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Force One (India) & neues Team aus China?

Spekulationen: Warum Force India den Namen ändern will, was Ron Dennis vorhaben könnte und welche Rolle ein ehemaliger NASCAR-Manager spielt.

Ins Gefüge der bestehenden Formel-1-Teams könnte mittelfristig Bewegung kommen. Im Paddock in Baku gab es zwei große Gesprächsthemen, die möglicherweise miteinander in Verbindung stehen könnten. Erstens, dass Force India seinen Teamnamen ändern möchte. Und zweitens, dass (mindestens) ein chinesisches Projekt ernsthaft daran interessiert sein soll, in die Königsklasse einzusteigen.

Bereits sehr konkret ist, dass Force India ab 2018 unter einem neuen Namen antreten wird. "Wir haben darüber gesprochen, und ich finde, es ergibt Sinn", bestätigt Betriebsdirektor Otmar Szafnauer. Die Idee ist, das "Force" zu behalten, das "India" aber zu eliminieren. Ein Hintergrund ist mutmaßlich auch, dass Teameigentümer Vijay Mallya wegen seiner Kingfisher-Pleite mit den indischen Behörden im Clinch steht.

Und: "Wir hatten einen Indien-Grand-Prix, aber den gibt's nicht mehr. Wir hatten indische Sponsoren, aber heute haben wir keine mehr", sagt Szafnauer. "Und dann kommst du an den Punkt, wo das Indien im Namen die Möglichkeiten im Sponsorengeschäft einschränkt. Wenn wir das Indien also fallen lassen, wird das unseren Horizont erweitern."

"Wahrscheinlich am Saisonende" werde man die Namensänderung offiziell vollziehen, kündigt der Amerikaner an. "Für Vijay", meint der Stellvertretende Teamchef Robert Fernley, "ist es eine großartige Chance, nach zehn Jahren einen Strich unter das Force-India-Element zu ziehen. In welche Richtung das geht, wird sich wahrscheinlich über den Sommer entscheiden."

Wäre der neue Name "Force F1" denkbar? "Kann leicht sein", bestätigt Fernley. "Irgendwas in die Richtung." Tatsächlich scheinen die Pläne schon weit gediehen zu sein. Im britischen Handelsregister wurden am 31. Mai und 6. Juni sechs neue Firmen registriert, die alle den Namen "Force One" tragen. Als Direktor ist ein Mann namens Thiruvannamalai Laskshimi Kanthan eingetragen. Ein langjähriger Vertrauter von Mallya.

In diesem Zusammenhang kommt die China-Connection ins Spiel. Vor Baku wurde gemunkelt, dass Force India heimlich, still und leise an chinesische Investoren verkauft worden sein soll. Mit den Spekulationen konfrontiert, erklärt Mallya nur: "Unsinn!" Was freilich nichts an der Tatsache ändert, dass es chinesisches Interesse an einem Formel-1-Einstieg gibt.

"Es gibt viel Interesse, weil es nur noch zwei oder drei Startplätze gibt", sagt Formel-1-Sportchef Ross Brawn. "Und mit der Zukunft, wie wir sie uns ausmalen, wird die Formel 1 hoffentlich immer attraktiver. Die Frage ist dann für Interessenten, ob sie ihren Fuß noch in die Tür bekommen, wenn unsere Pläne einmal im vollen Umfang bekannt sind. Vielleicht gibt es jemanden, der das Vertrauen hat, jetzt schon einzusteigen. Aber das liegt letztendlich an der FIA."

Beim Automobil-Weltverband soll in Monaco ein Vertreter eines China-Projekts vorstellig geworden sein, berichtet auto motor und sport. Die Pläne, schon 2018 in die Formel 1 einzusteigen, erscheinen jedoch unrealistisch. Seither soll es noch Kontakt zwischen FIA und einem zweiten Investor mit chinesischem Hintergrund gegeben haben. Konkretes ist nicht bekannt.

Tatsache ist: Am 20. Mai wurde im britischen Handelsregister eine bestehende Firma namens "Bronze Fortune" in "China F1 Racing Team" umbenannt. Wer dahinter steckt, entzieht sich unserer Kenntnis. Laut Auto Bild motorsport könnte der französische Anwalt Michel Orts eine der Triebfedern sein. Ein Michel Orts ist auch im GT-Rennsport als Fahrer ein Begriff. Ob es sich um ein und dieselbe Person handelt? Derzeit unklar.

Der Formel-1-Journalist Joe Saward erwähnt in seinem Blog den Namen Christian Kuhn. Das ist ein alter Bekannter. Kuhn war in der deutschen NASCAR-Community vor Jahren recht umtriebig und stellte zwischenzeitlich sogar ein kleines NASCAR-Team für seinen deutschen Landsmann Klaus Graf auf.

Interessant im China-Zusammenhang: Es ist bekannt, dass Ron Dennis im vergangenen Jahr mit chinesischen Investoren das McLaren-Team übernehmen wollte. Dennis soll womöglich noch im Laufe des heutigen Tages seine 25 Prozent an der McLaren-Gruppe verkaufen. Mit den mehr als 300 Millionen Euro Kaufpreis, die dafür im Raum stehen, hätte er reichlich Startkapital für ein neues Projekt.

Und dann ist da noch Teddy Yip jun., der von Auto Bild motorsport ins Spiel gebracht wird. Dessen Vater Teddy Yip sen., ein Geschäftsmann aus Macao, führte zwischen 1976 und 1983 das Theodore-Team in der Formel 1, das angeblich wiederbelebt werden soll. Yip jun. ist heute beim Prema-Team in der Formel-3-EM engagiert. Für das fährt momentan ein gewisser Mick Schumacher.

Rund um Force India und die angeblichen Investoren aus China gibt es momentan viel Spekulation, aber wenig Handfestes.

Fortsetzung folgt.

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