenten – man sei noch nicht gut genug.

Mit Platz sechs im Grand Prix von Österreich hat Jenson Button die Fortschritte in der zweiten Ehe von Honda und McLaren in acht Punkte ummünzen können. Langsam, aber stetig geht es bei den Japanern voran. Diese Erkenntnis nimmt das Team aus Woking am Wochenende mit ins Heimspiel nach Silverstone. Dennoch ist McLaren-Honda von den selbst gesteckten Zielen noch weit entfernt. Zur Mitte dieser Saison wollte man bereits ganz vorn mitmischen.

Honda könnte in der Entwicklung des Antriebs von einem Kundenteam profitieren, doch zu Beginn scheiterte ein solcher Plan am Veto von McLaren, das sich die Exklusivrechte an den japanischen Aggregaten gesichert hatte. "Aus technischer Sicht wäre es gut, ein zweites Team auszustatten. Wir hätten dann größere Laufleistungen", sagt Projektleiter Yusuke Hasegawa gegenüber Autosport. Mehr Laufleistung bringt mehr Daten – die Grundlage für künftige Weiterentwicklungen.

Man würde höhere Kosten und die Ausbildung weiterer Ingenieure für den Einsatz der Kundenmotoren gerne in Kauf nehmen, so Hasegawa. "Im Moment sind wir aber einfach nicht stark genug", gibt der Japaner offen zu. "Es gibt kein einziges Team, das den Honda-Antrieb gerne hätte. Wir müssen also abwarten. Es liegt auch an mir, diese Situation zu ändern." Das Hybridupdate für das Rennen in Spielberg hat Wirkung gezeigt, beim V6-Turbomotor hinkt man allerdings noch hinterher.

Im Verlauf der Formel-1-WM 2016 soll ein weiteres Update noch einmal einen Sprung von rund einer halben Sekunde pro Runde bringen, aber dann ist damit wohl vorerst Schluss. Als nächster Schritt steht die Antwort auf eine grundsätzliche Frage im Raum. "Drastische Änderung oder kontinuierliche Entwicklung? Wir haben die Richtung noch nicht festgelegt", orakelt Hasegawa. "Wir untersuchen das noch. Wir werden wohl im August eine Entscheidung treffen, denn McLaren muss das Gesamtpaket für 2017 festlegen."

Das gute Ergebnis von Jenson Button in der Steiermark hat zumindest etwas Druck von den Japanern genommen. Teamkollege Fernando Alonso treibt das Team von Hasegawa allerdings immer weiter an. "Solange er nicht auf mich einprügelt, ist alles gut. Ich bin ja froh, dass er Druck macht und mehr von Honda erwartet", kommentiert der japanische Honda-Projektleiter den Elan des Spaniers. "Der Druck ist enorm hoch, aber er kommt nicht nur von den Fahrern. Da sind auch noch Ron Dennis und vor allem Honda selbst. Den größten Druck verspüre ich aus den eigenen Reihen, vom Vorstand von Honda."

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