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Renault: Sainz statt Palmer schon in Austin

Jolyon Palmer wird in den USA nicht mehr für Renault fahren und von Nachfolger Carlos Sainz ersetzt - Rückkehr Kwjats bei Toro Rosso, Gasly bleibt.

Renault-Fahrer Jolyon Palmer hat am Samstag nach dem Qualifying zum Japan-Grand-Prix via Instagram überraschend verkündet, dass er in Suzuka sein letztes Rennen für die Franzosen bestreiten würde. Für den Briten, über dessen vorzeitige Ablösung durch Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz wochenlang spekuliert wurde, bedeutet es wohl das Ende der Formel-1-Karriere. Kurz darauf bestätigte Renault, dass Sainz bereits in zwei Wochen in Austin sein Cockpit für 2018 übernehmen würde.

Die Rochade hat zur Folge, dass bei Toro Rosso Neuling Pierre Gasly die restlichen Grands Prix an der Seite Daniil Kwjats, der nach Singapur auf die Ersatzbank gesetzt wurde, bestreitet. Auch die Red-Bull-Juniormannschaft lancierte kurz nach Palmers Social-Media-Beitrag eine entsprechende Pressemitteilung. Heißt: Der junge Franzose wird am Austin-Wochenende einen möglichen Titelgewinn in der japanischen Super-Formula-Serie (seinem eigentlichen Hauptjob) kampflos ausgeben.

Es ist davon auszugehen, dass Palmer sich seinen Rauswurf bei Renault teuer bezahlen lässt. Sein offenbar aufgelöster Vertrag galt als wasserdicht, weshalb für einen Abschied vor dem Rennen in Malaysia drei Millionen Euro Abfindung im Raum standen. Ob nun weniger Geld geflossen ist oder ob der Ex-GP2-Champion nur zwei Formel-1-Rennen mehr rausgeschlagen hat, ist nicht bekannt.

Palmer schreibt auf seiner Instagram-Präsenz: "Ich bedanke mich bei allen für die Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren. Es hat mir sehr viel bedeutet." Er wolle in Suzuka das bestmögliche Resultat herausholen und sich anschließend seinen Optionen für die Zukunft widmen. Teamchef Cyril Abiteboul lässt zwischen den Zeilen durchblicken, dass Palmer Renaults Druck nachgegeben hätte. Er würdigt "seine Professionalität" und "große persönliche Qualitäten" des 26-Jährigen.

Sainz, der nur bis 2019 ausgeliehen wird und Red-Bull-Junior bleibt, bedankt sich bei Toro Rosso für die Freigabe. "Dass ich die letzten vier Rennen des Jahres bei Renault fahre, verschafft mir die Chance, das Team kennenzulernen und früher als gedacht mit dem Auto Erfahrung zu sammeln."

Palmer schielt derweil auf eine Zukunft bei Williams, auch wenn nur Felipe Massa, Paul di Resta und Robert Kubica eine Chance auf den Job in Grove besitzen. "Ein Cockpit ist noch frei. Ich konzentriere mich aber nicht nur darauf", sagt Palmer und ist nach eigener Aussage Möglichkeiten außerhalb der Formel 1 nicht abgeneigt. "Für mich geht es darum, alle Optionen durchzuschauen und die beste auszusuchen." Auch wenn seine Leidenschaft der Königsklasse gelte, sei ein Wechsel in die nordamerikanische IndyCar-Szene denkbar.

Hoffnung, der Formel 1 erhalten zu bleiben, schöpft Palmer angesichts aktueller Comeback-Geschichten: "Es kann alles passieren. Sag niemals nie in der Formel 1! Dass Kubica wiederkommt, hätte keiner erwartet. Aber er ist da. Oder Paul di Resta. Er ist ewig kein Rennen gefahren, und in Budapest war er wieder da." Palmer will seine Aussagen nicht so verstanden wissen, dass er eine längere Pause planen würde: "Ich habe nicht vor, auszusteigen und 2020 oder 2021 zurückzukehren."

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